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| Ab 18 Jahren |
Deutsch |
13.09.2006 | 01.12.2006 |
511183 |
4.71 Bei 14 Vote(s) |
1292 |
| Autor: |
wildest_and_friends |
| Pairing: |
Schuldig X Kohaku |
| Kategorien: |
Romantik, Drama, SAP |
| Inhalte: |
Lemon |
| Einführung: |
Ein neueröffneter Nachtclub, ein neugieriger Telepath, ein wunderschöner Barsänger... Liebe auf den ersten Blick - und eine Menge Probleme. |
| Kommentare: |
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Kapitel 24
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So, damit hättet ihr es also geschafft. Sollte der Schluss nicht ganz so stimmig sein, bitte ich euch, das gnädigerweise einmal zu übersehen. (Wir finden ihn okay...)
@ Galu: *lach* Na, wer weiß? Hätte ja sein können... ;-) Aber das mit dem Beschäftigsein können Kano und ich seeeehr gut nachvollziehen. *grins* Tja, und was Schu angeht... Sicher wüsste er, wen er fragen könnte, wenn er nachdenken würde. Aber in seiner Verfassung kommt er erstens auf so einen Gedanken gar nicht und zweitens – wer weiß, ob er eine Antwort bekommen würde... Du wirst lachen, aber die Idee, Hakus Dad ebenso wie Hideki aus dem Weg zu räumen, ist mir auch gekommen. Aber ich durfte ja nicht... ;-) *grins* (Und in dem Punkt muss ich Kanos Argumentation sogar recht geben: Es ist nicht okay, wenn Schu auf jede Bedrohung gleich mit solchen Mitteln reagiert. Und seinen „Schwiegervater“ bringt man nun halt mal nicht um...) Die Weihnachtsgeschichte... *seufz* ... wird wohl erst zu Ostern was. Oder zum nächsten Weihnachten. Jedenfalls dümpelt sie im Moment recht halbfertig vor sich hin und ich schätze nicht, dass wir das tatsächlich noch hin bekommen... Aber dafür darfst du dich in der nächsten Zeit auf andere, tolle Sachen von Kano (und meiner Wenigkeit) freuen. Ist doch auch was, oder? ;-)
@ shiroi: Tihihi, ist der Mond etwa schon überfüllt? *gg* Und klar wird alles gut. Wie immer halt, wenn ich meine Finger irgendwo mit drin hab. ;-)
@ Liliana: Tja, gute Frage. Wahrscheinlich ist das weniger eine Vertrauensfrage, als ein allgemeines Kommunikationsproblem. Nun, sicher wird sich alles auflösen. Muss ja, ne? ;-)
Wir danken allen, die diese FF gelesen haben und besonders allen Kommischreibern! Vielen, vielen Dank, ihr habt uns damit sehr geholfen!
So, und nun viel Vergnügen beim letzten Teil!
In eben dieser Minute warf sich auch Schuldig auf sein Bett. Auf das Bett in seinem Zimmer in der Villa, nicht auf das in Hakus Wohnung. Verzweifelt klammerte er sich an das Kissen. Sein Körper, sein Herz, sein Geist - alles schrie in ohrenbetäubender Lautstärke nach Kohaku. Seine Gedanken drehten sich so sehr um den Schwarzhaarigen, dass er nicht einmal mitbekam, wie Karin in sein Zimmer kam, sich auf's Bett setzte und wie Wochen zuvor schon tröstend durch sein Haar strich und dabei beruhigende Worte murmelte. Doch diesmal war es nicht seine Schuld, dass sie getrennt waren, dass Haku wie vom Erdboden verschluckt schien. Der Orangehead wusste nicht, wieviele Male in den letzten Stunden er seine mentalen Schilde komplett gesenkt und sich so der Gefahr einer Überlastung ausgesetzt hatte, um auf diese Weise eine Spur oder Verbindung oder was-auch-immer zu seinem Geliebten zu bekommen. Ruckartig setzte er sich auf, versuchte es ein weiteres Mal, es musste doch möglich sein, Haku zu erreichen... In seinen Augen tobte der Wahnsinn wie nie zuvor, als sein Gehirn mit den Millionen Stimmen Tokyos geflutet wurde. Verzweifelt schickte er seinen geistigen Schrei in die Nacht hinaus. Bis die kalte, schneidende Stimme seines Leaders ihn in die Wirklichkeit zurückholte. "Schuldig! Schluss jetzt! Willst du dich umbringen?"
Irritiert fuhr Haku in die Höhe, als er die Stimme seines Liebsten auf einmal in seinem Kopf hallen hörte. Fieberhaft überlegte er, ob es wohl eine Möglichkeit gab, Schuldig zu antworten. Gott, sein Geliebter hörte sich so schrecklich verzweifelt an... Kohaku bemühte sich, Schuldig irgendwie zu antworten, doch es schien nicht zu funktionieren; vielleicht auch weil er einfach nicht wusste, was er zu tun hatte. Wieder machten sich die Tränen bemerkbar, die er vorhin so eisern zurückgekämpft hatte. Es war so grausam... Wieso wurde ihnen ihr Glück nur nicht gegönnt? Sie taten doch niemandem weh, wenn sie zusammen waren.
In den nächsten Wochen versuchte Schuldig alles menschenmögliche, um irgendeinen Hinweis darauf zu bekommen, wohin um alles in der Welt Kohaku verschwunden war. Er lief stundenlang ziellos durch die Strassen, versuchte, auf telepathischem Weg irgendwie weiter zu kommen -trotz Crawfords ausdrücklichem Verbot-, setzte sogar Nagi auf die Spur des Sängers. Doch da er ja nicht einmal wusste, wie sein Schatz mit Nachnamen hieß oder ob der sich überhaupt noch in Tokyo aufhielt, verliefen sämtliche Bemühungen im Sand. Mit jedem Tag, der verging, verzweifelte der Deutsche mehr und war nur noch ein Schatten seiner selbst. Crawford war oft drauf und dran, ihm zu sagen, wo sein Geliebter steckte, denn er hatte sehr schnell begriffen, was es mit dem Sohn seines derzeitigen Auftraggebers auf sich hatte. Doch er wusste auch, dass er das einfach nicht durfte. Man fiel den Geldgebern nicht in den Rücken. Jedenfalls nicht, solange es keine andere Möglichkeit gab. Und es bestand ja immer noch die Hoffnung, dass der Telepath sich irgendwann beruhigen würde. Dachte der Amerikaner zumindest.
Bis nach etwa vier Wochen abends ein lauter Schrei durch das Haus hallte: "Schu, schnell, komm her! Haku!" Der Gerufene raste wie ein geölter Blitz aus seinem Zimmer, wo er sich wieder einmal frustriert in sein Bett vergraben hatte. Verwirrt starrte er im Wohnzimmer auf Karin, die mit weit aufgerissenen Augen auf den Fernseher starrte. Sein Blick wanderte ebenfalls zu dem Gerät... und er wurde leichenblass. Das Bild seines Geliebten flimmerte über die Mattscheibe. Die Augen, in denen früher die pure Lebensfreude gestrahlt hatten, waren matt und sahen fast gebrochen aus. Wie durch Watte hörte er den Reporter fröhlich verkünden: "...in zwei Wochen die größte Verlobungsfeier des Jahres. Tanaka Kohaku, der Erbe eines der größten Industriemagnate des Landes, wird an Weihnachten..." Diese Worte, zusammen mit dem unerwarteten Bild, zerfetzten sein Herz wie in einem Reißwolf. "Nein...", murmelte er schwach. "Nein, das ist nicht wahr!"
Kohaku hatte aufgegeben. Seine anfängliche Widerspenstigkeit war schnell verflogen, als sein Vater ihm wie beiläufig eine ganze Auswahl an Möglichkeiten vorgeführt hatte, wie er ihn quälen konnte. Er sah ein, dass er keine Chance hatte.
Gezwungenermassen liess er sich in das alte Schema zurückquetschen, in dem er aufgewachsen war; liess sich wieder zum perfekten und höflichen, wenn auch immer etwas leblos wirkenden Sohn machen, den sein Vater sich so mühsam herangezüchtet hatte. Er würde eine Frau heiraten und die Geschäfte seines Vaters übernehmen; zu einem kalten Geschäftsmann werden. Wie er es niemals gewollt hatte.
Träumen hatte Kohaku sich verboten, da seine Gedanken und Wünsche sich wie verhext an den orangehaarigen Mann klammerten, den er aus seinem Leben verbannen musste. Bei jeder Gelegenheit starrte er mehr oder weniger ins Leere und brachte sogar manchmal das Kunststück fertig, gar nichts zu denken. Er sprach nur das nötigste und lächelte nur, wenn man es von ihm verlangte. Es war, als habe sein Herz sich für immer zur Ruhe gelegt...
~*~*~*~*~
Begeistert drehte sich Karin vor dem großen Spiegel. Ihr kupferfarbenes Haar war kunstvoll hochgesteckt, in einem Diadem funkelten wertvolle Steine auf und versprühten ihr kaltes Licht. Ihr Gesicht war professionell geschminkt, dezent, aber nichtsdestotrotz wirkungsvoll. Ein wundervolles schwarzes Abendkleid spielte geschmeidig um die schlanke Figur. Neben ihr stand lächelnd der schwarzhaarige Amerikaner - doch sah er heute anders aus als gewöhnlich. Seine Augen waren nicht hinter der üblichen Brille versteckt, das dunkle Braun wurde von Kontaktlinsen aufgehellt, ein wenig Puder färbte seine Schläfen grau. Der edle Smoking sass wie massgeschneidert - was er ja auch war. Hinter den beiden stand Schuldig, ebenfalls in einem schwarzen Anzug, und nur die abenteuerlustig funkelnden Augen verrieten, wie er eigentlich aussah. Denn die wilde orangerote Mähne war unter einer schwarzen, kurzhaarigen Perücke versteckt, die sein ganzes Erscheinungsbild veränderte. Nagi steckte in einer Pagenuniform und sah darüber nicht wirklich glücklich aus - aber für die Aussicht, dem sonst so quirligen Deutschen durch diese Aktion helfen zu können, brachte er gern Opfer. Sogar Farfarello hatte sich breitschlagen lassen, an diesem Spektakel teilzunehmen. Seine Haare waren ebenfalls schwarz getönt, was ihnen durch den weißen Untergrund ein geheimnisvoll schimmerndes Aussehen verlieh, das der moderne Seidenanzug nur unterstrich. Außerdem hatte Karin so lange gebettelt, bis er endlich seine Augenklappe abgelegt hatte und man nun den freien Ausblick auf zwei wunderschöne goldene Augen hatte. Kurz: Nicht einmal ihre engsten Freunde würden sie so erkennen. Munter wedelte Karin mit vier Einladungskarten - hervorragende Fälschungen aus Nagis PC-Zauberkasten. Die Gästelisten hatte der Kleine auf dem gleichen Wege manipuliert - ein Hoch auf das Computerzeitalter!
"Na, dann, los geht's!", gab Crawford das Startzeichen. Die Aktion "Rettet Haku" konnte anlaufen.
~*~*~*~
Geschniegelt und gestriegelt stand Kohaku, in einen der wohl teuersten Anzüge in ganz Tokyo gekleidet, mit seiner zukünftigen Ehefrau Sakura am Eingang zum großen Tanzsaal. Sein Vater stand nur ein paar Schritte von ihm entfernt und begrüsste die wichtigsten Gäste persönlich. Kohakus und Sakuras Aufgabe bestand darin, hin und wieder jemandem zuzunicken, wenn Hakus Vater auf sie beide hinwies, oder den ganz wichtigen Geschäftspartnern auch mal möglichst freundlich zuzulächeln. Wie ferngesteuert führte Haku diese Befehle aus und nicht selten musste Sakura ihn mit unsanftem Druck auf seinen Arm darauf hinweisen, dass wieder eine Reaktion von ihm gefordert war. Flüchtig glitt Hakus matter Blick über seine Zukünftige. Sakura war zweifelsohne hübsch und sie war auch sonst gar nicht so übel. Wie er selbst hatte auch sie eine gute Schulausbildung genossen und war sehr klug und wohlerzogen. Dennoch war sie im allgemeinen sehr freundlich und auch die snobistischen Züge, die so viele von ihrem Rang deutlich zeigten, hielten sich in Grenzen. Hätte Kohaku sich für Frauen interessiert und wäre sein Herz nicht fix vergeben gewesen - vielleicht hätte er sogar Gefallen an seiner Zwangsverlobten gefunden.
Am liebsten wäre Schuldig sofort auf Kohaku losgestürzt, als er ihn am Eingang stehen sah. Doch er zwang sich, seine Tarnung und die seines Teams nicht auffliegen zu lassen. Nicht jetzt schon. Es krampfte ihm das Herz zusammen, als sein Blick auf die Frau an der Seite seines Geliebten fiel. Er hatte Haku niemals gefragt, ob sich sein Interesse wirklich nur auf Männer fixierte... Absichtlich nickte er dem Pärchen nur knapp zu, wandte sich dann ab, um von einem Pagen mit braunen Augen und gestriegelten braunen Haaren ein Glas Champagner in Empfang zu nehmen. Zunehmend ungeduldig wartete er, bis die Ansprachen und Lobhudeleien, wie toll sie doch alle wären, vorüber waren und das eigentliche Fest begann. Nach dem Eröffnungstanz, bei dem er der Frau in Hakus Armen am liebsten den Kopf abgerissen hätte, war Karins Einsatz gefragt. Elegant spazierte die Deutsche zu dem Herzbuben ihres Bruders und bat höflich um den folgenden Tanz. Eine Bitte, die er, wie sie wusste, nicht ablehnen durfte. Sie hatten kaum die ersten Takte hinter sich gebracht -Karin ärgerte sich schon fast über die absolute Gleichgültigkeit, mit der Haku sie über das Parkett führte-, da kam sie dem Schwarzhaarigen viel näher, als es eigentlich in diesen Kreisen erlaubt war und flüsterte ihm ins Ohr: "Willst du wirklich diese Schnepfe heiraten? Oder willst du vielleicht lieber doch mein Schwager werden?" Abwartend lächelte sie, bis Kohaku begriffen hatte, was damit gemeint war.
Abwesend, wie meistens in der letzten Zeit, fixierte Kohaku einen Punkt irgendwo über den Köpfen der Gäste. Als Sakura ihn sanft aber bestimmt auf die Tanzfläche führte, sah er sie einen Augenblick lang ziemlich verwirrt an, bis er begriff, dass sie ja den Tanz eröffnen mussten. Wie eine eigens dafür konstruierte Puppe - fehlerlos, jedoch unbegeistert - begann er also, mit ihr zu tanzen. Die nächste Frau führte er in der gleichen Weise über das Parkett, bis er plötzlich ihren Atem an seinem Ohr verspürte und ihre Worte langsam in sein Bewusstsein drangen...
Als würde er soeben aus einer Trance erwachen sah Kohaku seine Tanzpartnerin zum ersten Mal wirklich an und ein ungläubiger Ausdruck trat in seine Augen. "Karin", flüsterte er überrascht und ein paar Tanzschritte lang sagte er gar nichts und betrachtete die junge Frau, als ob er sich ihrer Existenz nicht ganz sicher wäre. "Ist... ist er auch hier?" fragte er dann leise und seine Augen bekamen einen fast fiebrigen Glanz. "Karin, du musst Schuldig sagen, er darf nicht hier auftauchen. Sein Boss ist ein Untergebener meines Vaters und mein Vater wird Schuldig töten lassen, wenn er mir zu nahe kommt", erklärte er hastig, bemühte sich jedoch, dabei eine Miene aufzusetzen, als handle es sich bei ihrem Gespräch um rein unverbindlichen Smalltalk, wie er bei solchen Tänzen üblich war.
Karin schmunzelte bei den aufgeregten Worten des Japaners. "Glaubst du wirklich, dass Schu's Boss so einen Befehl ausführen würde? Komm mit, ich stell dich ein paar Leuten vor..." Damit drängte sie den Anderen in die Richtung ihres Tisches. Mit einem bezaubernden Lachen löste sie die Tanzhaltung auf und schubste Kohaku vor ihren Bruder.
Ein Blick in die tiefgrünen Augen, deren Blick ihm bis auf den Grund der Seele zu reichen schien, und Kohaku spürte, wie ihm die Knie weich wurden. Auf Anhieb erkannte er Schuldig, schwarze Perücke hin oder her. Sein Herz erwachte nach einer Ewigkeit wieder zum Leben und wurde von einer unglaublichen Hitze erfüllt, während es seine Schlagfrequenz auf das doppelte erhöhte. Am liebsten hätte er sich seinem Geliebten hier und jetzt an den Hals geworfen, hätte ihn an sich gedrückt und ihn niemals mehr wieder losgelassen. Doch ihm war klar, dass das jetzt nicht möglich war.
Sehnsucht schlich sich in seinen Blick, während er die so vertrauten Gesichtszüge musterte. "Schuldig", hauchte er leise, atmete dann zittrig durch. Er hatte es nicht einmal gewagt davon zu träumen, den Telepathen jemals wieder zu sehen.
"Ich würde Sie ja gern auf ein Glas Champagner in mein Be... an meinen Tisch bitten, Tanaka-san", lächelte der Telepath nach der üblichen Verbeugung, "aber ich weiß nicht, ob der Nervenkitzel und das Adrenalin einer Verlobungsfeier für Sie nicht schon ausreichen." Sein leicht spöttischer Tonfall -eine reine Schutzmaßnahme- überdeckte wenigstens in seiner Stimme die Gefühle, die sich überdeutlich auf seinem Gesicht abzeichneten. Nach so langer Zeit stand er endlich seinem geliebten Schatz gegenüber und musste sich schrecklich zusammenreissen, um ihn sich nicht einfach zu schnappen und vor allen Leuten bewusstlos zu küssen. Nein, er würde auf gar keinen Fall dieser aufgetakelten Tussi mit dem Puppengesicht diesen Mann kampflos überlassen. Und Haku durfte das gerne wissen.
Auf Kohakus Gesicht trat ein leicht gequälter Ausdruck, als Schuldig auf seine Verlobung anspielte. Unglücklich wandte er den Kopf ab, warf Karin einen hilflosen Blick zu. Was sollte das alles eigentlich? Warum wurde ihm hier gezeigt, was er nie mehr halten durfte?
"Schuldig... nicht", bat er leise und mit deutlich belegter Stimme. "Ich habe keine Wahl. Ich würde sie doch niemals heiraten, wenn ich so etwas wie eine Entscheidung hätte..."
Schuldig verzog gespielt mitleidig das Gesicht. Er konnte sich alle Zeit der Welt lassen, denn solange Haku sich in einem Gespräch mit einem Mann befand, hatte niemand das Recht, die Unterhaltung zu stören. Schließlich könnten hier ja gerade wichtige Geschäfte besprochen oder Verbindungen geknüpft werden... "Wissen Sie", erlärte er weiterhin unverbindlich lächelnd, "Ein Freund... ein sehr guter Freund... hat mir vor gar nicht langer Zeit gesagt, dass Bestimmung nicht gleich Schicksal ist. Ich denke, er hat damit gemeint, dass man immer die Wahl hat. Man muss dafür manchmal vielleicht Wege gehen, die aufregend, spannend und nicht völlig ungefährlich sind. Aber um glücklich zu werden, lohnt sich ein gewisses Risiko doch, oder was meinen Sie?"
Mit leicht schief gelegtem Kopf sah Kohaku Schuldig wieder an und liess dessen Worte auf sich wirken. "Ich würde behaupten, es kommt ganz auf die Art des Risikos an, meinen Sie nicht auch?" stieg er schliesslich auf das Spielchen ein und gewann dadurch einen großen Teil seiner Fassung wieder. "Allerdings kann es auch nie schaden, neue Anregungen zu erhalten. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir darlegen können, was Ihnen zur aktuellen Situation in den Sinn gekommen ist. Vielleicht kommen wir ja ins Geschäft."
"Ist das Ergebnis nicht wichtiger als das Risiko?", wollte der Telepath immer noch höflich lächelnd wissen. "Meine Freunde hier" -damit deutete er in einer ausladenden Handbewegung auf Crawford, Farfarello und Nagi, der immer noch mit dem Champagnertablett neben ihnen stand- "sind bereit, jegliches Risiko für mich einzugehen, wenn ich etwas sehe, das ich unbedingt haben will." Sein Lächeln verwandelte sich für Sekunden in ein anzügliches Grinsen. "Und es ist meine ganz persönliche Meinung, dass ein Schatz, an dem das Herz hängt, jedes erdenkliche Risiko wert ist. Wenn einem so ein Schatz genommen wird, tut man doch alles, um ihn sich zurückzuholen. Im Notfall stiehlt man ihn sich sogar zurück. Oder sehen Sie das anders?"
Auf Kohakus Gesicht legte sich seit Wochen das erste ehrliche Lächeln und er fühlte, wie ihm vor Freude die Röte in die Wangen stieg. "Ich stimme Ihnen zu; in so einem Fall wäre das Ergebnis natürlich jegliches Risiko wert. Aber was, wenn man, wie in meinem Falle, genau diesen Schatz, um den man mit allen Mitteln kämpfen würde, auf's Spiel setzen müsste?" wollte er wissen. Es tat unglaublich gut, endlich wieder mit Schuldig reden zu können, auch wenn sie ihr Gespräch in so hochgestochenen Worten führen mussten. Die Stimme seines Geliebten, seine Blicke, alleine die Tatsache, dass er hier war! Kohaku fühlte sich, als wäre er aus einem ewigen Schlaf erwacht. Endlich fühlte er sich wieder lebendig.
Schuldig tat so, als müsste er angestrengt überlegen. "In diesem Fall wäre es natürlich _äußerst_ praktisch, wenn man jemanden hat, der so gar keine Angst hat, sondern vielmehr Spaß an der Gefahr. So etwas kann einem zwar Sorgen bereiten, ist aber auf der anderen Seite wirklich nützlich, wenn man sich einmal in Situationen befindet, aus denen man selber nicht entkommen kann." Wie beiläufig griff er nach einem Glas von Nagis Tablett, drückte es Kohaku in die Hand, wobei er sich die Chance nicht entgehen liess, ihm kurz über den Handrücken zu streichen, und bediente sich dann selbst mit dem prickelnden Getränk. Wie an ihrem ersten Abend sah er dem Anderen über den Rand des Glases hinweg tief in die Augen, hielt ihm sein Glas entgegen und meinte dunkel: "Auf einen schönen Abend, der Ihnen all das beschert, was Sie sich wünschen!"
Immer noch nicht klüger was Schuldigs Pläne betraf, nahm Kohaku das Champagnerglas entgegen und erwiderte den Gruß. "Auf einen schönen Abend... der mir nicht alles nimmt, was ich mir wünsche", meinte er jedoch leise, bevor er an seinem Glas nippte und es dann beiseite stellte. Was auch immer heute noch geschehen mochte - er würde einen klaren Kopf dafür brauchen. Und da ihm das Essen in letzter Zeit wiedermal nicht so wirklich geschmeckt hatte, musste er mit dem Alkohol mehr als nur vorsichtig sein.
Auch Schuldig stellte sein Glas wieder beiseite, sah seinen Geliebten mit einem leichten Schmunzeln an, ehe sein Blick zu Crawford wanderte, dem er leicht zunickte. "Was halten Sie davon", wandte er sich dann wieder an seinen Schatz, "wenn Sie zur Vertiefung dieser überaus interessanten Verbindung einen kleinen Spaziergang mit mir unternehmen würden? Ich habe mir sagen lassen, dass das Grundstück hier traumhaft sein soll, vor allem der kleine Bambushain mit den Pandas und dem Jaguar darin. Wären Sie so freundlich, mir das eventuell zu zeigen?"
"Natürlich, ich führe Sie gerne ein wenig durch die Gartenanlagen. Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass solche Geschäfte besser an der frischen Luft besprochen werden sollten. Wenn Sie mir bitte folgen würden?" Nur mit Mühe und Not ersetzte Kohaku den Impuls, Schuldig einfach an der Hand zu nehmen, mit einer einladenden Geste. Seine geschäftliche Miene beibehaltend, führte er den verkleideten Telepathen aus dem Tanzsaal und aus dem Haus. Sein Herz klopfte dabei wie verrückt, doch er zwang sich, die Ruhe zu bewahren. Solange sie noch in der Nähe anderer Leute waren, war es schon
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Die letzten 5 Kommentare
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Kommentar von: shiroi
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Username: shiroi
Datum: 04.12.2006 - 17:22
Kommentar Nr.: 2518
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*seufz* hatte ich erwähnt, dass ich happy ends liebe? ^^~ so schön...
ich danke euch beiden für diese wundervolle geschichte und für haku :) ich will mehr von ihm lesen!!! ähm... ich mein ich möchte ^_~
aber da habt ihr euch ja schön aus der sache gerettet, in dem ihr haku rettet.. ^_^ schu ist halt doch ein held *gg* nein aber im ernst.. eine schöne idee, dass sakura so ohne weiteres "mitgemacht" hat. aber ich fand dieses "aber wenn es ne frau wäre, würd ich kämfen"-ding richtig cool *ggg*
nja~ auf jeden Fall eine gelungene story die mit zu meinen Favorits gehört. *haku-fähnchen schwing*
Liebe Grüße und noch mal vielen dank.
shiroi
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Kommentar von: Brad-san
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Username: Brad-san
Datum: 03.12.2006 - 12:11
Kommentar Nr.: 2512
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Ui, welch Märchenende...
Nach all den Krisen darf Schuldig auch als holder Ritter erscheinen.
(Ob dabei Kohakus Coming-Out vor versammelter Meute notwendig gewesen wäre, bezweifle ich noch etwas - man denke nur an die Medien...)
Die beiden dann doch vereint zu sehen, ist dennoch schön.
Zu Sakura noch ein Punkt: Sie soll ja eine sympathische Figur sein, so habt ihr sie geschildert (gut aussehen, wohl erzogen, Kohaku hätte an ihr Gefallen gefunden etc) und so hat sie auch gehandelt (also, sie hat Haku keine Szene gemacht, sondern sich schon fast für ihn gefreut).
Daher ist es nicht gerade sinnvoll, sie -wenn auch nur in wörtlicher Rede- als 'Schnepfe' und 'aufgetackelte Tussi' zu bezeichnen. Das bewirkt doch eher das Gegenteil. Gut, das mag vielleicht auch an meiner Abneigung solcher Worte liegen. Dennoch wollte ich es los werden.
Ansonsten fand ich es recht gut, dass ihr die Spannung "wer ist Kohaku" bis zum Ende aufrecht erhalten habt.
Naja, und dass das Gute siegt, das wünschen wir uns ja alle. *grins*
Also, nen schönen ersten Advent und liebe Grüße von
Braddy
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Kommentar von: Liliana
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Username: Liliana
Datum: 03.12.2006 - 02:34
Kommentar Nr.: 2510
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Ach man, Schu ist wirklich zum anbeißen süß. Wie ich schon mal schrieb, er ist mein Held - .
Das Schwarz zusammenhalten hat mir auch sehr gefallen. Ebenso die Blamage für Hukus Vater, denn das war ein klasse Auftritt der Beiden.
Tschüßi und schreib schön fleißig weiter.
Vielleicht mal was mit und von Farf ?
Alles Liebe und einen schönen ersten Advent wünscht Lil.
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Kommentar von: Galu
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Username: Galu
Datum: 02.12.2006 - 21:22
Kommentar Nr.: 2508
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Ja gut...Kohakus Vater ist kein Yakuza...aber die Methoden sind die gleichen.
Was für ein Glück, das es Fernseher gibt.
Ich war sehr erleichtert zu erfahren, das Schwarz immer noch zusammen hält, sich nicht von anderenn ALLES sagen lässt. Und die Aktion "Rettet Kohaku" war absolut gelungen. Auch weil Sakura so schön mitgemacht hat. Eine tolle Lösung für ein schwieriges Problem!
Jetzt können die beiden endlich richtig glücklich miteinander werden.
Nun ja ihr beiden.....ich finde eine Weihnachtsgeschichte kann man IMMER lesen, da spielt der Zeitpunkt keine Rolle.
Liebe Grüße und Dank für eine tolle Geschichte.
Galu
PS: Wie weit seid ihr denn mit einer speziellen Geschichte???
*sehr neugierig ist *
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Kommentar von: Liliana
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Username: Liliana
Datum: 01.12.2006 - 04:41
Kommentar Nr.: 2503
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Hmmm ...
Ich find Galus Kommi sehr bezeichnend, denn der hätte glatt von mir sein können.
Da ich in allen Punkten überein stimme, will ich nur auf einen Punkt eingehen.
Haku hat sich aufgeregt, das er Schu im Ernstfall nicht erreichen könnte, aber er selber mutet Schu doch viel mehr zu, indem er ihm so wichtige Details, wie seinen Vater usw., verschweigt. Wer, wenn nicht er, sollte doch wissen, oder zumindest ahnen können, zu was sein Vater fähig ist um seinen Willen durchzusetzen. Und durch sein Schweigen hat er Schu in eine Situation gebracht, sich endlos um ihn zu sorgen und nicht mal zu ahnen, wo er denn nun ist, wo er doch am eigen Leib gespürt hat, wie schlimm sowas ist.
Tja, da kann er wirklich nur hoffen, das Schu hellsehen kann. Aber so wie es scheint, ist Haku ja bereit sich in allen Punkten seinem Vater unterzuordnen. Um Schu zu schützen, jaaa. Aber wieso, zum Kuckuck, konnte er mit Schu nicht ehrlich über seinen familiären Hintergrund sprechen, bevor so etwas passiert und das wenn sowas passiert beide wissen wie sie handeln können. Arg .. Haare rauf!
Ich hör jetzt auf, sonst flipp ich noch aus.
Da es ja leider nur noch ein Kapi gibt, wird sich ja im nächsten alles auflösen. Natürlich wird Schu handeln müssen, denn von Haku ist ja nichts konstruktives zu erwarten.
Nun, ich bin gespannt, wie ihr es schafft, das Aufeinandertreffen mit Brad, die Auflösung der Vater-Sohn Erpressung und die Versöhnung mit Schu (davon geh ich jetzt frecher Weise einfach mal aus) alles in ein letztes Kapi zu bringen. ??
Tschü Lil
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