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Archiv > Weiß Kreuz > Mondnacht: Schuldig

y Mondnacht: Schuldig
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Beendet
Ab 18 Jahren Deutsch 03.05.200503.05.2005 176578 5.00
Bei 5 Vote(s)
343
Autor: wildest_angel
Pairing: Schuldig X Ken
Kategorien: Romantik, Komödie
Inhalte: Lemon
Einführung: Ich habe es gewagt, meine Freunde zu einer Challenge herauszufordern... *drop* Hier mein Ergebnis: Ken kommt dahinter, daß er und Schuldig ein ähnliches Hobby teilen. Was die beiden eigentlich zusammenbringen könnte - gäbe es da nicht ein kleines Problem in Form eines Telekineten und anderer uneinsichtiger Teammitglieder...
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y Kapitel 1
Autor: wildest_angel
Rating: MA
Pairing: Schuldig X Ken
Warnungen: wie immer bei mir... OOC und lemon *drop* Und wieder mal sappy ohne Ende! *vorwarn*

Disclaimer: *seufz* Muss ich wirklich? Ja? Na gut.... Nein, von Alledem gehört mir nichts, außer der Idee... Mann, das nervt!

Comment: Da sich das oben genannte Pairing inzwischen zu meiner favorisierten Konstellation entwickelt hat, und das Lieblingspairing der wundervollen Dhala_Elena_Angel aus Aya und Ken besteht, hatten wir eine herrliche Idee:

Man nehme Ken, eine bestehende Beziehung einer der Hauptakteure, die Zusammenführung von Schwarz und Weiß (wobei diese nicht wegen der Beziehung oder dem endgültigen Pairing geschehen darf), eine Vollmondnacht, ein Eishockeyspiel, einen Spiegel in einem öffentlich zugänglichen Gebäude und den Besuch einer Disco, bei dem sich die beiden Hauptpersonen ihrer Gefühle bewusst werden sollen, mixe das Ganze gut durch - und heraus kommt die Mondnacht-Challenge... *drop*

Welcher Teufel uns da geritten hat, ist nicht mehr nachvollziehbar... (Und wer sich angesprochen fühlt, bei diesem Irrsinn mitzumachen, sei herzlich dazu eingeladen! Es gibt ja außer Schuldig und Aya noch weitere Personen, die auf Ken scharf sein können, oder?)

Und wie ich erfahren habe, wird sich auch die fantastische Brad-san an dieser Challenge beteiligen! Ihr könnt euch also schon mal auf zwei einmalige weitere Geschichten freuen!

Sachliche Fehler bitte freundlicherweise ignorieren.. *drop*
Und sorry für das, was ich hier aus Schuldig gemacht habe...
Mein ganzer Dank geht an meinen lieben Beta-Leser, für die tolle Arbeit, die er sich gemacht hat! Bist `n Schatz! *knuddel* ;-)


Auf jeden Fall ist hier meine Lösung:



MONDNACHT: SCHULDIG






"Verdammter Mist!" Crawford starrte wütend auf das Telefon in seiner Hand, aus dem nach einem Gespräch nur noch das Tuten des Freizeichens ertönte. "Das darf doch gar nicht wahr sein!", tobte der Amerikaner völlig außer sich. Zitternd und blass setzte er sich wieder hinter seinen riesigen Schreibtisch, schloß die Augen und atmete erst mal tief durch. Das Telefonat eben konnte doch nur ein Alptraum gewesen sein! Doch der Schwarzhaarige war zu sehr Realist, um sich mit diesem Gedanken zu trösten. Entschlossen stand er wieder auf, durchquerte sein Arbeitszimmer, öffnete die Tür und brüllte: "Nagi! Farf! Schuldig! In mein Büro - SOFORT!" in den verwaisten Gang. Dann kehrte er mit hängenden Schultern wieder an seinen Platz zurück.

Der Ire legte in seinem Kellerverschlag das Messer, daß er bis eben liebevoll geschliffen hatte, beiseite, sah verwundert auf, erhob sich dann aber und stieg langsam die Treppe nach oben, um dem eindeutigen Befehl Folge zu leisten.

Schuldig war damit beschäftigt, sich von dem kleinen Telekineten verwöhnen zu lassen, der gerade die beachtliche Erektion des Deutschen mit seiner weichen, geschickten Zunge bearbeitete. Als der kleinste Schwarz jedoch die Stimme seines Ziehvaters hörte, klappte er vor Schreck die Kiefer zusammen. Schuldig jaulte auf, als die spitzen Zähne schmerzhaft in sein edelstes Teil schlugen. "Sag mal, spinnst du?", brachte er atemlos und mit tränenschimmernden Augen heraus. Dieser Schmerz war so ziemlich das Schlimmste, das er je erlebt hatte! Augenblicklich schrumpfte die stolze Größe auf das Normalmaß zusammen. Aus zusammengekniffenen Augen sah er verwundert, wie sich sein kleiner Schatz aus dem breiten Bett erhob, seine Kleider zusammensuchte und hastig begann, sich anzuziehen. "Hä? Was wird das, wenn`s fertig ist?", knurrte der Telepath wütend und mit immer noch schmerzdurchtränkter Stimme. Fragend sah Nagi ihn an. "Brad hat uns gerufen. Hast du das nicht gehört?" Ohne ein weiteres Wort -und was den Langhaarigen besonders wurmte: ohne ein Wort der Entschuldigung für die Misshandlung!-, stürmte Nagi aus dem Zimmer, sich im Laufen noch den zweiten Schuh anziehend. Mürrisch stand nun auch der Telepath auf. "Brad hat gerufen...", äffte er seinen kleinen Schatz genervt nach. Doch er wusste, wenn der Oberboss nach ihnen verlangte, war es besser, diesem Ruf augenblicklich zu folgen. Wenig später war auch Schuldig angezogen und auf dem Weg in Crawfords Büro.

Farfarello und Nagi waren schon lange anwesend, als sich der Deutsche endlich die Ehre gab, in den heiligen Hallen des Amerikaners aufzutauchen. Der Schwarzleader saß immer noch geknickt hinter seinem Schreibtisch und schien die Anwesenden gar nicht richtig wahrzunehmen. Schuldig lehnte sich mit vor der Brust verschränkten Armen gegen die Wand neben der Tür und fragte sich, was um Himmels Willen den sonst so kühlen und immer gefassten Crawford aus der Bahn geworfen haben könnte. In diesem Moment fing ebendieser an, mit eindeutig brüchiger Stimme zu sprechen: "Takatori wurde ermordet." Fünf Augen weiteten sich entsetzt und starrten den Schwarzhaarigen an. "Das hat mir ein Agent von Kritiker soeben mitgeteilt, zusammen mit einer Aufforderung: Wir sollen für Kritiker arbeiten."

Die drei überrumpelten Schwarzmitglieder redeten wild durcheinander, ließen ihrer Empörung freien Lauf. Crawford hörte sich die Schnatterei etwa dreißig Sekunden an, bevor er "Ruhe!" brüllte. Sofort erstummten die Protestlaute und der Leader konnte in normaler Lautstärke weiterreden: "Ihr seid euch der Situation nicht ganz bewusst, Leute. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als das _freundliche Angebot_ anzunehmen. Sonst werden ein paar unschöne Tatsachen über uns bei der Polizei landen. Und was das bedeutet, wisst ihr ja. Also, packt eure Sachen; wir ziehen um!"

Schuldig hatte sich nach wenigen Augenblicken als erster von dem Schock erholt und fragte vorsichtig: "Öhm... Brad? _Wohin_ ziehen wir?" Vor dieser Frage hatte sich der Amerikaner gefürchtet. Er holte tief Luft, sah jeden einzelnen seiner Männer fest an, ehe er antwortete: "Ins Koneko. Zu Weiß." Diese Worte löste bei den restlichen Schwarzmitgliedern unterschiedliche Reaktionen aus. Farfarello giggelte hysterisch und murmelte etwas von "Kätzchen quälen"; Nagis Augen wurden tellergroß, sein Gesicht nahm eine kalkweisse Blässe an, während die Gegenstände auf Crawfords Monsterschreibtisch gefährlich zu wackeln begannen; Schuldig senkte fassungslos die Lider und flüsterte entgeistert: "Womit hab ich _das_ verdient?" Crawford konnte sein Team nur zu gut verstehen.


-zur gleichen Zeit in einem anderen Stadtteil-


Bewusst ruhig legte Aya den Hörer auf das Telefon und schloß für einen Moment die Augen, um so seine innere Stabilität wiederzugewinnen. Dann drehte er sich zu seinen Kameraden um, die neugierig hinter ihm standen und das Telefonat, so gut es ging, belauscht hatten. "Takatori ist tot und wir bekommen Zuwachs", meinte er fast beiläufig in seiner gewohnt kühlen Art. Omi begriff als Erster, was der Rothaarige damit sagen wollte. "Das... das ist jetzt nicht dein Ernst! Nicht die!!!", quietschte er entsetzt. Ken schaute verständnislos zu Aya, dann zu Omi, dann wieder zurück zu Aya. Irgendwie hatte er das blöde Gefühl, daß ihm soeben ein ganz wichtiger Fakt entgangen war. Yohji starrte mit undefinierbarem Gesichtsausdruck auf seinen Anführer, drehte sich dann auf dem Absatz um, rauschte divamässig aus der Tür, die er mit einem mächtigen Knall hinter sich ins Schloß warf.

`Okay, der hat auch kapiert, was abgeht`, schoß es durch Ayas Kopf. Omi vor ihm sah immer noch aus wie ein Fisch auf dem Trockenen, er öffnete und schloß seinen Mund, ohne auch nur einen Buchstaben herauszubringen. Nur Ken guckte nach wie vor genauso irritiert wie vor wenigen Sekunden. Innerlich seufzend beschloß der Rothaarige, seinem Kameraden klarzumachen, was auf sie alle zukam. "Ken, Kritiker hat Schwarz übernommen. Sie werden ab sofort mit uns zusammenarbeiten. Und hier einziehen." Aya wunderte sich selbst, wie gelassen diese Worte über seine Lippen kamen. Da wurde gerade sein schlimmster Alptraum wahr, und er nahm es ganz cool hin. Naja, nicht wirklich, aber das musste ja niemand wissen. Fasziniert beobachtete der Schwertkämpfer, wie der hauseigene Fußballer zuerst verwirrt blinzelte, dann Verstehen in seinen Augen aufleuchtete und er sich kraftlos gegen die Wand fallen ließ. Ein hilfloses Grinsen zog sich über sein Gesicht. "Du machst Witze, oder?" Aya begnügte sich damit, eine Augenbraue nach oben zu ziehen und den Braunhaarigen mit einem Deathglare der übelsten Sorte zu bedenken. Das war dem Jüngeren Antwort genug. Er ließ sich an der Wand nach unten rutschen, saß zusammengekauert und fertig mit der Welt auf dem Boden. Dabei schüttelte er resigniert den Kopf.

Auch Omi hatte seine Fassung noch nicht wiedererlangt, als der Rothaarige an ihm vorbeistolzierte, kühl und unbeteiligt wie immer, und über die Schulter hinweg zu den beiden verbliebenen Weißmitgliedern meinte: "Ihr könnt euch ja schon mal überlegen, wo wir die vier morgen einquartieren!" Dann beschleunigte er seine Schritte, bevor Omi und Ken klarwerden konnte, _was_ er da eben gesagt hatte. Nur unwesentliche Zeit später schallte ein entsetztes: "Morgen? AYA!!!" durch die Wohnung.

Omi stand immer noch vor Ken und sah ihn fassungslos an.
"Das darf nicht wahr sein!", hauchte er entgeistert, ohne zu bemerken, daß der Brünette apathisch ins Leere starrte.
Der Fußballer war geschockt. Schwarz zogen hier ein! Das war nicht gut, gar nicht gut! Verdammt! Verdammt!! Verdammt!!! Es störte Ken nicht, daß sie Zuwachs bekommen sollten. Nein, das war es nicht, was ihn soeben aus der Bahn geworfen hatte. Es war ihm völlig egal, daß er in Zukunft die Anwesenheit von Oracle, Berserker und Prodigy zu ertragen hatte. Wenn es nur das gewesen wäre... Aber zu dem zweiten Team gehörte leider auch Mastermind. Und dessen Gegenwart konnte Ken mit Sicherheit nicht auf Dauer aushalten. Es war schon schlimm genug, daß er dem langhaarigen Telepathen ständig bei Aufträgen über den Weg lief! Und nun sollte er hier mit ihm unter einem Dach wohnen! Das war... einfach nur gemein! MUSSTE das sein, daß der hier einzog?


-vier Wochen später-

Die Turbulenzen des Einzugs der vier Schwarz hatten sich halbwegs gelegt, im Gegensatz zu den Ressentiments, die sich die beiden Gruppen nach wie vor entgegenbrachten. Um die Chancengleichheit einigermassen zu bewahren, hatte Aya beschlossen, die Zimmeraufteilung derart zu gestalten, daß immer einer seines Teams neben einem der Gegener -oder wohl eher Ex-Gegner- lebte. Er selbst hatte den Amerikaner neben sich einquartiert, und so sichergestellt, daß er einen äußerst ruhigen Zimmernachbarn hatte. Dafür musste Yohji unter Protest seine gewohnte Umgebung räumen und ein Zimmer weiter hinten einziehen. Als der Playboy jedoch seine Sachen in den neuen Raum gebracht hatte -was natürlich nur mit Geschrei ging, schon aus Prinzip!-, war er insgeheim begeistert. Erstens war sein Zimmer jetzt um einiges größer als das alte, und zweitens lag es näher am Bad, was er für einen unschätzbaren Vorteil empfand. Damit war der Älteste fast schon zufrieden. Das einzige, was Yohji noch störte, war die unmittelbare Nähe zu dem weißhaarigen Iren, der seitdem neben ihm wohnte. Obwohl auch von dem nur selten etwas zu hören oder zu sehen war...

Im zweiten Stock grummelte Ken vor sich hin. Er hatte sein Zimmer behalten dürfen, doch neben ihm war der dauergrinsende Orangehead eingezogen. Ausgerechnet! Das allein wäre ja noch nicht so übermässig tragisch gewesen, doch leider war Schuldig mit Naoe liiert. Und was bei den beiden jede Nacht abging, passte auf keine Kuhhaut. Ken dachte allen Ernstes schon darüber nach, ob er Ohrenstöpsel oder Schlaftabletten verwenden sollte, um seinen wohlverdienten Schlaf zu bekommen. Ähnlich erging es Omi, dessen Zimmer ja zwischen Schuldigs und Nagis lag. Der Blondschopf hatte auf jeden Fall die Arschkarte gezogen, denn wenn das Pärchen sich ausnahmsweise mal nicht in Schuldigs Zimmer vergnügte, dann trieben sie ihre Spielchen eben bei Nagi. Wenn Ken also seine Ruhe hatte, wurde Omi auf jeden Fall gestört. Nach der ersten Woche sahen die beiden jüngsten Weiß aus wie lebende Leichen.

Das Zusammenleben mit dem zweiten Team hatte jedoch auch seine lustigen Seiten, wie Ken eines Morgens feststellte, als er auf dem Weg ins Bad war. Kaum hatte er seine Tür geöffnet, flog auch Schuldigs Zimmertür auf. Der Langhaarige schoß mit einer unglaublichen Geschwindigkeit über den Gang, dicht gefolgt von seinem kleinen Lover. Als der Deutsche seine Hand nach der Klinke der Badtür ausstreckte, verlor er im wahrsten Sinne den Boden unter den Füßen. Nagi sah anscheinend gar nicht ein, zu warten, bis sein großer Geliebter mit der Morgentoilette fertig war - was unter Umständen Stunden dauern konnte. So beförderte er den laut protestierenden Telepathen einfach an die Decke und ließ ihn da hängen, während der Kleine seelenruhig das Bad für sich eroberte. Ken beobachtete diese Szene, er lachte dabei, daß ihm Tränen über das Gesicht liefen. Das Geschrei des Anderen trug auch nicht dazu bei, sich zu beruhigen. Im Gegenteil. Der Fußballer platzierte sich geduldig vor der Badtür, warf einen schiefen Seitenblick an die Decke. "Wie ist die Luft da oben?", platzte er prustend heraus, was ihm ein wiederholtes Geplärr des Telepathen einbrachte, der inzwischen dazu übergegangen war, Nagi mit unglaublich schmerzhaften und exotischen Todesarten zu drohen. Ken konnte seinen Blick nicht von dem schwebenden Mann abwenden, immer wieder brach er in neues Gelächter aus. Dann endlich öffnete sich die Badtür, Nagi schaute Ken grinsend an und hielt ihm höflich die Tür auf, was einen erneuten Wutanfall des Deutschen heraufbeschwor. Naoe zwinkerte dem Fußballer verschwörerisch zu, der ebenso zurückzwinkerte und eilig das Bad betrat. Von dort hörte der Braunhaarige die leisen, sich entfernenden Schritte des Telekineten und, einige Zeit später, einen lauten Plumps, gefolgt von einem heftigen Aufschrei, als Schuldig hart Bekanntschaft mit dem Boden schloß, was Ken natürlich wieder zu neuem Gelächter reizte.

Auch war es für die vier Weißjungs ziemlich praktisch, da sie jetzt Verstärkung in ihrem Blumenladen hatten und so, durch die Halbierung der Schichten, mehr Zeit für private Belange übrig blieb. Vor allem Ken nützte das großzügig aus, er konnte nun fast jeden Nachmittag oder Abend zum Fußballtraining verschwinden. Außerdem hatte er bemerkt, daß er durchaus nicht der Einzige war, der sich regelmässig mit einer großen Sporttasche bewaffnet auf den Weg machte. Zuerst war er reichlich verdutzt gewesen, als er mitbekommen hatte, daß Schuldig mindestens viermal in der Woche schwer bepackt in einem schicken Jogginganzug das Haus verließ und erst Stunden später völlig ausgepowert und oft mit blauen Flecken übersäht zurück kam. So hätte er den sarkastischen Deutschen niemals eingeschätzt! Neugierig geworden, beschloß der Braunhaarige eines Tages, dem Orangehead einfach zu folgen. Er war mehr als gespannt, welchen Sport der Größere in seiner Freizeit so trieb - vom Leute ärgern mal abgesehen.

Ken schlich also unauffällig hinter dem Deutschen her und beobachtete verwundert, daß der nach kurzer Zeit in einem grauen Betonbau verschwand. Der Fußballer begutachtete das Gebäude eine ganze Weile, bis ihm ein Licht aufging und ein breites Grinsen über sein Gesicht spielte. Eine Eishalle! Schuldig ging Schlittschuhlaufen! Also, _das_ musste er sich ansehen, auf jeden Fall! In Gedanken stellte er sich den Größeren schon in einem engen Dress tollpatschig zu klassischer Musik über die Eisfläche hopsend vor. Eine Überlegung, die ihm augenblicklich wieder Lachtränen in die Augen trieb. Jetzt hatte er endlich mal etwas, mit dem er Schuldig bis auf die Knochen blamieren konnte!

Aus dem Stadion drang Musik und Lärm, das zischende Geräusch der Kufen auf dem Eis konnte man bis auf die Straße hören. Immer noch kichernd betrat Ken die Halle. Das erste, was ihm auffiel, war, daß ziemlich viele Leute anwesend waren. Das zweite war, daß hier keineswegs Eiskunstlauf stattfand, sondern ein rasantes Eishockeyspiel. Suchend ließ Ken seinen Blick über das Publikum schweifen. Doch in der Menge war keine orange Mähne zu entdecken... Fasziniert richtete er dann seine Aufmerksamkeit auf das laufende Match. Die Jungs sahen in ihren gepolsterten Outfits und den knielangen Hosen richtig sexy aus, befand er. Kein Wunder, daß auch viele Mädchen im Stadion anwesend waren und sich die Lungen aus dem Hals schrieen, um die Spieler anzufeuern. Im Großen und Ganzen herrschte eine ausgelassenere Stimmung vor, als er jemals auf dem Fußballplatz erlebt hatte. Und die Schnelligkeit und Härte des Spiels zog ihn augenblicklich in den Bann.

Ken suchte sich einen Platz an der Längsseite des Spielfeldes, direkt an der Bande. Von dort aus hatte er einen guten Überblick über die gesamte Eisfläche. Die Spieler flogen nur so an ihm vorbei, er konnte nicht umhin, die Eleganz zu bewundern, mit der sie sich über das Eis bewegten. Dann plötzlich... Nein, er musste sich geirrt haben! Mit aufgerissenen Augen schaute er auf einen Spieler, unter dessen Helm eine erstaunliche Menge an orangen Strähnen hervorquoll. Der Braunhaarige vergaß vor Schreck fast zu atmen. Er versuchte sich gerade verzweifelt einzureden, daß es sich dabei auf gar keinen Fall um den wehleidigen Deutschen handeln konnte, als ebendieser genau vor Ken von einem Gegner mit Wucht gegen die Bande gedrängt wurde, daß es nur so krachte. Eine Sekunde lang trafen sich die Blicke der grünen Augen des Mannes auf dem Eis und der braunen des Jüngeren im Publikum. Nun war jeder Zweifel beseitigt: Schuldig spielte Eishockey! Und das noch nicht mal schlecht, was Ken so beurteilen konnte, als er den Telepathen weiter beobachtete. Der Deutsche hatte eine unglaubliche Körperbeherrschung, bewegte sich schnell und gewandt und schien die Situationen und vor allem seine Torchancen instinktiv zu erkennen. Die leise Bewunderung für den Älteren, die Ken verpürt hatte, als er Schuldig auf dem Eis erkannte, wuchs, je länger er ihm zusah.

In sich hinein grinsend stellte der Braunhaarige auch fest, daß der Deutsche keiner Rangelei auf dem Eis aus dem Weg ging und das ein oder andere Mal ganz schön unfaire Tricks anwandte, um einem Gegenspieler die schwarze Gummischeibe abzujagen, was mittendrin auch mal den Schiedsrichter auf den Plan rief, der dem Langhaarigen wild gestikulierend eine Strafzeit aufbrummte. Als das zum dritten Mal geschah, bahnte sich Ken lächelnd seinen Weg durch die Menschenmenge, bis er vor der halbhoch verglasten Kabine der Strafbank stand. Der Kleinere klopfte an die Scheibe, um so die Aufmerksamkeit des Telepathen zu erhalten, der dann auch seinen Kopf prompt in die Richtung des Geräusches drehte. "Hat dir noch niemand gesagt, daß man auf der Strafbank keine Spiele gewinnt?", rief er, mühsam die laute Geräuschkulisse übertönend, seinem Mitbewohner zu. Schuldigs Antwort bestand aus einer herausgestreckten Zunge. Lachend machte sich Ken auf den Rückweg zu seinem Platz. Er konnte sich über die Widersprüche in Schuldigs Person wirklich nur wundern! Einerseits war der sowas von kindisch und albern, andererseits schien er echtes Vergnügen an dieser rauhen Sportart zu haben.

Gebannt beobachtete Ken die fast schon katzenhaften Bewegungen Schuldigs, der sich inzwischen wieder auf dem Eis befand. Unbewusst war der Fußballer dazu übergegangen, den Langhaarigen jedesmal laut anzufeuern, wenn dieser mit dem Puck aufs gegnerische Tor zuraste. Vergnügt bemerkte Ken, daß Schuldig, als er wieder einmal an ihm vorbeiflitzte, kurz den Kopf in seine Richtung drehte. Dabei übersah der Deutsche leider einen Gegenspieler, der diese Sekunde der Unaufmerksamkeit gemeinerweise ausnutzte und dem Telepathen die schwarze Scheibe klaute. Schuldig wollte bremsen, um sofort die Verfolgung aufzunehmen. Allerdings zog es ihm dabei die Schlittschuhe unter dem Körper weg, so daß er der längs nach auf Eis knallte und mit Schwung auf dem Bauch über die Spielfläche schlitterte. Ken bekam einen Lachanfall, als er diese Szene mitansah und das entgeisterte Gesicht des Langhaarigen erkannte. `Gott, ist der süß!`, schoß es ihm durch den Kopf. Ein leichter Anflug von Neid auf Nagi machte sich in ihm breit.

Während der gesamten Spielzeit ließ der Fußballer seinen neuen Teamkameraden nicht aus den Augen. Beim Schlußpfiff des letzten Drittels verkündete der Stadionsprecher: "Die Tokyoter Murmeltiere gewinnen mit sieben zu drei!" Schuldig riß seinen Schläger in die Luft und hopste wie ein Gummiball über das Eis. Ken musste sich an der Bande festhalten, um nicht vor Lachen zu Boden zu gehen. Murmeltiere? Schuldig spielte für die Murmeltiere??? Der Braunhaarige schlang einen Arm um seinen Bauch und japste mühsam nach Luft. Also, das war dann doch mit der blödeste Name für eine Eishockeymannschaft, den er jemals gehört hatte! Er stand immer noch hysterisch kichernd an seinem Platz, wieder einmal liefen ihm Tränen über die Wangen, als plötzlich hinter ihm eine Stimme ertönte: "Was gibts da zu lachen?" Ken wandte den Kopf und sah genau in die strahlend grünen Augen Schuldigs, der sich in Rekordzeit geduscht und umgezogen haben musste. Hilflos giggelnd stotterte er: "Mu... Mu... Murmeltiere!", bevor ihn ein neuer Lachkrampf schüttelte. Der Deutsche verdrehte genervt die Augen. "Na und?", meinte er beleidigt, "Kommts auf den Namen an?" Ken schüttelte nur schwach den Kopf, er hatte schon Bauchweh vor Lachen. Dann riß er sich zusammen und meinte versöhnlich: "Wie schauts aus? Gehen wir zusammen nach Hause, oder hast du noch was vor?" Verwundert schaute ihn der Größere an. Das war wohl eindeutig ein Friedensangebot! "Ich hab nichts vor und gegen Begleitung hab ich nichts einzuwenden", gab er schließlich zurück. Damit schnappte er sich seine Sporttasche und sah den anderen auffordernd an.

Auf dem Heimweg ließen sich die beiden Zeit und unterhielten sich angeregt. Ken war ehrlich überrascht, daß Schuldig anscheinend ein ebenso begeisterter Sportler war wie er selbst. Die kleinen Verletzungen und massenweise blauen Flecke, die er davongetragen hatte, störten den Deutschen kein bisschen. Vor dem Koneko angekommen, hatten sie so etwas wie Freundschaft geschlossen, was Ken unheimlich freute. "Die anderen sind wohl nicht zu Hause", stellte Schuldig trocken fest, als sie das stille Haus betraten. Insgeheim war er froh darüber. Ken nickte zur Bestätigung. Müde und kaputt schlichen die beiden Sportler die Treppe in den zweiten Stock hoch.

Vor Kens Zimmer meinte der Orangehead: "Wenn du magst, kannst du jederzeit wieder mitkommen!"
"Ja, damit du noch mal auf die Schnauze fliegst, wenn du zu mir rüberguckst!", erwiderte Ken amüsiert. "Aber im Ernst, ich werd gern mal wieder zusehen, wenn du spielst."
Schuldig strahlte den Kleineren begeistert an, was Ken unweigerlich einen heißen Schauer über den Rücken jagte. Der Braunhaarige kannte nur das spöttische Grinsen im Gesicht des Älteren, aber diesen unglaublich hübschen, warmen Ausdruck sah er zum ersten Mal. Und er wollte das noch ein wenig länger auskosten. "Soll ich dir deine Blessuren verpflastern?", fragte er daher freundlich, schließlich wusste er aus eigener Erfahrung, wie schwer es war, alleine an sämtliche Kratzer und Blutergüsse zu kommen, um diese zu behandeln. Zu Kens eigener Überraschung sah der Größere ihn mit erstaunter Miene an und nickte freudig. `Sowas scheint er wohl nicht gewohnt zu sein`, dachte der Fußballer bei sich, als er den Anderen hinter sich ins Bad zog.

Dort angekommen, wand sich der Orangehead ohne Umschweife aus seinem Sweatshirt und stand nach wenigen Augenblicken mit nacktem Oberkörper vor Ken. Der Braunhaarige schluckte, schloß kurz die Augen, wies dann den Anderen an, sich auf den Rand der Badewanne zu setzten und begann, die einzelnen kleinen Verletzungen mit einer Salbe einzucremen. Ken musste sich unheimlich beherrschen, um die Verarztung nicht in ausgeprägte Streicheleinheiten ausarten zu lassen. Schuldigs Haut fühlte sich unter seinen massierenden Fingerspitzen so gut an, samtig, einfach wie geschaffen, um darüber zu streicheln. Krampfhaft konzentrierte sich der Fußballer auf seine Arbeit und versuchte, die Schmetterlinge, die bei diesen Berührungen plötzlich durch sein Innerstes flatterten, zu ignori ...

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y Die letzten 5 Kommentare
Kommentar von: Salmara
Username: Salmara
Datum: 10.05.2005 - 13:54

Kommentar Nr.: 416
oooohhhhhh!!!!!!!!! Ist das SÜÜßßß!!!! Ja die beiden gehören echt zusammen^^
Ich wusste es doch, Omi und Nagi vorschicken^^
Deine Lösung ist echt klasse, aber so nen Arbeitsplan möchte ich auch nie haben.
Ich hoffe du beglückst uns bald mal wieder mit was nettem^^
Kommentar von: Salmara
Username: Salmara
Datum: 09.05.2005 - 20:50

Kommentar Nr.: 415
Tja, ich würde sagen, lasst Nagi und Omi anfangen und haut dann Aya einfach nackte Tatsachen an den Kopf^^
Nein mal im Ernst, du wirst dir bestimmt was nettes eingefallen lassen haben!
Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf und freu mich schon, wie es ausgeht!
Bis Morgen?!
Deine treue Sal
Kommentar von: Yuki_chan
Username: Yuki_chan
Datum: 04.05.2005 - 18:12

Kommentar Nr.: 413
Eigentlich steh ich ja eher auf das Pairing Aya und Schu, aber diese Story ist soooo süüüüß!!!!! ^^
Total niedlich wie Schuldig sich über den Schiedsrichter aufregt!!!XD
Ich hoffe allerdings, es gibt ein Happy End und dieses dumme Missverständnis - was es doch wohl hoffentlich bloß war - regelt sich auch noch!!! *ansonsten werd ich ganz pöse*
Cu Yuki_chan.
Ps: Schreib jah weiterhin so klasse Storys!!! >__<
Kommentar von: Salmara
Username: Salmara
Datum: 04.05.2005 - 17:45

Kommentar Nr.: 412
Mano bist du GEMEIN!!!! Der Arme Ken, wie kannst du nur so gemein zu ihm sein??? Du hättest ihn doch einfach nur nicht blind durch sein eigenes Zimmer rennen lassen brauchen... dann währ es viel einfacher gewesen^^
Wann stellst du den nächsten Teil on?? smile
Ich warte schon sehnsüchtig!^^
Kommentar von: Brad-san
Username: Brad-san
Datum: 04.05.2005 - 16:14

Kommentar Nr.: 411
Hi Große,
nun hab ic hes mir in dieser Version noc heinmal durchgelesen. Klingt nicht schlecht. Nein ehrlich, es ist super.
Ich finde es super, wie du die verschiedenen Elemente eingebracht hast. Wirklich (vor allem beim noch kommenden Mond *g*) hab ich zuerst gar nicht kapiert, dass es um Handlungselement ging. Echt klasse.
Und voll süß.
Braddy
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