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y Black Velvet
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Ab 18 Jahren Deutsch 13.09.200601.12.2006 511183 4.71
Bei 14 Vote(s)
1292
Autor: wildest_and_friends
Pairing: Schuldig X Kohaku
Kategorien: Romantik, Drama, SAP
Inhalte: Lemon
Einführung: Ein neueröffneter Nachtclub, ein neugieriger Telepath, ein wunderschöner Barsänger... Liebe auf den ersten Blick - und eine Menge Probleme.
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y Kapitel 13
Hier ist also das versprochene 'längere' Kapitel - rechtzeitig zum Wochenende. *grins*


@ Galu: Es freut uns wirklich, dass dir Karin so gut gefällt. Sie wird auch weiterhin eine sehr große Rolle hier spielen. Und dass Haku sich ständig entschuldigt... Ich denke, das ist einfach nur seine Art zu sagen, dass alles in Ordnung ist. Aber Schu und sich entschuldigen... hm, das ist nicht dein Ernst, oder? *gg*

@ shiroi: Na, ist ja nicht so schlimm. Das hast du ja jetzt nachgeholt. *freu* Tja, nun sind sie wieder zusammen... und es werden ganz sicher noch ein paar Hindernisse auf unsere Schnuckel zukommen. *fg* Öhm... ja. *lach* Genau.

@ Liliana: *lach* Bitte, gern geschehen. ;-) Und nein, Haku ist NICHT Takatoris Sohn. *promise* Das wär wohl zuviel Zufall auf einmal gewesen. Es reicht ja so auch schon... Da wirst du dich wirklich überraschen lassen müssen...



And now: Enjoy it! ;-)






Doch wie immer verging auch diese Zeit. Als sie dann endlich zu dritt vor dem Club standen, grinste Karin die beiden Männer an und verabschiedete sich mit den Worten: "Das Mädchen geht nach Hause und lässt die grossen Jungs in Ruhe spielen..." Ein schneller Kuss landete zuerst auf der Wange des Orangehaarigen, dann auf Kohakus. Es folgte ein liebevolles Zwinkern und ein anzügliches "Viel Spaß!", dann verschwand die rotblonde Frau. Schuldig sah seinen Freund schulterzuckend an. "Es tut mir leid, aber ich liebe sie einfach", gestand er, wobei er wusste, dass Kohaku das jetzt nicht falsch verstehen würde. Dann fasste er vorsichtig nach der Hand des Sängers und sah ihn fast ein wenig schüchtern an. "Gehen wir? Oder hast du es dir anders überlegt?"

Verblüfft sah Kohaku Karin hinterher, denn womit er sich eine solche Verabschiedung verdient hatte, wollte ihm nicht einleuchten, hatte er sich ihr gegenüber doch bisher bei jedem Zusammentreffen einfach nur unmöglich verhalten.
Sanft drückte er dann jedoch Schuldigs Hand und konzentrierte sich ganz auf seinen Liebling. "Gar nichts hab ich mir anders überlegt. Lass uns nach Hause gehen." Schon setzte er sich in Bewegung und sein Gang war schon lange nicht mehr so beschwingt gewesen. Sein Herz war damit beschäftigt, einen Salto nach dem anderen zu schlagen und wiedereinmal erfüllte ihn fast so etwas wie Stolz - Stolz darauf, dass ausgerechnet er diesen wundervollen Mann mit in seine Wohnung nehmen durfte.

Auch heute kam dem Schwarz die Zeit unendlich lange vor, bis sie die kleine Wohnung erreicht hatten. Wieder einmal klappte die Tür hinter ihnen ins Schloss und sie waren allein. Seit so langer Zeit endlich wieder... Schuldig wusste, dass er es nicht sollte, noch nicht, aber es war das, was er sich in den ganzen Wochen mehr als alles andere gewünscht hatte - er nahm den Sänger in die Arme und küsste ihn lange und liebevoll. Nachdem sie sich endlich voneinander gelöst hatten, schaute der Telepath den Schwarzhaarigen ernst an. "Ich glaube, es wird Zeit, dass wir reden."

Lächelnd schlang Kohaku die Arme um Schuldig; schloss die Augen und liess sich völlig in den zärtlichen Kuss fallen. Es war als würde all die Lebensenergie, die er im letzten Monat so vermisst hatte, mit einem Mal zu ihm zurückkehren und auch sein Herz verwandelte sich vom schmerzenden Klumpen wieder in etwas weiches und warmes.
Verliebt erwiderte er den Blick des Anderen, nickte jedoch sofort. "Ja, das sollten wir wirklich", stimmte er zu. Reden war etwas, für das sie sich immer schon zu wenig Zeit genommen hatten - deutlich zu wenig Zeit.

Ohne ihn wirklich loszulassen, brachte Schuldig den Anderen in das Wohnzimmer. Als der Telepath auf der Couch sass und überlegte, wie er anfangen sollte, spürte er, wie Kohaku den Kopf in seinen Schoss legte und ihn von unten her ansah. Lächelnd kraulte er durch die schwarzen Haare und seufzte dann leise. "Wenn ich dir jetzt was von mir erzähle, erzählst du mir auch was von dir, okay? Quid pro quo..." Noch einmal holte er tief Luft und sammelte sich. "Okay... Du hast ja schon gemerkt, dass ich eine ziemlich merkwürdige Arbeitszeit habe. Ich bin mal ein paar Tage weg, dann hab ich wieder ne Menge Freizeit. Ich arbeite mit drei anderen in einer Gruppe, wir erledigen für Geld... so ziemlich alles. Manchmal ist es Personenschutz, manchmal geht es um Beschaffung von Daten, Firmeninternas, Drogen oder Waffen. Und manchmal... beseitigen wir gegen Bezahlung lästige Geschäftspartner oder andere störrische Zeitgenossen." Das war eine wirklich nette Umschreibung seines Berufes, fand Schuldig. Erneut drang ein Seufzen aus seiner Kehle. Jetzt kam er zum wesentlich schwereren Teil. "An dem Tag, als ich mit dir Schluss gemacht habe, hat mein Leader mir eröffnet, dass er dich zum Abschuss frei gibt, wenn ich nicht meine Dreckspfoten von dir lasse. Das waren genau seine Worte. Haku, was hätte ich denn sonst tun sollen, als wieder zu dir zu fahren und dir zu sagen, dass ich dich nie wiedersehen will?"

Den Kopf im Schoss seines Geliebten und seinen Blick auf dessen Gesicht ruhend, hörte Kohaku Schuldig aufmerksam zu. Gut, er konnte nicht leugnen, dass ihn das, was er da hörte, schockierte... Wie konnte jemand, der so sanft und zärtlich war wie Schuldig solchen Geschäften nachgehen? Das passte doch nicht ganz zusammen. Mit einem leichten Stirnrunzeln verjagte Kohaku aber auch schon wieder alle Zweifel, die sich ihm aufdrängten. Dies hier war der Mann, den er über alles liebte - nach wie vor. Und die Tatsache, dass er vielleicht einen moralisch nicht ganz so vertretbaren Beruf hatte, würde daran sicherlich nichts ändern.
"Wow... mit sowas hätte ich nicht gerechnet", gab er jedoch leise zu und schluckte leicht. Das rückte die Bedrohung, die über ihnen hing, natürlich auch in ein ganz anderes Licht. Es bestand ein großer Unterschied, ob man auf der Abschussliste eines komplett skrupellosen Menschen stand, für den es zur täglichen Routine gehörte Morde zu befehligen, oder nur auf der Liste einer zickigen Ex-Freundin, die dafür sorgen wollte, dass man einmal ordentlich verprügelt wurde. "Aber was hat dein Chef für ein Problem mit mir? Ich... es stört doch nicht, wenn wir uns in deiner freien Zeit treffen... oder?"

Nachdenklich schüttelte der Deutsche den Kopf. "Mein Chef hat gar nichts gegen dich. Es interessiert ihn nicht, mit wem ich mich in meiner Freizeit treffe. Nein, es muss einen anderen Grund geben. Wir sind jemandem, der weitaus mächtiger ist, ein Dorn im Auge. Ich habe nur keine Ahnung, wem oder warum." Er neigte seinen Kopf, sah seinem Liebsten wieder einmal fest in die Augen. Zum wiederholten Mal jagte eine heisse Welle absoluten Glücks durch ihn hindurch. Seine Hand glitt in den Nacken des Anderen, hob dessen Kopf leicht an, während er ihm zu einem weiteren zärtlichen Kuss entgegenkam, in dem all seine Liebe lag.

Wie immer erwiderte Kohaku den sanften Kuss nur zu gerne. Gott, wie hatte er diese Sanftheit, diese weichen Lippen vermisst...
Seine Gedanken jagten währenddessen jedoch rastlos dahin und suchten nach einem plausiblen Grund, aus dem jemand etwas gegen sie haben konnte. Wieder drängte sich ihm sein Vater auf und wieder schob er die Idee beiseite. Wenn sein Vater etwas von dieser Beziehung ahnen würde, dann säße er, Kohaku, schon lange nicht mehr in dieser Wohnung und im "Black Velvet"... Eine Beziehung mit einem Mann fiel eindeutig in die Kategorie 'Vertragsbruch'.
Seufzend setzte er sich auf, lehnte seinen Kopf an Schuldigs Schulter und schmiegte sich an ihn. "Wir tun doch aber niemandem etwas", meinte er leise. "Wieso interessiert das überhaupt jemanden, der so viel Macht hat..?"

Resigniert schloss der Telepath die Augen, genoss die Nähe zu seinem Liebsten, dessen Wärme und Geruch. "Ich weiß es nicht", gab er ruhig zu. "Noch nicht. Aber wenn ich es weiß... Dann gnade ihm Gott!" Das war etwas, das ihm von dem Moment an, als Brad seine unglaubliche Drohung ausgesprochen hatte, klar gewesen war: Er würde den Mistkerl finden, der sich anmasste, sich in sein Leben zu mischen. Finden - und umbringen. Langsam. Schmerzhaft. Lächelnd. Energisch schob er den Gedanken beiseite. Solche Überlegungen hatten hier nichts verloren. Dafür etwas anderes. Wenn er schon mal dabei war, ein großes Geständnis abzulegen, konnte er Kohaku gleich das nächste auch noch präsentieren. "Wenn Karin nicht gekommen wäre, als ich sie gerufen habe, weiß ich nicht, was ich auch lauter Verzweiflung angestellt hätte. Ich hatte solche Sehnsucht nach dir."

Ein leicht mulmiges Gefühl machte sich in Kohakus Magen breit, als er die Drohung seines Liebsten hörte. Solche Worte würde er wohl nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen können und irgendwie wünschte er sich plötzlich, dass er die Person, die sich für ihre Trennung verantwortlich zeichnete, nicht persönlich kannte.
Schuldigs nächstes Geständnis riss ihn jedoch augenblicklich aus seinen Überlegungen, fast schon geschockt sah er seinen Schatz an. "Du hättest dir doch nichts angetan, oder?" Sanft nahm er das Gesicht des Orangehaarigen in beide Hände und drehte es in seine Richtung; sah ernst in die unglaublich grünen Augen. "Anstatt zu mir zu kommen und mir alles zu erklären?"

Kohakus Blick brachte den Telepathen dazu, müde die Augen zu schliessen. "Was hätte ich dir denn erklären sollen? WIE hätte ich es dir erklären sollen? Ich hab mich so einsam ohne dich gefühlt, alles war so sinnlos..." Wieder wurde die Versuchung groß, seinen Schatz wissen zu lassen, wie er sich in der Zeit ihrer Trennung gefühlt hatte. Und gleichzeitig zu erfahren, wie es dem Sänger ergangen war. Aber er verdrängte ein weiteres Mal erfolgreich diese unsinnige Idee. "Erzählst du mir jetzt was von dir?", fragte er statt dessen leise, wollte damit den Anderen auch von sich ablenken. Was er beinahe getan hätte, war unwichtig. Wichtig war einzig und allein, dass sie jetzt hier waren. Zusammen.

"Mir ging es auch absolut dreckig", gab Kohaku leise zu. "Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir etwas anzutun... Irgendwo war die Hoffnung darauf, dich zurück zu bekommen, einfach immer noch vorhanden..." Er setzte sich ein wenig mehr auf und bedeckte das Gesicht seines Lieblings mit zärtlichen Küsschen.
Leicht fragend legte er dann den Kopf schief, suchte zum wiederholten Male den Blickkontakt. "Was willst du denn von mir wissen?" fragte er leise und musste gleich darauf leicht schmunzeln. "Meinen Beruf kennst du ja..."

Ein absolut glückliches Lächeln hellte das zuvor sorgenvolle Gesicht des Langhaarigen bei den so lang vermissten Zärtlichkeiten seines Geliebten auf. "Ja, ich kenne deinen Beruf. Und ich kenne deinen Vornamen. Alles, was darüber hinausgeht, weiss ich nicht. Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass ich nicht mal weiß, wie alt du bist? Wann du Geburtstag hast? Oder was du außer singen noch gerne machst?" Sie waren so mit anderen Sachen beschäftigt gewesen, dass diese Themen einfach unter den Tisch gefallen waren. Aber musste man nicht auch so etwas wissen, um einen Partner richtig zu kennen?

"Ja, ich weiss. Wir haben viel zu wenig geredet und viel zu viel geknutscht. Auch wenn ich davon wirklich nie genug bekommen kann." Er lächelte verschmitzt und meinte ein wenig übermütig: "Und was würdest du jetzt machen, wenn ich dir eröffnen würde, dass ich erst siebzehn bin?" Kohaku rutschte auf Schuldigs Schoss und legte seine Arme um den Nacken des Anderen. Das unbändige Glücksgefühl in seinem Inneren machte es ihm schwer, ernst zu bleiben, doch er rief sich zur Ordnung. Reden war wichtig, sehr wichtig, wenn diese Beziehung wunderschön anstatt 'schön, aber eigenartig' werden sollte...
"Ich bin einundzwanzig", gestand er dann lächelnd. "Und Geburtstag hab ich im März. Meine Lieblingsbeschäftigung ausser singen und Songs schreiben bist eindeutig du... Und mit meinem Nachnamen geh ich lieber etwas sparsam um, da mein Vater leider ziemlich bekannt ist. Bekannt, aber auch berüchtigt... und auch ein bisschen gefürchtet." Er seufzte leise. "Das hilft einem selten dabei, jemanden näher kennenzulernen..."

Schuldigs leises, dunkles Lachen füllte den Raum. "Ich kann auch nicht davon genug bekommen. Wie wäre es, wenn wir die Zeit, die wir immer haben, aufteilen? Die eine Hälfte reden wir, die andere Hälfte haben wir dann Zeit zum Schmusen?" Ein dämlicher Vorschlag, das war ihm schon klar. Aber besser als gar keiner. Und nur mit reden konnte man schließlich ein Beziehung auch nicht aufrechterhalten. Um das gleich mal klar zu stellen, landeten Schuldigs Lippen wieder auf Kohakus, seine Finger strichend begehrend über den geliebten Körper. Kaum, dass sie sich wieder gelöst hatten, grinste der Deutsche: "Na wunderbar, dann weiß ich ja schon mal, bis wann ich auf dein Geburtstagsgeschenk sparen muss!" Die Sache mit Kohakus Vater hatte er sehr wohl registriert und dachte sich auch seinen Teil dazu, hielt es aber für klüger, nichts zu sagen.

Den Kuss und auch die dazugehörigen Streicheleinheiten geniessend, schmiegte Kohaku sich noch enger an seinen Schatz, drängte sich gegen dessen Hände. Ein Schauer rieselte durch seinen Körper und erweckte Gefühle in ihm, die er seit einer Weile schon für tot gehalten hatte. Und dennoch... "Ich hab mir generell gedacht, dass wir es einfach ein wenig langsamer angehen könnten, diesmal", meinte er leise. "Wenn wir uns die erste Zeit wieder nur im Bett herumwälzen, dann kommen wir erst recht nicht dazu, uns mal wirklich kennenzulernen und zu reden... Und wenn wir das Reden allgemein auf später verschieben, dann wird es auch wieder seltsam, weil man sich in einer Beziehung immer seltsam fühlt, wenn die Zärtlichkeiten nach ner Zeit weniger werden... Also vielleicht finden wir ein Mittelmaß, das wäre wirklich toll..."

"Ich will ja gar nicht mit dir schlafen... Das heisst, ich will natürlich schon, aber nicht schon heute oder morgen. Was aber nicht bedeuten muss, dass wir auf alle Zärtlichkeiten verzichten müssen, oder?" Irgendwie konnte der Telepath seiner eigenen Logik grade mal wieder selbst nicht so ganz folgen. Ein wenig verwirrt brach er ab und guckte seinen Koibito fragend an. "Und vielleicht wäre es auch besser, wenn ich gar nicht erst über nacht bei dir bleibe. Mit Ausnahme von heute... Was meinst du?"

"Mh... ich hätte dich am liebsten rund um die Uhr bei mir", entgegnete Kohaku und zog einen leichten Schmollmund. Alleine der Gedanke daran, Schuldig seine Wohnung verlassen zu sehen, war schrecklich... Zu groß war die Angst, ihn nicht mehr wieder zu sehen. "Aber vermutlich sollten wir uns irgendetwas ausdenken, wo wir schon wissen, dass jemand etwas gegen unsere Beziehung hat... Vielleicht ist es auch keine gute Idee, wenn wir uns im 'Black Velvet' treffen - ich meine, viel auffälliger geht es dann ja schon nicht mehr." Er lehnte sich an den Orangehaarigen und begann, mit dem Zeigefinger imaginäre Linien auf dessen Brust nachzufahren.

Das überraschte den Schwarz dann doch ein wenig. "Wenn du das wirklich willst, bleib ich natürlich bei dir. Ich wollte nur Rücksicht auf dich nehmen." Ein Küsschen landete auf Kohakus Nasenspitze. "Es wäre wohl am einfachsten, wir treffen uns im Park. Oder du gibst mir irgendwann einen Schlüssel." Letzteres wäre die allereinfachste Lösung. Aber Schuldig wollte seinen Freund in dieser Hinsicht weder zu etwas überreden noch zwingen. So etwas sollte, seiner Meinung nach, immer freiwillig geschehen. Wenn der Andere den Zeitpunkt für richtig hielt. Er streckte sich ein wenig, legte seine Arme danach fest um den Jüngeren. "Willst du im Bett noch ein wenig weiterreden? Ich würd mich gern langsam mal hinlegen..." So wirklich viel Schlaf hatte er in den letzten Wochen ja nicht gefunden, und es war nicht weiter verwunderlich, dass die Natur und sein Körper langsam aber sicher ihr Recht forderten.

"Stimmt, der Park wäre ein guter Treffpunkt... Oder vielleicht auch irgendein Café. Ich nehme mal nicht an, dass wir gleich rund um die Uhr beschattet werden - so etwas fällt einem doch auf, oder nicht?" Über die Idee mit dem Schlüssel würde er natürlich auch nachdenken, allerdings war das ein Thema, mit dem er ein wenig Probleme hatte. Das letzte Mal, als er seinem Partner den Wohnungsschlüssel anvertraut hatte, hatte das im Endeffekt nur Streitigkeiten gebracht und somit zum unvermeidbaren Ende der Beziehung geführt. Hideki... irgendwann würde er Schuldig auch von ihm erzählen müssen. Nur nicht unbedingt heute - der heutige Abend war zum glücklich-sein da.
Lächelnd drückte er Schuldig an sich und nickte dann. "Natürlich, können wir machen. Es wird ja auch langsam spät... Und morgen ist schliesslich auch noch ein Tag." Er rutschte von Schuldigs Schoss, nahm seinen Liebling wieder an der Hand und übersiedelte mit ihm ins Schlafzimmer.

Wie es der Telepath versprochen hatte, passierte in dieser Nacht nichts ausser unendlich zärtlichen Streicheleinheiten. Schuldig war erwachsen genug, es auch mal eine zeitlang ohne Sex auszuhalten - wenn auch nicht gern. Jedenfalls hatte er sich vorgenommen, zu warten, bis diesmal Kohaku den ersten Schritt machte. Und das würde er irgendwann, spätestens wenn er es nicht mehr aushielt, von ihm nur gestreichelt und leidenschaftlich geküsst zu werden. Im Augenblick jedenfalls war es viel schöner, die Gegenwart des Anderen einfach nur geniessen zu können, zu spüren, wie sich der warme, anschmiegsame Körper an ihn kuschelte. Zufrieden und seit langer Zeit wieder richtig glücklich schlief er schließlich ein, seinen Geliebten fest im Arm.

Auch Kohaku genoss die ausgetauschten Zärtlichkeiten und obwohl die Verlockung, der über Wochen aufgestauten Lust und Sehnsucht einfach nachzugeben, sehr groß war, widerstand er ihr dennoch. Diesmal gab es die Ausrede, dass man ohnehin nicht wusste was aus der Sache werden würde, einfach nicht. Schuldig war längst keine flüchtige Abendbekanntschaft mehr und somit hatten sich auch die Spielregeln geändert: Da er ohne den Anderen nicht gut leben konnte, MUSSTE diese Beziehung einfach funktionieren und somit mussten sie auch von Anfang an ein wenig daran arbeiten.
Der Rest der Nacht war jedoch trotz dieser 'Arbeit' wunderschön. Nebst der zahlreichen Zärtlichkeiten tauschten sie im Flüsterton etliche Nichtigkeiten und Wichtigkeiten aus. Rundum mit seiner Welt zufrieden und mit einem Gefühl im Bauch wie ein kleiner Schuljunge, der sich zum allerersten Mal verliebt hatte, schlief Kohaku schliesslich eng an seinen Liebsten gekuschelt ein. So gut wie in dieser Nacht hatte er schon eine Ewigkeit nicht mehr geschlafen. Schuldigs Geruch verfolgte ihn bis in seine Träume und liess gar nicht erst zu, dass sich irgendetwas negatives in sie mischte.

Sogar das Aufwachen am nächsten Morgen -oder wohl eher Mittag, wie immer bei ihnen, da sie ja einen reichlich verschobenen Tagesrhythmus hatten- war eine Sensation. Nicht nur, dass Schuldig es unendlich genoss, nicht allein, sondern neben einem geliebten und vertrauten Menschen aufzuwachen, er fühlte sich so ausgeruht und entspannt wie schon lange nicht mehr. Ein wenig verschlafen schielte er zu seinem schwarzhaarigen Liebling, der sich an ihn kuschelte und ihm somit ein Gefühl von Geborgenheit vermittelte. So dumm es auch klingen mochte, bei Kohaku fühlte sich der Schwarz zu Hause. Während er seinem Freund vorsichtig ein paar Strähnen aus dem Gesicht strich, betete er insgeheim, dass es für immer so bleiben möge. Aufs Neue von der Schönheit des Jüngeren und seiner Liebe zu ihm fasziniert, zeichnete er sanft die Konturen des schlafenden Gesichts nach. "Du hast keine Ahnung, wie sehr ich dich liebe. Ich werde dich beschützen, wenn es sein muss mit meinem Leben", nuschelte er gedankenverloren.

Mit einem Lächeln reagierte Kohaku auf die Streicheleinheiten und schmiegte sich noch etwas mehr an die Wärmequelle neben sich. Sogar im Schlaf genoss er Schuldigs Nähe; bei ihm fühlte er sich so gut aufgehoben wie nirgends sonst.
Nur langsam erwachte er aus seinen Träumen und war noch im Halbschaf erleichtert darüber, einen warmen Körper neben sich und den vertrauten Geruch seines Lieblings wahrzunehmen. Das war also schon einmal kein Traum gewesen - der letzte Abend war Wirklichkeit. Mit der Wange schmuste er sanft über Schuldigs Brust, dann öffnete er die Augen und sah zu ihm hoch. "Guten Morgen", flüsterte er leise und betrachtete ausgiebig das geliebte Gesicht mit zärtlichem Blick. Wie hatte er es nur so lange ohne diesen Anblick ausgehalten?

"Morgen, Schatz!", gähnte der Orangehead und räkelte sich genüsslich unter seinem Geliebten. Kurz wuschelte er sich durch die lange Mähne und zog dabei die Nase kraus. "Dusche und Frühstück? Oder andersrum?" Es war jedenfalls für ihren Entschluss, für eine Weile etwas abstinenter zu leben, nicht grade föderlich, wenn sie zu lange im Bett liegen blieben. Zu schnell konnte er da auf dumme Ideen kommen, zumal einige Körperteile von ihm schon um einiges wacher waren als er selbst... Warum hatte er mit seinen 22 Jahren bei Kohaku jedesmal eine Morgenlatte wie ein Teenager mitten in der Pubertät? Das war eindeutig nicht mehr normal!

"Mh... wie wär's wenn du schnell duschen gehst und ich richt' inzwischen Frühstück? Und dann hüpf' ich unter die Dusche und du kochst deinen Kaffee der lebenden Toten?", schlug er schmunzelnd vor. So sehr er sich danach sehnte, sich vollkommen unbekleidet an seinen Geliebten zu schmiegen und dessen weiche Haut direkt an seiner zu spüren - es war absehbar, worauf das hinauslaufen würde. Und sein Vorsatz, es diesmal etwas langsamer anzugehen, sollte schliesslich länger halten als nur eine Nacht.
Sanft kraulte Kohaku seinem Freund über den Bauch, drückte ihm dann einen Kuss auf die Wange und liess sich danach auf den Rücken - und somit von Schuldig herunter - rollen. Genüßlich streckte und räkelte er sich. Es war wirklich schön, gleich beim Aufwachen jemanden bei sich zu haben, der einen automatisch in gute Laune versetzte.

Ein wenig verwirrt richtete der Langhaarige sich auf. "Kaffee der lebenden Toten?" Na, das war ja mal eine schmeichelhafte Bezeichnung für das Gebräu, das er zum Frühstück zu trinken pflegte. Seine Schwester hatte dafür die Titulierung "Ernstgemeinter Anschlag auf mein junges Leben" verwendet. Träge schlug er die Decke zurück und stand noch einmal herzhaft gähnend auf. Noch immer ziemlich verschlafen tappte er ins Bad, unterzog sich einer kalten Dusche, die sein kleines Problem, das er böse anstarrte, zumindest für diesen Morgen löste. Wesentlich entspannter als Minuten zuvor kam er dann in die Küche, nur in ein riesiges Badetuch gewickelt. "Schichtwechsel!", brummelte er und machte sich gleich daran, das schwarze Lebenselixier, das er brauchte, um überhaupt auf Touren zu kommen, zu kochen.

Grinsend sah Kohaku seinem Freund hinterher und krabbelte dann ebenfalls aus dem Bett. Gähnend ging er in die Küche und begann aus dem nicht gerade berauschenden Vorratsangebot ein einigermassen ansehliches Frühstück zu zaubern. Er hatte sich in der letzten Zeit, Dank des fehlenden Appetits, nur ungern in Supermärkten aufgehalten...
Als Schuldig frisch geduscht in der Küche erschien - morgenmuffelig wie meistens - war Kohaku gerade damit fertig geworden, alles herzurichten. Schmunzelnd schob er sich an dem Orangehaarigen vorbei und konnte es nicht lassen, ihm dabei mit einer Hand auf den gut geformten Hintern zu klopfen. "Abklatschen muss sein", rechtfertigte er sich schnell und verschwand dann schleunigst Richtung Badezimmer.

Tief durchatmend schaute der Telepath seinem Freund hinterher. "Jaja, ärger mich nur...", grummelte er so, dass es Kohaku noch hören konnte. Da versuchte man, seine Fassung zu bewahren und nach Möglichkeit nicht an irgendwelche schönen morgendlichen Aktivitäten auch nur zu denken, und dann sowas... Kopfschüttelnd brühte er seinen Kaffee auf, dessen herrlicher Duft schon bald die kleine Wohnung erfüllte. Nachdem sich auch der Schwarzhaarige frisch geduscht wieder in der Küche eingefunden hatte, guckte Schuldig ihn leicht lächelnd an und meinte: "Ich muss heute nachmittag wieder nach Hause, ich hab heut nacht zu arbeiten. Aber wenn du willst, treffen wir uns morgen früh, wenn du im "Velvet" aus ...

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y Die letzten 5 Kommentare
Kommentar von: shiroi
Username: shiroi
Datum: 04.12.2006 - 17:22

Kommentar Nr.: 2518
*seufz* hatte ich erwähnt, dass ich happy ends liebe? ^^~ so schön...

ich danke euch beiden für diese wundervolle geschichte und für haku :) ich will mehr von ihm lesen!!! ähm... ich mein ich möchte ^_~

aber da habt ihr euch ja schön aus der sache gerettet, in dem ihr haku rettet.. ^_^ schu ist halt doch ein held *gg* nein aber im ernst.. eine schöne idee, dass sakura so ohne weiteres "mitgemacht" hat. aber ich fand dieses "aber wenn es ne frau wäre, würd ich kämfen"-ding richtig cool *ggg*

nja~ auf jeden Fall eine gelungene story die mit zu meinen Favorits gehört. *haku-fähnchen schwing*

Liebe Grüße und noch mal vielen dank.
shiroi
Kommentar von: Brad-san
Username: Brad-san
Datum: 03.12.2006 - 12:11

Kommentar Nr.: 2512
Ui, welch Märchenende...
Nach all den Krisen darf Schuldig auch als holder Ritter erscheinen.
(Ob dabei Kohakus Coming-Out vor versammelter Meute notwendig gewesen wäre, bezweifle ich noch etwas - man denke nur an die Medien...)

Die beiden dann doch vereint zu sehen, ist dennoch schön.

Zu Sakura noch ein Punkt: Sie soll ja eine sympathische Figur sein, so habt ihr sie geschildert (gut aussehen, wohl erzogen, Kohaku hätte an ihr Gefallen gefunden etc) und so hat sie auch gehandelt (also, sie hat Haku keine Szene gemacht, sondern sich schon fast für ihn gefreut).
Daher ist es nicht gerade sinnvoll, sie -wenn auch nur in wörtlicher Rede- als 'Schnepfe' und 'aufgetackelte Tussi' zu bezeichnen. Das bewirkt doch eher das Gegenteil. Gut, das mag vielleicht auch an meiner Abneigung solcher Worte liegen. Dennoch wollte ich es los werden.

Ansonsten fand ich es recht gut, dass ihr die Spannung "wer ist Kohaku" bis zum Ende aufrecht erhalten habt.
Naja, und dass das Gute siegt, das wünschen wir uns ja alle. *grins*

Also, nen schönen ersten Advent und liebe Grüße von
Braddy
Kommentar von: Liliana
Username: Liliana
Datum: 03.12.2006 - 02:34

Kommentar Nr.: 2510
Ach man, Schu ist wirklich zum anbeißen süß. Wie ich schon mal schrieb, er ist mein Held - wink .
Das Schwarz zusammenhalten hat mir auch sehr gefallen. Ebenso die Blamage für Hukus Vater, denn das war ein klasse Auftritt der Beiden.

Tschüßi und schreib schön fleißig weiter.
Vielleicht mal was mit und von Farf ?
biggfrin
Alles Liebe und einen schönen ersten Advent wünscht Lil.
Kommentar von: Galu
Username: Galu
Datum: 02.12.2006 - 21:22

Kommentar Nr.: 2508
Ja gut...Kohakus Vater ist kein Yakuza...aber die Methoden sind die gleichen.

Was für ein Glück, das es Fernseher gibt.biggfrin
Ich war sehr erleichtert zu erfahren, das Schwarz immer noch zusammen hält, sich nicht von anderenn ALLES sagen lässt. Und die Aktion "Rettet Kohaku" war absolut gelungen. Auch weil Sakura so schön mitgemacht hat. Eine tolle Lösung für ein schwieriges Problem!
Jetzt können die beiden endlich richtig glücklich miteinander werden.

Nun ja ihr beiden.....ich finde eine Weihnachtsgeschichte kann man IMMER lesen, da spielt der Zeitpunkt keine Rolle.

Liebe Grüße und Dank für eine tolle Geschichte.
Galu

PS: Wie weit seid ihr denn mit einer speziellen Geschichte???
*sehr neugierig istbiggfrin *
Kommentar von: Liliana
Username: Liliana
Datum: 01.12.2006 - 04:41

Kommentar Nr.: 2503
Hmmm ...
Ich find Galus Kommi sehr bezeichnend, denn der hätte glatt von mir sein können.
Da ich in allen Punkten überein stimme, will ich nur auf einen Punkt eingehen.
Haku hat sich aufgeregt, das er Schu im Ernstfall nicht erreichen könnte, aber er selber mutet Schu doch viel mehr zu, indem er ihm so wichtige Details, wie seinen Vater usw., verschweigt. Wer, wenn nicht er, sollte doch wissen, oder zumindest ahnen können, zu was sein Vater fähig ist um seinen Willen durchzusetzen. Und durch sein Schweigen hat er Schu in eine Situation gebracht, sich endlos um ihn zu sorgen und nicht mal zu ahnen, wo er denn nun ist, wo er doch am eigen Leib gespürt hat, wie schlimm sowas ist.
Tja, da kann er wirklich nur hoffen, das Schu hellsehen kann. Aber so wie es scheint, ist Haku ja bereit sich in allen Punkten seinem Vater unterzuordnen. Um Schu zu schützen, jaaa. Aber wieso, zum Kuckuck, konnte er mit Schu nicht ehrlich über seinen familiären Hintergrund sprechen, bevor so etwas passiert und das wenn sowas passiert beide wissen wie sie handeln können. Arg .. Haare rauf!

Ich hör jetzt auf, sonst flipp ich noch aus.
Da es ja leider nur noch ein Kapi gibt, wird sich ja im nächsten alles auflösen. Natürlich wird Schu handeln müssen, denn von Haku ist ja nichts konstruktives zu erwarten.
Nun, ich bin gespannt, wie ihr es schafft, das Aufeinandertreffen mit Brad, die Auflösung der Vater-Sohn Erpressung und die Versöhnung mit Schu (davon geh ich jetzt frecher Weise einfach mal aus) alles in ein letztes Kapi zu bringen. ??

Tschü Lil
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