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Ab 18 Jahren Deutsch 12.11.200908.10.2010 497800 5.00
Bei 19 Vote(s)
197
Autor: Jule-ys
Pairing: Axel + Manuel
Kategorien: Romantik, Komödie
Inhalte: Lime, Lemon
Einführung: Gestatten? Mein Name ist Axel. Vormals eingefleischter Hetero, inzwischen Privatkoch und -bäcker meiner Naschkatze, bzw. eigentlich eher meines Naschkaters, den ich auf der Geburtstagsfeier des Vaters meiner damaligen Freundin aufgelesen - pardon - kennen gelernt habe. Und was auf die Tierwelt zutrifft, passt auch bei Manuel: füttert man ihn einmal, bekommt man ihn nie wieder los. Sehr zu meiner Freude, denn wenn ich ehrlich bin, möchte ich alles andere, als ihn wieder loswerden...
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y Dreißig (Teil 1)
Kennt ihr den Streifen 'Axel allein zuhaus', mit mir in der Hauptrolle? Nein? Aber ich. Besser als mir lieb ist. Ich habe ihn gefühlte eintausend mal durchgespielt, und ich hasse ihn! Es ist Sonntagnachmittag und ich hocke mal wieder alleine hier. Der letzte Monat war schon der blanke Horror und der jetzige scheint kein Deut besser zu werden.

Es ist ja noch nicht einmal so, dass Manuel für die meisten Wochenenden eingeteilt wäre – nein, er tauscht mit einigen seiner Kollegen, wenn die ihn nur lieb darum bitten. Natürlich hat der Großteil seiner Kollegen Familie, aber verdammt nochmal, die hat er auch, nämlich mich!

Ich kann mich wahrscheinlich glücklich schätzen, dass er wenigstens an meinem Geburtstag am kommenden Mittwoch zugegen sein wird, oder an der Feier, die wir für nächste Woche Samstag geplant haben. Für den Tag meines Geburtstages hat er schon vor Monaten Urlaub eingereicht und das Wochenende hat er erstaunlicherweise tatsächlich einmal frei.

Versteht mich nicht falsch, ich habe wirklich die größte Hochachtung vor dem, was er tut, es macht einen wesentlichen Teil seines Charakters aus, aber kann er denn nicht auch mal 'nein' sagen? Ich versuche ja schon so gut wie möglich meine Arbeitszeit der seinen anzupassen. Wenn er Spätschicht hat, fange ich eben auch später an, beliebig kann ich das zwar nicht ziehen, aber ich habe immerhin einen Spielraum von +/- 2 Stunden. Aber an den Wochenenden ist der Betrieb nun einmal zu und der Wachdienst würde mich wahrscheinlich hochkant wieder raus werfen, schon alleine aus versicherungstechnischen Gründen.

Und was mache ich nun mit dem angebrochenen Sonntag? Ohne Manuel? Lustlos zappe ich durch die Programme und bleibe an der Wiederholung eines Uralt-Schinkens hängen. Irgendwann schalte ich genervt den Fernseher aus und werfe die Fernbedienung frustriert auf das Sofa.

Ich begebe mich zwei Etagen nach oben und schalte meinen Rechner ein. Ich checke meine Mails, grabe einige Infoseiten im Netz ab und bastle weiter an irgendeinem sinnlosen Script herum. Damit habe ich es zumindest geschafft, zwei Stunden totzuschlagen. Super.

Irgendwann beschließe ich, meine Oma und damit auch meine Eltern zu besuchen. Ich werde sie alle zwar am Mittwoch sehen, da wir beschlossen haben, mit ihnen und Manuels Eltern Essen zu gehen, aber wenn ich jetzt nicht das Haus verlasse, gehe ich die glatten Wände hoch.

Meine Eltern haben auf mein Outing im vergangenen Jahr wie erwartet reagiert. Sie waren natürlich zuerst ziemlich geschockt. Was um Himmels Willen würden nur die Leute sagen - meine Eltern legen sehr großen Wert auf ihren Ruf - aber irgendwann haben sie es schließlich doch akzeptiert, was blieb ihnen auch anderes übrig, sie konnten mich schlecht wieder umtauschen. Ich denke, inzwischen mögen sie Manuel sogar richtig gern, auch wenn sie das natürlich niemals zeigen würden.

Meine Oma hingegen hat Manuel vom ersten Moment an mit offenen Armen in der Familie willkommen geheißen, nicht nur das, sie ist mittlerweile sogar richtig vernarrt in ihn. Tja, warum auch sollte ausgerechnet meine Großmutter anders auf Manuel reagieren, als der Rest von uns Normalsterblichen, ich hätte eigentlich wissen müssen, dass sie seinem Charme ebenso erliegen wird, wie alle anderen auch.

Ich biege in die Sackgasse ein, in der meine Eltern wohnen, seit meine Mutter wieder geheiratet hat. Ich war 10 oder 11, als sie meinen Stiefvater kennen lernte. Ich verstehe mich eigentlich recht gut mit ihm. Im Grunde ist er der einzige Vater, den ich je hatte, und ich finde, er hat seinen Job nicht schlecht gemacht, besser als mein Erzeuger allemal, denn von dem haben wir nie wieder etwas gehört.

Bevor meine Mutter mit meinem Stiefvater zusammen gekommen ist, haben wir ebenfalls in einer kleinen Wohnung gelebt, sogar in der gleichen Straße, in der meine Oma noch bis vor einigen Monaten gewohnt hat. So kam es, dass ich als Kind sehr viel Zeit bei meiner Großmutter verbracht habe. Im Grunde hatte ich wirklich eine schöne Kindheit und ich habe die Zeit bei meiner Oma stets genossen. Das ist sicher einer der Gründe, warum Oma und ich uns so nahe stehen, auch wenn das meine Mutter das ein oder andere mal in schiere Verzweiflung gestürzt hat. Großmütter und ihre Enkel eben, da hat eine Mutter manchmal einfach keine Chance.

Oma ist erst vor gut einem Jahr zu meinen Eltern gezogen, mehr oder weniger unfreiwillig. Sie würde vermutlich heute noch mit ihren 75 Jahren, in ihrer winzigen Wohnung hausen, wenn sie sich nicht vor 1 ½ Jahren einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hätte. Nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt und anschließender Reha hat sie schlussendlich eingesehen, dass wir alle ruhiger würden schlafen können, wenn sie bei meinen Eltern einziehen würde. Sie hat hier eine kleine Einliegerwohnung, in die sie sich zurückziehen kann, wenn immer sie das Bedürfnis hat, alleine zu sein. Wohl ein für alle Seiten akzeptables Arrangement, Oma scheint zumindest gut damit zurecht zu kommen.

Ich erklimme die wenigen Stufen bis zur Eingangstür und klingle. Es dauert einige Sekunden, bis meine Oma mit einem strahlenden Lächeln die Tür öffnet. Sie nimmt mich liebevoll in die Arme und drückt mich einmal kurz an sich. Sie ist die einzige (von mir einmal abgesehen) in unserer Familie, für die küssen und drücken eine ganz normale Art ist, Zuneigung zu zeigen. Meine Eltern sind da ganz anders. Nach außen hin sind sie stets bemüht ihre Contenance zu wahren. Offensichtliche Sympathiebekundungen sind einfach nicht ihr Ding. Das mag auf manch einen vielleicht ziemlich spießig wirken, aber ich komme ganz gut damit klar, ich kenne es von ihnen einfach nicht anders, dennoch weiß ich, dass sie mich aufrichtig lieben.

Ich erwidere die Umarmung und drücke einen Kuss auf ihre Wange. „Hallo Omi“, sage ich.

„Axel, mein Junge, schön, dass Du da bist, und Du kommst genau richtig. Ich habe vor ein paar Minuten den Apfelkuchen aus dem Ofen geholt.“

Ich grinse. „Etwa Deinen gedeckten?“

„Natürlich“, lacht sie. „Wo ist Manuel?“, möchte sie wissen, während ich ihr in die Küche folge. Seit ihrem Unfall trägt sie einen Stock. Falls jedoch jemand auf die Idee kommen sollte, dass dies ihre Mobilität einschränken würde, muss ich ihn schnell eines Besseren belehren, denn sie ist trotz Geh-Hilfe so flink wie eh und je.

„Arbeiten“, schnaube ich.

Sie hebt fragend die Augenbrauen.

„Er hat mit einer Kollegin getauscht, deren Mann überraschend ins Krankenhaus musste, er hat dafür Montag und Dienstag frei“, erkläre ich.

„Das gefällt Dir nicht, oder?“

„Nein“, gebe ich zu. „Es ist ja nicht so, dass ich ihn nicht verstehen würde, aber...“, ich mache eine hilflose Geste.

„Nunja Axel, Du wusstest von Anfang an, was Manuel beruflich macht, auch, dass er an manchen Wochenenden bei der Arbeit sein wird. Das soll jetzt nicht heißen, dass es Dir deswegen gefallen muss, aber Du solltest Dich langsam damit arrangieren“, bemerkt sie.

„Ja ich weiß“, seufze ich, „die letzten Wochen hat es sich einfach gehäuft. Wahrscheinlich bin ich deswegen so frustriert.“

Ich verbringe die nächsten Stunden bei ihr und wir reden über Gott und die Welt. Ich erzähle ihr von Frederick und Carsten und dass ich nach wie vor skeptisch bin, ob Carsten sein Versprechen, das er Frederick gegeben hat, auch wirklich halten kann, während sie mir ein Stück Apfelkuchen nach dem anderen auf den Teller schiebt. Sie teilt mir mit, dass meine Eltern bei diesen hochnäsigen Brandts beim Kartenspielen wären und ich zähle auf, wer am Samstag auf die Feier kommen wird und was ich alles für das Buffet geplant habe.

Wir unterhalten uns darüber, dass Frau Krause von nebenan ein Hypochonder ist und jede Woche mit einer anderen Krankheit daher kommt – diese Woche leide sie an Bauchspeicheldrüsenkrebs und man habe in naher Zukunft mit ihrem Ableben zu rechnen. Daran glaube ich tatsächlich, allerdings würde sie meiner bescheidenen Meinung nach nicht durch irgendeine Krankheit darnieder gestreckt werden, sondern durch die Hand ihres eigenen Arztes. Der arme Kerl hat wirklich mein tiefstes Mitgefühl.

Ich bin mittlerweile auch darüber informiert, dass Herr und Frau Schmidt sich scheiden lassen, weil Herr Schmidt sich hat inflagranti dabei erwischen lassen, als er von einer Praktikantin oral befriedigt wurde. Gevögelt habe er sie aber nicht – darauf bestehe er vehement. So ein Depp. Man hätte ihm vielleicht vorher sagen sollen, dass nur US Präsidenten ungeschoren aus einer solchen Nummer wieder raus kommen. Ach, und dann ist da natürlich noch die kleine Schwarz-Tochter, die sich mit 17 hat schwängern lassen, angeblich vom Vater ihrer besten Freundin. Skandal!

Ich glaube ich möchte lieber nicht wissen, was die Nachbarn so über den schwulen Becker-Sohn zu berichten wussten. Bestimmt feiere ich jede Nacht total perverse Sexparties, mit viel Drogen und Alkohol und wir treiben es dabei wie die Karnickel. Weiß doch schließlich jeder, dass Schwule so was machen. Im Grunde interessiert mich das Geschwätz jedoch nicht die Bohne. Sollen sie doch reden, was sie wollen. In der Nachbarschaft hier wurden schon immer die wildesten Gerüchte von einem Haus zum anderen getragen, über den tatsächlichen Wahrheitsgehalt dieser ganzen schlüpfrigen Geschichtchen hat sich kaum jemand allzu große Gedanken gemacht.

Es ist ziemlich spät, als ich mich schließlich von meiner Oma verabschiede. Sie gibt mir noch eine ordentliche Portion des Apfelkuchens mit, für Manuel, wie sie mir mit einem verschwörerischen Gesichtsausdruck mitteilt.

Apropos Manuel, eigentlich könnte ich ihn auch gleich von der Arbeit abholen. Erstens liegt es auf dem Weg und zweitens hat er eh in weniger als einer halben Stunde Feierabend.

20 Minuten später biege ich in den Parkplatz des Pflegeheims ein und fummle umständlich mein Handy aus meiner Jeans. Schnell ist eine SMS getippt:

Steh auf'm Parkplatz. Bis gleich.

Wie gebannt schaue ich auf den spärlich beleuchteten Hintereingang, der auf den Parkplatz hinausführt. Der Wind trägt das liegen gebliebene Laub von einer Staßenseite auf die andere. Es ist haargenau ein solches Schmuddelwetter, bei dem man keinen Hund auf die Straße schicken würde – kalt, nass, stürmisch.

Bislang ist noch niemand herausgekommen, lange dürfte es allerdings nicht mehr dauern, bis die ersten Spätschichtler das Gebäude verlassen werden. Ich lege meine Arme über das Lenkrad und bette den Kopf darauf. Der Duft des Apfelkuchens steigt in meine Nase und ich muss schmunzeln. So wie ich meinen Süßen kenne, wird er sich sofort darauf stürzen, sobald wir zu Hause sind, sofern der Kuchen überhaupt so lange überlebt.

Langsam tut sich etwas am Hintereingang, denn die ersten Angestellten strömen aus dem Gebäude. In wärmeren Jahreszeiten stehen die Kollegen häufig nach Feierabend noch zusammen, um zu schwatzen, bei den momentanen Witterungsverhältnissen jedoch, hält sich niemand länger als nötig im Freien auf und strebt so schnell wie möglich der Wärme entgegen.

Ich erkenne ihn sofort und mein Herz schlägt augenblicklich schneller, immer noch, auch nach all der Zeit, die wir schon zusammen sind. Ein kurzer Windstoß weht eine Strähne seines Haares in sein Gesicht und er kämmt es mit gespreizten Fingern wieder zurück. Er stellt den Kragen seiner Jacke hoch, lässt seinen Blick über den Parkplatz schweifen und lächelt, als er mich im Auto sitzen sieht. Schnell kommt er auf mich zu und wenige Sekunden später lässt er sich auf den Beifahrersitz fallen.

„Hey“, sagt er und beugt sich zu mir.

Ich hebe meinen Kopf vom Lenkrad und komme ihm entgegen. „Hey“, antworte ich und spüre in der nächsten Sekunde auch schon seinen Mund auf dem meinen. Es ist ein zärtlicher, sanfter Kuss, und für meinen Geschmack viel zu schnell vorbei.

„Und, was hast Du heute so getrieben?“, will er wissen.

„Dich vermisst“, antworte ich heiser, „und dann bin ich zu Oma“, ergänze ich.

Er sieht mich reuevoll an, beugt sich noch einmal zu mir und huscht mit seinen Lippen über die meinen. „Ich weiß, Schatz. Mir gefällt dieser Wochenenddienst ebenso wenig wie Dir. Ich wollte Jessica einfach nicht hängen lassen, und von den anderen konnte oder wollte keiner tauschen. Es tut mir wirklich leid, ich mache es wieder gut, ja?“

Damit hat er mir wie immer sämtlichen Wind aus den Segeln genommen. Mein Frust ist wie weggefegt. Ergeben le ...

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y Die letzten 5 Kommentare
Kommentar von: soosa
Username: soosa
Datum: 12.09.2011 - 15:34

Kommentar Nr.: 9195
Hi !
Sehr schöne Story . Hat mir sehr gut gefallen .
LG
Kommentar von: FlyinWerwolf
Username: FlyinWerwolf
Datum: 09.10.2010 - 22:29

Kommentar Nr.: 8038
Hi du,

wunderbarer Abschluss einer grandiosen Story. Man merkt, dass in dieser Arbeit dein Herzblut steckt. Auch mir als Leserin fällt es ganz schön schwer Abschied zu nehmen von den beiden Jungs. Wirklich nochmal vielen lieben Dank fürs Onlinestellen und für das stetige weiterarbeiten. Ich habe es wirklich genossen, das zu lesen.
Ich hoffe, ich kann bald mal wieder etwas anderes von dir lesen, denn auf weitere Geschichten aus deiner Tastatur bin ich sehr gespannt und werde die Augen danach offen halten. Lass dir nicht allzuviel Zeit, ja?

Liebe Grüße
Yours Wolfi

Ps.: Neue Story bedeutet auch neue Kommis, und damit werde ich nicht sparsam sein, wenn du bald mit neuen Geschichten kommst ;-)
Kommentar von: BsuffaneMarille
Username: BsuffaneMarille
Datum: 24.04.2010 - 17:34

Kommentar Nr.: 7255
Ach, schon das Ende?! Wirklich schade, aber ein perfektes Happy End. Und wir können uns ja noch auf den Epilog freuen.

Werde gespannt auf deine nächste Story warten, die dir wieder sicherlich so gut gelingen wird!
Liebe Grüße
Kommentar von: Inura
Username: Inura
Datum: 24.04.2010 - 00:11

Kommentar Nr.: 7254
ich wusste es Q______Q!! <3 <3
ich wusste, dass er um seine hand anhalten würde Q^Q
das is so schön <3 ein wahnsinnig gelungener abschluss.
die ff war wirklich absolut brilliant, schade dass es schon enden musste qq

ich kann wirklich nur lob aussprechen, obwohl die ff weit mehr verdient hätte. wirklich. bravo :D
<3
Kommentar von: Inura
Username: Inura
Datum: 19.04.2010 - 21:55

Kommentar Nr.: 7236
waaah <3 so toll q^q
du verbindest deine beiden ffs miteinander Q^Q das lässt mein ff-herz höher schlagen <3
und ich bin schon soooo gespannt auf die überraschung Q^Q kanns kaum erwarten!~
schreib also bitte bitte schnell weiter <3
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