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Zu neuen Ufern |
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Veröffentlicht |
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Nicht beendet
| Ab 18 Jahren |
Deutsch |
12.11.2009 | 23.04.2010 |
436015 |
5.00 Bei 17 Vote(s) |
126 |
| Autor: |
Jule-ys |
| Pairing: |
Axel + Manuel |
| Kategorien: |
Romantik, Komödie |
| Inhalte: |
Lime, Lemon |
| Einführung: |
Gestatten? Mein Name ist Axel. Vormals eingefleischter Hetero, inzwischen Privatkoch und -bäcker meiner Naschkatze, bzw. eigentlich eher meines Naschkaters, den ich auf der Geburtstagsfeier des Vaters meiner damaligen Freundin aufgelesen - pardon - kennen gelernt habe. Und was auf die Tierwelt zutrifft, passt auch bei Manuel: füttert man ihn einmal, bekommt man ihn nie wieder los. Sehr zu meiner Freude, denn wenn ich ehrlich bin, möchte ich alles andere, als ihn wieder loswerden... |
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„Schatz?“
Ich blicke von meinem zur Hälfte leer gegessenen Teller auf, geradewegs in Sandras rehbraune Augen, die mich teils besorgt, teils belustigt betrachten.
„Hm?“, antworte ich nur, da ich mit vollem Mund eh nicht viel sagen kann, und selbst wenn, mit mehr als fünf Gramm im Mund klingt phonetisch ohnehin alles irgendwie gleich, oder?
„Alles okay?“, fragt sie.
Ich nicke, immer noch kauend. Und es entspricht ja größtenteils auch der Wahrheit. Auch wenn ich mich ein klein wenig mulmig fühle, bei all den Männerblicken, die ich ungewollt auf mich ziehe. Ich scheine wohl doch in das Beuteschema einiger Herren hier zu passen, auch wenn ich mir wirklich Mühe gebe, mich so hetero zu geben, wie nur irgend möglich. (Hetero)Man(n) möchte ja schließlich keine Missverständnisse aufkommen lassen, wenn er sich gerade inmitten einer Gruppe von Schwulen nahezu aller Altersklassen befindet, aus denen man zahlenmäßig gut und gerne fünf Fußballmannschaften bilden könnte.
Die unterschiedlichsten Typen von Männern haben sich heute hier versammelt, was bei einer Schwulenkneipe nicht weiter verwunderlich ist. Angefangen von den wirklich tuntigen Kerlen, mit dem ganzen Heiteitei, bis hin zu jenen, denen man ihre sexuelle Neigung so überhaupt nicht ansieht, so sehr man sich auch anstrengen möge. Wie beispielsweise Sandras Vater, der auch der Grund für unsere Anwesenheit hier ist, bei dem hätte ich zu Anfang alles gedacht, nur nicht, dass er schwul sein könnte.
Sandras Papa also feiert heute seinen 60. Geburtstag und die Mehrzahl der geladenen Gäste, setzt sich aus seinem unmittelbaren Bekanntenkreis zusammen. Ich zähle höchstens drei Hetero-Paare, uns eingeschlossen, und eine Frau, wohl eine Arbeitskollegin von Carsten, Sandras Vater.
Es hat zwei Ehen und drei Kinder gebraucht, bis Carsten erkannte, dass eine Frau ihm nicht die Erfüllung geben konnte, die er braucht. Sandra hatte mir irgendwann einmal erzählt, dass ihr Vater eine Art spätpupertäre Sturm- und Drangphase durchlebte, als er sich mit seiner Homosexualität abgefunden hatte. In dieser Zeit hatte er wohl so ziemlich alles mitgenommen, was bis drei nicht auf den Bäumen war, und wer es doch einmal geschafft hatte, wurde kurzerhand wieder heruntergeschüttelt.
Inzwischen scheint er jedoch wieder ruhiger geworden zu sein und lebt seit über einem Jahrzehnt mit seinem Lebensgefährten Frederick zusammen, und die Verbindung ist im Großen und Ganzen wohl auch glücklich. Auch wenn Carsten, so sagt zumindest Sandra, es mit der Treue nicht allzu genau nimmt. Das war aber schon so, als Carsten noch mit Sandras Mutter verheiratet war. Manche Menschen, bzw. Dinge ändern sich wahrscheinlich einfach nie. Mir ist das im Grunde aber auch egal, Sandra liebt ihn und ich mag ihn auch… irgendwie, auch wenn ich seinen zuweilen etwas seltsamen Sinn für Humor manchmal sehr befremdlich finde. Mit leichtem Unbehagen denke ich an all die diversen Sextipps zurück, die er meinte mir in Bezug auf Sandra erteilen zu müssen. Nagut, er war damals ziemlich betrunken und wohl nicht mehr so ganz zurechnungsfähig. Wenn er noch wüsste, was er an jenem Tag alles so vom Stapel gelassen hat, wäre es ihm sicherlich ganz furchtbar peinlich – oder vielleicht auch nicht.
„Macht es Dir was aus, wenn ich Dich eben für ein paar Minuten alleine hier sitzen lasse und vor die Tür verschwinde? Ich brauche dringend eine Zigarette“, Sandra wedelt in Richtung Tür und wühlt mit der anderen Hand auch schon in ihrem Lederrucksack herum. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich in der Handtasche, oder in Sandras Fall eben im Rucksack, einer Frau, eine weitere Dimension befindet. Ich stelle immer wieder fassungslos fest, dass sie ständig nahezu den halben Hausstand mit sich rumschleppt. Irgendwann zaubert sie wahrscheinlich, so ganz à la Mary Poppins, einen Lampenschirm daraus hervor.
„Geh ruhig, ich lass mich schon nicht von fremden Männern ansprechen - Mama!“, necke ich sie.
„Ich geb’ Dir gleich Mama, Du Knilch“, kichert sie und drückt mir einen kurzen Kuss auf den Mund, bevor sie mit Zigaretten und Feuerzeug bewaffnet, verschwindet.
Ich lasse meinen Blick durch den Raum schweifen. Die meisten hatten ihr Essen ebenfalls beendet und stehen nun in kleinen Grüppchen schwatzend beieinander. Aus den Lautsprechern erklingt zum bestimmt 1000sten Mail die angebliche Schwulenhymne. Ich kann dieses Lied von Marianne Rosenberg wirklich nicht mehr hören und würde am liebsten mit einem Satz hinter die Theke hechten und die Lautsprecherkabel aus dem Player zerren.
Stattdessen suche ich die Toiletten auf, stelle mich jedoch nicht an ein Urinal, sondern schließe mich in eine der beiden Kabinen ein. Irgendwie fühle ich mich gerade extrem albern. Was erwarte ich denn? Dass mich von hinten einer anspringt? Immer noch über mich selbst den Kopf schüttelnd, trete ich an die Waschbecken heran. Neben mir steht ein dunkelhaariger Kerl und ich nicke ihm kurz durch den Spiegel freundlich zu, bevor ich mich ans Händewaschen mache.
Ich zucke zusammen, als ich plötzlich etwas an meinem Hintern fühle. Was zum… Ruckartig drehe ich mich herum und sehe mich einem stark geschminkten Typen, mit weißem Rüschen-Hemd und knallenger schwarzer Lederhose gegenüber, der mich anzüglich angrinst.
Ich schnappe nach Luft, bevor ich sage: „Sag mal, gehen Deine Hormone mit Dir durch?“, ich denke, es sind weniger die Worte, mehr der Tonfall. Wie auch immer, ich erziele den gewünschten Effekt, denn sowohl das Grinsen auf seinem Gesicht, als auch die Hand auf meinem Hintern, verschwinden sofort.
„Lass ihn in Ruhe, Rob, das ist Sandras Freund. Ich denke Carsten wäre nicht sonderlich begeistert, wenn er erfahren würde, dass Du seinem Schwiegersohn in spe an die Wäsche gehen willst“, kommt es von dem Typen, der immer noch neben mir am Waschbecken steht.
„Konnte ich doch nicht wissen! Es tut mir leid, okay?“, schmollt besagter Rob und verlässt mit schwingenden Hüften beleidigt die Toilette.
„Danke“, sage ich an meinen Waschbecken-Nachbarn gewandt, „aber ich wäre sicher mit ihm fertig geworden.“
„Natürlich wärst Du das“, antwortet dieser leicht spöttisch, „aber so wie Du ausgesehen hast, dachte ich, Du nimmst den armen Kerl jeden Augenblick auseinander. Ein Eingreifen erschien mir angebracht, Rob ist außerordentlich wehleidig“, ergänzt er lachend.
Nun muss auch ich grinsen. „Ich hätte ihm schon nichts getan. Ich bin schon ein großer Junge, aus dem Prügelalter bin ich seit ein paar Tagen raus.“
„Ich heiße übrigens Manuel“, erklärt er und streckt mir seine rechte Hand entgegen.
„Axel“, antworte ich und ergreife die dargebotene Hand. Ich rechne eigentlich schon damit, dass er meine Finger länger festhält als nötig und bin angenehm überrascht, dass er sie sofort wieder los lässt.
Nun wage ich doch einen etwas längeren Blick. Er gehört zu den Typen, die überhaupt nicht schwul aussehen. Sofern er das überhaupt ist. ich bin schließlich auch auf dieser Party und habe mit Männern nichts, aber auch wirklich gar nichts am Hut. Neidlos gestehe ich ihm zu, dass er eigentlich richtig gut aussieht, sofern ich das überhaupt beurteilen kann. Er hat etwa meine Größe, ist insgesamt jedoch muskulöser gebaut als ich. Sein fast schwarzes Haar ist länger als das meine und ringelt sich leicht im Nacken. Mein Haar hat ja eher so ein komisches braun. Irgendwie straßenkötermäßig, kurz geschnitten, wie man es als Mann halt so trägt, ich habe mir ehrlich gesagt noch nie groß Gedanken über mein Äußeres gemacht. Das Auffälligste an Manuel jedoch sind seine Augen. Sie sind tief dunkelbraun, ganz im Gegensatz zu meinen eigenen, die, je nach Gemütsverfassung mal in einem dunklen, mal in einem verwaschenen Blau schimmern.
„Bist Du einer von Carstens Freunden?“, frage ich gerade heraus und wahrscheinlich ziemlich unvermittelt.
„Das auch, aber vor allem bin ich Fredericks kleiner Bruder“, erklärt er mir. Sofern er von meiner Wissensgier überrascht ist, zeigt er es zumindest nicht.
„Oh, dann bist Du also gar nicht….“, als ob mich das was angehen würde, geschweige denn mich zu interessieren hätte. Es ist doch wirklich scheißegal, ob der Kerl andersrum ist oder nicht.
„Schwul?“, beendet er meine Frage und seine Augen blitzen amüsiert auf. „Doch, seit meinem 13. Lebensjahr“, erklärt er nach einer kurzen Pause.
„Du wusstest das schon so bald? In dem Alter war mir gerade mal klar, dass Mädchen und Jungs einen ganz entscheidenden Unterschied haben“, lache ich. „Fussballl war bis dahin weitaus interessanter als Mädchen.“
„Oh, Fußball gespielt habe ich auch“, grinst er, „allerdings aus einem anderen Grund, denn eigentlich hasse ich jegliche Teamsportarten. Aber das war die beste Gelegenheit meinen damaligen Sportlehrer anzuhimmeln“, gibt er feixend zu.
Sein Lachen ist so ansteckend, dass ich unwillkürlich mitlachen muss. Er ist ein wirklich sympathischer Bursche, stelle ich fest.
„Das mit Sandra und Dir, ist das was Ernstes?“, möchte er wissen und lehnt sich lässig mit seiner Kehrseite an das Waschbecken.
„Hm?“, antworte ich überrascht.
„Naja, ich meine, wenn ihr wirklich irgendwann einmal heiraten solltet, wären wir ja quasi verwandt - irgendwie, und ich mag Sandra sehr“, er kratzt sich mit dem Daumennagel leicht über eine Augenbraue.
„Wir haben uns ehrlich gesagt noch nie übers Heiraten unterhalten. Wir sind beide zufrieden, so wie es ist. Ich kann zwar nicht für Sandra sprechen, aber ich bin sicher, dass sie es genauso sieht“, erwidere ich.
Sandra und ich führen eine ganz besondere Beziehung, die mehr auf Freundschaft, als auf Leidenschaft und Liebe aufbaut. Natürlich schlafen wir mit einander, und der Sex ist auch gut. Kein Erdbeben zwar, aber doch gut. Wir sind uns auch treu, aber wir wissen auch beide, dass wir uns trennen werden, sobald einem von uns der oder die Richtige begegnen sollte – zumindest als Liebespaar, denn soweit es mich betrifft, werden wir immer Freunde bleiben.
„Wie auch immer, wir werden uns wohl in der Zukunft noch über den Weg laufen, zumindest bei Familienfesten“, meint er lächelnd.
„Das ist anzunehmen“, entgegne ich und stelle fest, dass ich nichts dagegen hätte, ihn wieder zu sehen, ich mag ihn irgendwie. „Jetzt muss ich aber langsam zurück, Sandra hat inzwischen bestimmt schon ihre fünfte Zigarette geraucht und fragt sich schon, wo ich solange bleibe“, ich stoße mich vom Waschbecken ab.
„Na dann. Es hat mich wirklich gefreut Dich kennen zu lernen“, er lächelt mich freundlich an.
„Danke gleichfalls“, erwidere ich und sehe ihm noch kurz nach, als er durch die Tür verschwindet.
*
„Wo warst Du denn so lange?“, fragt Sandra überrascht, als ich zurück an den Tisch komme.
„Ach, irgend so
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Die letzten 5 Kommentare
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Kommentar von: Hirono
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Username: Hirono
Datum: 24.04.2010 - 17:39
Kommentar Nr.: 7256
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*vor-glück-heul*
Das ist ja sooooo süß! Ein wirklich tolles Ende für die FF und ein toller Anfang für ihr Leben^^ Klasse!
Ich freue mich auf viele weiter Stories aus deiner Feder!!!!! XD
LG Hiro
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Kommentar von: BsuffaneMarille
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Username: BsuffaneMarille
Datum: 24.04.2010 - 17:34
Kommentar Nr.: 7255
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Ach, schon das Ende?! Wirklich schade, aber ein perfektes Happy End. Und wir können uns ja noch auf den Epilog freuen.
Werde gespannt auf deine nächste Story warten, die dir wieder sicherlich so gut gelingen wird!
Liebe Grüße
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Kommentar von: Inura
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Username: Inura
Datum: 24.04.2010 - 00:11
Kommentar Nr.: 7254
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ich wusste es Q______Q!! <3 <3
ich wusste, dass er um seine hand anhalten würde Q^Q
das is so schön <3 ein wahnsinnig gelungener abschluss.
die ff war wirklich absolut brilliant, schade dass es schon enden musste qq
ich kann wirklich nur lob aussprechen, obwohl die ff weit mehr verdient hätte. wirklich. bravo :D
<3
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Kommentar von: Inura
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Username: Inura
Datum: 19.04.2010 - 21:55
Kommentar Nr.: 7236
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waaah <3 so toll q^q
du verbindest deine beiden ffs miteinander Q^Q das lässt mein ff-herz höher schlagen <3
und ich bin schon soooo gespannt auf die überraschung Q^Q kanns kaum erwarten!~
schreib also bitte bitte schnell weiter <3
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Kommentar von: BsuffaneMarille
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Username: BsuffaneMarille
Datum: 17.04.2010 - 09:03
Kommentar Nr.: 7227
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Das warten hat sich wirklich gelohnt!
Gott sei Dank geht es endlich weiter. Finde die Story nach wie vor einfach klasse.
Lg
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