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Unusual Love |
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| Status |
Alter |
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Veröffentlicht |
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Beendet
| Ab 18 Jahren |
Deutsch |
22.03.2005 | 22.03.2005 |
751057 |
4.84 Bei 19 Vote(s) |
1285 |
| Autor: |
Lestat |
| Pairing: |
Ken x Schuldig |
| Kategorien: |
Romantik |
| Inhalte: |
Limone, Lemon |
| Einführung: |
Ken entdeckt seine Liebe zu Schuldig, der aber nichts von ihm wissen will... |
| Kommentare: |
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Bewertung: |
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Kapitel 10
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Titel: Unusual Love
Teil: 10
Autoren: Wildest_Angel & Lestat
E-Mail: Wildest_Angel@gmx.de & XlXLestatXlX@aol.com
Fanfiction: Weiß Kreuz
Rating: MA
Warnung: Lime
Pairing: Schuldig x Ken
Disclaimer: All diese Charaktere sind Kyoko Tsuchiya entsprungen
und nicht unserer Vielseitigkeit. Aber wir haben sie uns eben mal ge-
borgt, damit wir ein paar Leutchen unterhalten können. Wir verdienen
keinen müden Euro damit. ^ ^°
Kommentar: Diese FF ist eine Zusammenarbeit von der wunderbaren
Wildest_Angel und von meiner Wenigkeit. Wildest ist für den guten
Schu zuständig und ich für den lieben Ken. (So am Rande mal erwähnt...
^ ^) Wir hoffen selbstverständlich, dass euch diese FF gefällt. Wenn
nicht, dann eben mit E-Mails oder Kommentaren bombardieren... (aber
natürlich könnt ihr auch nette Sachen mailen oder im Kommentar schrei-
ben. *kicher*)
____________________
Ken lag lächelnd auf seinem Bett. Die "Unterhaltungen" mit Schuldig
gefielen ihm langsam aber sicher immer besser. Jetzt allerdings be-
merkte er, dass die Gedanken des Telepathen ruhiger und seichter
wurden. Es schien, als würde der Deutsche einschlafen. Für eine
kurze Weile war es tatsächlich fast still in Ken’s Kopf. Die Lippen
immer noch zu einem leichten Schmunzeln verzogen, schloss er
seine Augen, drehte sich auf die Seite und kuschelte sich bequem in
seine Kissen. Schon spürte er, wie er leicht wegdämmerte. Doch
plötzlich funkten Bilder und Szenen vor seinen gesenkten Lidern auf,
wie sie schrecklicher nicht sein konnten. Entsetzt setzte sich der
Braunhaarige kerzengerade in seinem Bett auf und öffnete mit
großer Anstrengung die Augen. Allerdings verschwanden damit
nicht die Imaginationen, die sich in seinem Geist abspielten.
Immer und immer wieder die gleichen Begebenheiten...
**
<<Ein kleiner Junge mit einem flammend orangen Haarschopf, dessen
Strähnen kurz geschnitten in alle Himmelsrichtungen abstehen, sitzt in
einem Sandkasten und guckt eine junge, hübsche Frau mit auffallend
grünen Augen an.
"Mami, warum machst du dir so große Sorgen um mich?"
Die Frau sieht überrascht und aus ihren trüben Gedanken gerissen zu
dem vielleicht vier Jahre alten Kind, verwundert über diese erwachsene
Frage. Sie seufzt schwer.
"Eben genau deswegen, Schatz..."
Tränen sammeln sich schimmernd in ihren Augen, als sie zusieht, wie ihr
Sohn auf sie zutapst, sie freundlich anstrahlt und dann mit der Unbe-
holfenheit kleiner Kinder über ihre Hand streichelt....
*
Dieselbe hübsche Frau steht in einer Tür und schaut mit panischem
Ausdruck auf ihren Sohn, der nur unwesentlich älter scheint als zuvor.
Das Kind wird grob am Oberarm gepackt und herumgewirbelt. Als es
aufsieht, erblickt es ein brutal aussehendes Gesicht, vor dem es sich
verständlicherweise fürchtet. Der Junge schreit nach seiner Mutter,
während er ruckartig weggeschleift wird. Er schaut über die Schulter
zurück, sieht die Frau auf die Knie sinken, hört sie laut schluchzen
und seinen Namen rufen. Der Mann, der ihn gepackt hat, donnert
zornig: "Halt endlich die Klappe, du elende Schlampe! Du hast die
Wahl. Entweder, ich nehme deinen Balg mit, und er wird leben, oder
ich erschieße ihn hier auf der Stelle. Was ist dir lieber?"
Dann wird der Junge grob hochgehoben, und obwohl er strampelt,
zappelt und sich gegen den Griff wehrt, hat er keine Chance. Heu-
lend wirft er einen letzten Blick auf seine Mutter...
*
Er blickt in einen Spiegel. Was er darin erkennt, erschreckt ihn selbst.
Das leuchtend orange Haar ist bis auf wenige Millimeter über der
Kopfhaut abgeschnitten, das Gesicht ist ausgezehrt, wächsern weiße
Haut spannt sich pergamentartig über die Wangenknochen. Die grü-
nen Augen haben einen fiebrigen Glanz und sind von zu viel Leid
geprägt, wie die Augen eines alten Menschen, nicht wie die eines
etwa achtjährigen Kindes. Rote, kreisrunde Male zieren seinen Haar-
ansatz rund um den Kopf, dort, wo die Elektroden der Maschinen die
Haut verbrannt haben. Ein müder Blick fällt auf seine Arme, die in allen
möglichen und unmöglichen Tönen von Schwarz über Violett, Grün
und Blau bis zu Gelb leuchten, Erinnerungen an eine Unzahl von
Injektionen der verschiedensten gehirnstimulierenden Chemikalien.
Arme, die nur aus Haut und Knochen zu bestehen scheinen. Heiße
Tränen, die von unendlicher Qual zeugen, tropfen auf die durch-
scheinende Haut, brennen dort wie ätzende Flüssigkeit...
*
Eine schwere Pistole liegt in einer Kinderhand, die kaum groß genug
scheint, die Waffe halten zu können. Aus einem Lautsprecher dringt
eine blecherne Stimme:
"Drück ab! Erschieß ihn, oder wir bringen zuerst ihn um und danach
dich!"
Er schaut auf das fahle, angsterfüllte Gesicht des Anderen, der kaum
älter ist als er selbst. Also so um die zehn.
"Versager haben kein Recht zu leben! Töte ihn, oder du stirbst!"
Der Junge vor ihm ist Marcel, sein Freund. Der einzige, den er je hatte.
Der Mensch, der ihm so oft Mut gemacht hat, durchzuhalten. Doch
Freundschaft darf hier nicht existieren. Nicht hier und auch sonst nir-
gendwo. Freundschaft, Gefühle oder gar Mitleid haben in seinem
Leben nichts verloren. Nicht mehr. Das ist die Lektion, die das Leben
heute für ihn bereithält.
"Bitte... Tu es nicht....", fleht der andere Junge leise, seine Stimme
bebt bei diesen Worten.
Er hört das metallische Knacken, als hinter ihm eine weitere Pistole
entsichert wird.
"Verzeih mir...", flüstert er unhörbar, schließt die Augen, in denen
ungeweinte Tränen brennen wie flüssiges Feuer, und drückt den Ab-
zug der Waffe durch. Der Rückschlag jagt schmerzhaft seinen Arm
hinauf und beißt sich in der Schulter fest. Doch das alles ist kein
Vergleich zu dem Schmerz in seinem Herzen. Sein bester Freund...
*
Training. Jeden Tag, stundenlang. Krafttraining an Geräten, Schieß-
übungen, Karate, Judo, Jiu-Jitsu. Dazwischen immer wieder Versuche
an seinem Geist. Versuche, seine unheilige Fähigkeit weiter zu ver-
vollkommnen, zu verstärken. Jede Sekunde steht jemand hinter ihm,
bereit, ihn für die kleinste Schwäche, das kleinste Versagen hart zu
bestrafen. Oft wünscht er sich den Tod, um den Qualen zu entkommen.
Doch dafür ist hier niemand gnädig genug. Wenn er in seinem kargen
Raum sein kann, überfällt ihn Einsamkeit, erbarmungslose, unaus-
löschliche Einsamkeit. Und Sehnsucht. Nach seiner Mutter, von der
er noch nicht einmal weiß, ob sie überhaupt noch lebt. Nach einem
Freund. Nach einem Menschen, der sich um ihn kümmert, ihn vor
dieser Prozedur, dieser endlosen Qual, seinem eigenen Leben
schützt. Doch er ist allein...
*
Er liegt ausgestreckt auf einer Bahre, den Arm an kaltem Metall fest-
gebunden. In seiner Ellenbeuge steckt - wieder einmal - eine dicke
Injektionsnadel, durch die heiße Flüssigkeit, die ihn von innen heraus
zu verbrennen scheint, in seine Venen geleitet wird. Doch er hat ge-
lernt, diese Schmerzen zu ertragen, sie mit einer verqueren Art Humor
hinzunehmen. Seine Fähigkeit wird von Tag zu Tag stärker, in einem
Ausmaß, das sogar die Forscher verängstigt. Er ist sechzehn. Seit
dem Tag, an dem er gezwungen wurde, seinen Freund zu erschießen,
hat er niemanden mehr wirklich an sich herangelassen, ist jeder
Freundschaft aus dem Weg gegangen, um zu verhindern, sie wieder
auf so brutale Art zu verlieren. Stattdessen hat er an sich gearbeitet,
seine Kraft zu einer Waffe werden lassen. Einer unsichtbaren Waffe,
von der nicht einmal seine Peiniger ahnen, wie durchschlagend sie
mittlerweile ist...
*
Blut rinnt warm über seine Schläfe, er liegt nach einem harten Schlag
bäuchlings auf dem Boden. Mit schmerzverzerrtem Gesicht stemmt er
sich mühsam auf die Arme, funkelt seinen Wächter, der ihn so "liebe-
voll" behandelt hat, wutentbrannt an. Seine Augen ziehen sich zu
kleinen Schlitzen zusammen, er konzentriert sich auf den älteren,
stärkeren Mann. Mit einer Genugtuung, die nach all den Jahren der
Qual aus seinem Herzen kommt, sieht er zu, wie der Wärter unter
unartikulierten Schreien zusammenbricht, ehe sich sein Gehirn un-
ter telepathischem Einfluss in Brei verwandelt. Er steht auf, geht
langsam zum Waschbecken in seinem Zimmer, sieht in den Spiegel.
Was ihm jetzt da entgegenblickt, ist kein kleines, verängstigtes Kind
mehr. Es ist ein junger Mann, 17 Jahre alt, mit stechend grünen
Augen, die die ganze Welt zu verspotten scheinen. Ein leicht arroganter
Zug liegt auf dem ausgesprochen hübschen Gesicht, schulterlange,
flammend orange Haare umrahmen die Konturen. Die schön ge-
schwungenen Lippen verziehen sich zu einem sarkastischen Lächeln,
ehe er den Wasserhahn aufdreht und beginnt, sich mit eiskaltem
Wasser -warmes gibt es hier sowieso nie- das Blut aus dem Gesicht
zu waschen. Er ignoriert den stechenden Schmerz, den die Flüssigkeit
auf dem rohen Fleisch verursacht.
Dann dreht er sich um. Noch einmal sieht er sich in dem kleinen Raum
um, der über zehn Jahre sein Gefängnis dargestellt hat. Wieder spürt
er, wie sich Blut seinen Weg über sein Gesicht bahnen will. Schnell
packt er ein T-Shirt, reißt eine Stoffbahn aus dem Oberteil, bindet es
sich um die Stirn, verhindert so den Blutfluss. Mit einer eleganten
Bewegung zieht er die Pistole aus dem Halfter des Toten und ver-
staut sie unter seinem Hemd im Hosenbund. Mit verächtlichem Blick
steigt er über die Leiche, streckt seine geistigen Fühler nach anderem
Wachpersonal aus, und läuft aus dem Zimmer auf den klinikähnlichen
Gang, hinaus auf den Hof, gelangt - mit Hilfe seiner Fähigkeit un-
gesehen - an das Tor, durch das er vor so vielen Jahren diese Hölle
betreten hatte. Nun geht er den umgekehrten Weg - in die Freiheit...>>
**
Mit vor Schreck aufgerissenen Augen lag Ken auf seinem Bett. Die
Augen starr an die Decke gerichtet, ohne irgendetwas zu registrier-
en, was außerhalb seiner Gedanken passierte. Schuldig war miss-
handelt worden. Er war behandelt worden, als wäre er tote Materie.
Nicht wie ein lebendes Wesen, das Liebe und Zuneigung braucht. Er
wurde fort von seiner Mutter gebracht, ihr einfach entrissen. Und dann
wurde er letztlich noch dazu gezwungen, seinen einzigen Freund zu
töten. Dagegen war Ken’s Vergangenheit noch schön. Er hatte
wenigstens eine wunderbare Kindheit gehabt.
Gut – er hatte Kaze umbringen müssen, doch war er wesentlich älter
und schon ein Killer gewesen. Schuldig war doch noch ein Kind ge-
wesen! Wie konnte man einem niedlichen, kleinen Jungen und seiner
Mutter so etwas antun? Wie?! Ken bemerkte keine seiner Tränen, die
über sein Gesicht liefen, als könnten sie niemals versiegen. Kein Ton
kam über seine Lippen. Kein Schluchzer. Der junge Mann war fast
apathisch.
Als es irgendwann an seiner Tür klopfte, nahm er auch dies nicht wahr.
Zwar schien inzwischen durch seine Fenster eindeutig die Sonne, doch
registrierte er es keineswegs. Die Tür wurde geöffnet und sein kleiner
bester Freund stand darin. Als dieser sein Gesicht sah – die aufge-
rissenen, apathisch wirkenden Augen, die Tränen, die immer noch
flossen und die geschlossenen, trockenen Lippen – stürzte er auf
Ken zu, legte fester als beabsichtigt seine Hände auf dessen Schul-
tern und rüttelte kräftig.
„Ken! Ken! Was ist denn los?“ Nach kurzer Zeit normalisierte sich der
Ausdruck in Ken’s Gesicht und besonders in den Augen. Als wäre er
aus einem Traum erwacht, sah er den kleinen Bondschopf irritiert an
und fragte nun seinerseits, was los sei. Den Steinklumpen, der von
Omi’s Herz rutschte, konnte man fast hören und völlig erleichtert
schloss er Ken in die Arme. „Bin ich froh, dass du wieder da bist.
Ich dachte schon, ich könnte alles machen, was ich will, und du wür-
dest nicht reagieren. Derweil wollte ich dich doch nur zum Frühstück
holen." Der Ältere runzelte die Stirn und lächelte dann.
„Sorry, Omi. Hatte einen echt traurigen Traum.“ Damit stand er auf,
gab Omi bescheid, dass er sich noch frisch machen wolle und kam
danach wirklich in die Küche, um zu frühstücken. Zwar lächelte Ken
und verhielt sich so wie immer, doch in Wirklichkeit kreisten seine
Gedanken nur noch um das, was er in der Nacht erfahren hatte. Mit
einem aufgesetzten Lächeln auf den Lippen grübelte er darüber, was
er für Schuldig tun konnte. Auch wenn Schuldig ihn momentan
vielleicht _nur_ mochte, so würde er trotzdem versuchen, Schuldig
seine Liebe zu übermitteln.
Doch er musste wahrlich Vorsicht walten lassen. Wenn er es zu sehr
übertrieb, würde der Rotblonde eventuell nichts mehr von ihm wissen
wollen und das wiederum wollte Ken nun mal nicht. Es musste doch
eine Möglichkeit geben, dem Deutschen zu helfen. Ihm die Zeit wenig-
stens nun etwas schöner zu machen. Spöttisch verdrehte er seine
Augen. Da hatte er sich ja wieder eine Lebensaufgabe ausgesucht!
Trotzdem hatte sie mit Schuldig zu tun und somit war es eine schöne
Lebensaufgabe.
Koste es, was es wolle! Wenigstens ein bisschen Glück sollte der
Schwarz haben. Kein Wunder, dass dieser so zynisch und lustlos
war. Ken hätte sich wahrscheinlich aus dem nächstbesten Fenster
gestürzt, hätte er so was hinter sich. Wenigstens hatte Schuldig
irgendwo noch den Willen zu leben. Trotz seinem jetzigen Beruf.
Mal sehen, ob er nicht irgendetwas machen könnte.
„Hörst du mir überhaupt zu, Ken“, fragte nun ein etwas beleidigter Omi.
„Hm? Sorry, Omi. Kommt nicht mehr vor. Was hast du gesagt?“ Ein
wütendes Schnauben antwortete ihm. Ken wandte sich an Yohji: „Was
hat er gesagt?“ Der lachte und meinte: „Er hat dir vorgeschlagen, heute
mit dir zusammen in den Vergnügungspark zu gehen.“ „Aaaach“,
machte Ken. „Klar, Omi!“ Der Fußballer stand auf, räumte den Tisch ab,
ging sich fertig machen, rief nach Omi und beide verschwanden aus
dem Haus.
„Endlich sind sie weg“, sagte Yohji grinsend zu Aya. „Hn“, machte
dieser nur und beide küssten sich innig. „Nun haben wir den ganzen
Tag für uns allein“, freute sich der Braungelockte weiter und zog
seinen Geliebten lüstern grinsend in Richtung Schlafzimmer.
~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~
Omi – nun wieder völlig guter Dinge – zog Ken durch die Menge. Über-
all standen Buden mit glasierten Äpfeln, Schokobananen und Lebku-
chenherzen. Vergnügt fuhren sie mit den verschiedensten Fahrmög-
lichkeiten. „Insider“, „Breakdance“ und „Freier Fall“ unter anderem.
Teilweise bangte Ken zwar um sein Leben und er hatte auch furcht-
bare Angst, als sie plötzlich vor dem „Fünfer Looping“ standen, doch
wollte er Omi keine Bitte abschlagen. Der Kleine brauchte das jetzt
anscheinend.
Der Park war zwar groß, aber auch nicht zu groß. Am späten Nach-
mittag waren sie mit allen gefährlichen Gerätschaften durch und so
konnten sie endlich nach Hause gehen. Der Ältere war glücklich,
dieses Spektakel überlebt zu haben und freute sich auf eine ange-
nehme Dusche, ehe sie den Auftrag erfüllen mussten, der noch bevor
stand.
Omi sperrte die Haustür auf und rief: „Sind wieder..“, als er sich plötz-
lich unterbrach und nur mit großen Augen Richtung Wohnzimmercouch
starrte. Ken kam hinter Omi her und fragte sich, warum Omi denn nicht
fertig gerufen hatte und einfach so im Wohnzimmer herumstand. Dann
erblickte er es auch. Aya und Yohji, zusammen auf dem Sofa und der
Ältere lag unten. Beide schienen splitterfasernackt zu sein und nur eine
leichte Wolldecke verdeckte die Lenden.
Das Gesicht des kleinen Blondschopfes nahm immer mehr eine unge-
sunde Hautfarbe an und auch auf Aya’s Gesicht – man glaubt es kaum –
lag ein leichter Rotschimmer. Yotan grinste nur frech und Ken konnte
sich ein Solches auch nicht verkneifen, bis er Omi am Handgelenk die
Treppen hinauf zog. Ohne ein weiteres Kommentar ließ Ken den Klei-
neren stehen und verschwand im Bad. Der Jüngste würde wohl noch
mehr feuchte Träume bekommen, dachte sich Ken.
Nach ca. 20 Minuten waren alle fertig und saßen gemeinsam auf den
Sitzpolstern, um den heutigen Auftrag zu besprechen. Das Gesicht
des Leaders war wieder emotional unbewegt und keiner verlor mehr
ein Wort über die Geschichte. Nachdem sie alles fertig besprochen
hatten, machten sie sich auf zum Zielort. Ein Wolkenkratzer. Das
würde wieder ganz großartig werden, dort hineinzugelangen. War
auch überhaupt nicht auffällig, die Treppen oder den Aufzug zu
benutzen. Hieß: Wie eine Katze von Dach zu Dach springen und
früher oder später in eines der Büros einsteigen und sich dann
lautlos zum eigentlichen Raum zu bewegen.
Anschließend, da jeder seinen Part erledigt hatte, trafen sie sich im
Flur. Gerade drehten sie sich um und wollten wieder raus aus dem
Haus, als Schwarz ihnen gegenüber stand. Oracle grinste, als die
Gesichter von Weiß sah. „Ihr habt ganz schön auf euch warten lassen“,
merkte er an. „Du hast uns die Uhrzeit nicht genannt, wann wir uns
zum Kaffeeklatsch treffen“, konterte Yohji. Das Grinsen von Master-
mind wurde noch etwas breiter. Auch Berserker schien sich auf ir-
gendetwas zu freuen. Aber der grinste eh immer so irre. Fand Weiß
zumindest.
„Was soll das werden“, fragte Aya nun sichtlich genervt. „Ihr habt da
etwas, das uns gehört. Gebt es uns und ihr kommt halbwegs unge-
schoren davon“, erklärte der Leader von Schwarz. „Was genau soll
das sein“, hakte der Rothaarige nach. Während dieses Dialoges
konnte Ken kaum seine Augen von dem Telepathen nehmen. ‚Wie
geht’s dir’, fragte er. ‚Ganz gut soweit. Braddy hat schlechte Laune.
Gebt ihm, was er verlangt. Heute könnte er sonst richtig unange-
nehm werden.’ Ken musste lächeln. Er hatte die Stimme in seinem
Kopf vermisst.
Aya sah sich kurz nach hinten um. Auffordernd blickte er Ken an.
Hidaka nickte, trat vor und streckte Oracle die CD-Rom hin, nach der
er verlangt hatte. Wie von Geisterhand schwebte sie in die Hand vom
Schwarz-Boss. „Gut. Dann werden wir heute etwas sanfter sein.“
Blitzschnell verschwand das Ding in seiner Innentasche und genauso
schnell stand er vor dem Weiß-Leader. Nagi kümmerte sich um Omi,
Schuldig um Yotan und der arme Ken hatte natürlich wieder das ab-
solute Vergnügen, sich mit Farfarello zu _unterhalten_.
Dieser war heute anscheinend in Topform, da er Ken nicht eine Ver-
schnaufpause gönnte. Hidaka war wirklich nur mit Abwehren beschäf-
tigt. Er merkte gar nicht, wie immer weiter weg von seinem Team kam.
Mittlerweile ward er schon um die Ecke getrieben und das Team somit
nicht mehr im Blickfeld. Mir nichts, dir nichts wurde er gegen die
nächste Wand gepresst und Farfarello hielt eines seiner _Messerchen_
an seine Kehle. „Du bist ganz schön mutig“, grinste der Ire irre.
„Inwiefern“, fragte der Braunhaarige, immer noch um sein Leben
bangend. „Du triffst dich heimlich mit Schuldig. Das wird allerdings ein
Ende haben.“ Verwirrt blickten zwei braune Augen in ein Goldenes.
„Woher...“, setzte Ken an, doch Farfarello fiel ihm ins Wort. „…ich das
weiß? Ich weiß es einfach. Dazu muss man kein Telepath sein. Die
Dämonen sagen es mir…" Wieder ein irres Grinsen. Der Weiß fragte
sich, ob es wohl ein schmerzhafter Tod sein würde. Allerdings beant-
wortete er seine Frage selbst. Natürlich. Bei Berserker würde es
sicherlich sehr, sehr schmerzhaft werden. Er wollte es sich gar nicht
ausmalen.
„Hast du Angst?“, wollte der Weißhaarige nun allen Ernstes wissen.
„Vor dir, dem Tod oder den Schmerzen?“, fragte Ken zurück. Berserker
lachte schallend. „Du kannst ja richtig witzig sein“, stellte Farfarello fest.
Plötzlich verschwand der irre Ausdruck in seinem Gesicht und er meinte:
„Ich werde dich nicht töten, Siberian. Du bist leider viel zu hübsch. Aber
ich werde dich im Auge behalten.“ Das Messer lag immer noch am Hals
des Weiß, sein Körper wurde mit Farfarello’s Körper an der Wand ge-
halten und die freie Hand des Iren strich über die Wange des Braun-
haarigen.
„Du stehst ganz schön auf Schuldig“, stellte Farfarello wieder fest. Das
Komische war nur, dass er sich momentan wirklich nicht verrückt an-
hörte. Das fand Ken ganz schön unheimlich. „Ich könnte’s dir noch viel
besser besorgen als er. Na? Was hältst du davon?“ Der Weiß meinte,
sich verhört zu haben. Schlagartig wurde er puterrot. Hatte er da eben
ein unmoralisches Angebot bekommen? Schon wieder? Es war fast
zum Lachen... „Nichts gegen dich, Farf" – er kürzte den Namen einfach
ab – "aber ich bin kein One-Night-Stand-Typ.“ Prompt wurde er los-
gelassen. Im Weggehen meinte Berserker noch, dass er jederzeit
kommen könne, falls er es sich anders überlege. Ken stand einfach
da und starrte dem anderen hinterher.
Was sollte das denn? War er im falschen Film? Und was meinte Far-
farello, als er sagte, es würde bald ein Ende haben? Konnte er überhaupt
irgendetwas glauben von dem, was ihm der Irre erzählte? Völlig verwirrt
schwang er sich aus dem Fenster und kam zum Auto, wo die anderen
schon warteten. Schweigend fuhren sie heim. Das war wahrlich kein
Abend geworden, den sie sich so vorgestellt hatten. Kein CD-Rom und
dann auch noch von Schwarz belästigt.
Manchmal fragte sich Ken, ob er nicht einfach aus Weiß austreten sollte.
Aber er wollte die anderen Drei nicht einfach verlassen und er wusste
auch gar nicht, wo er dann hin sollte. Es gab niemanden, bei dem er
wohnen könnte und es gab auch niemanden, der ihn sonst haben
wollte. Eine eigene Wohnung zu bekommen, würde schwierig werden.
Noch dazu hatte er dann gar kein Geld mehr. Als Killer verdiente man
schon gut, aber wenn er keiner mehr war, hatte er letztendlich auch
nichts Bares mehr.
Ob er jemals aus diesem Teufelskreis herauskommen würde? Wie
dem auch sei! Momentan gab es andere Sachen, um die er sich zu
kümmern hatte. Zum Beispiel Schuldig’s Glück. Er würde gerne mal
etwas mit dem Deutschen unternehmen. So, wie heute mit Omi.
Schließlich war immer nur im Park treffen nicht sehr abwechslungs-
reich und ob Schuldig davon allein glücklich wurde, wagte er zu be-
zweifeln. Mal sehen. Vielleicht erreichte er den Schwarz ja.
‚Klopf, klopf’, dachte Ken. ‚Scheinst mich ja jetzt schon wieder zu ver-
missen’, antwortete der Deutsche. ‚Allerdings’, schmunzelte Ken.
‚Darf ich dich heute Abend zum Es
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Die letzten 5 Kommentare
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Kommentar von: crisisfire
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Username: crisisfire
Datum: 29.12.2011 - 00:47
Kommentar Nr.: 9523
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aww :3
"Omis unschuldigen
Ohren" - "Telepathengeschnetzeltes" Ich hab richtig losgelacht :D Die FF ist wirklich wuuunderschön,Schu und Ken passen wirklich gut zusammen <3 Und ein großes Lob an die beiden Verfasser *knuffz* *Lorbeeren verteil*
PS: auch wenn ich unbekannt daherkomme ich habe mich durch fast alle FF's von wildest (und Mitschreibern) durchgelesen und war himmelwärts begeistert ;) *sich still und heimelich davontroll* ~
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Kommentar von: Miku_Yuya
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Username: Miku_Yuya
Datum: 31.07.2011 - 01:51
Kommentar Nr.: 9086
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Es ist 1.50 und ich hab die FF durch. Was ich aber echt blöd finde xD *schnief*
Die..war so toll.. :D Und das _war_ in dem Satz stört mcih ganz gewaltig xDD
Na jaa, ich würde ja jetzt konstrukzive Kritik geben, gebe es welche. Aber ich fand die FF eifach nur Klasse!! *Q*
Liiiiiebe Früße: Light :DD
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Kommentar von: Arkturia
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Username: Arkturia
Datum: 07.12.2007 - 12:57
Kommentar Nr.: 4331
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Hallo liebe Schreiberlinge
Also es tut mir leid, dass ich jetzt erst was schreibe, aber ich habe die Seite erst vor kurzem entdeckt *leicht erötet*
Ich finde die Story einfach fantastisch... es ist wie ein kleines Buch und ich bin mir sicher, es könnte auch eins werden. Ich habe gelacht und fast mal geweint
Aber die Story ist gut überlegt und macht Spaß zu lesen und sie ist spannend. DANKE
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Kommentar von: Yamo
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Username: Yamo
Datum: 24.01.2006 - 00:41
Kommentar Nr.: 1279
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Hallo meine Liebe :)
Tja, der Micha hat suich mal wieder Zeit genommen zum lesen und das nicht zu knapp. Ich konnte mich nicht losreißen und hab alles gelesen. Du hast dich mal wieder selbstübertroffen. Mensch dafür hab ich heute auch oft das programmieren sein lassen. Als ich meinen Hawaii-Toast gegessen habe wäre ich fast erstickt. Einfach nur super Klasse und absolut spitze. Du bist die größte.
HDL lieb Mutti :)
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Kommentar von: farfu-chan
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Username: farfu-chan
Datum: 07.07.2005 - 12:23
Kommentar Nr.: 287
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*vom stuhl fall* farf ist ja ein ganz... ähm... netter. (ich liebe ihn... )im weitesten sinne. *wildest knuddel* haste fein gemacht. *streichel*
dank euch bin ich jetzt der jetzt der meinung, dass omi sexsüchtig ist! über braddylein will ich gar nicht reden... *g*
liebe grüße
klein *farfu-chan*
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