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Archiv > Ai no Kusabi > Ich gehöre dir

y Ich gehöre dir
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Beendet
Ab 18 Jahren Deutsch 15.02.200515.02.2005 113064 4.38
Bei 8 Vote(s)
411
Autor: Dhala_Elena_Angel
Pairing: IasonxRiki
Kategorien: Science Fiction, Romantik
Inhalte: Angst, Trauma / Depressionen, Lemon
Einführung: Zwar erhält Riki nach über 3 JAhren seine Freiheit zurück, doch er wird die Gedanken an seinen ehemaligen Master nicht los. Und dann wird er krank...
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y Kapitel 2
„...Iason..:!“ Riki wollte nicht weg! Er wollte zurück zu dem Licht, aus dem er sich selbst verstoßen hatte! Er wollte...! Auf einmal wurde alles um ihn herum schwarz. Das Atmen fiel ihm wieder etwas leichter, er bemerkte eine leichte Feuchtigkeit.
Die Dusche? Saß er etwa immer noch in der Dusche? Verdammt! Er hatte schon wieder nach dem Blondie gerufen! Er musste raus, das Wasser abdrehen... Der Anfall schien ja wieder abzuklingen. Er war wohl ziemlich heftig gewesen. Viel Zeit blieb ihm nicht mehr.... Er sollte sich bei Guy und den Anderen sehen lassen, sie warteten sicher schon... ach nein, die waren wahrscheinlich noch im Revier...
Er zwang sich, seinen leicht schmerzenden Arm zu bewegen, versuchte, sich abzustützen, um sich aufzurichten. Aber er fand keinen festen Halt... die Oberfläche gab... nach? Was war denn los? Nein, hier stimmte etwas nicht! Die Wand... war auch weich! Außerdem war es... angenehm warm! Zwar fror er etwas, aber er war nicht wirklich kalt! Dazu kam noch dieser Geruch...
Mit aller Macht zwang Riki sich, die Augen zu öffnen. Aber er schloss sie sofort wieder, als er in die fast schon unerträgliche Helligkeit blickte. Was? So hell war doch seine Lampe nicht...! Als er die Augen erneut öffnete, war das helle Licht verschwunden, nur noch ein sanftes Strahlen erhellte den Raum, so, wie die Zwillingsmonde immer Iasons Zimmer er-hellt... Was? Iasons Zimmer??! Er versuchte, sich zu konzentrieren, seine Hand glitt noch einmal über die weiche Fläche unter sich. Seide! Das war doch definitiv Seide! Und da.. in der Ecke! Der Nachttisch, auf dem ein Glas stand, in dessen geschliffenem Rand sich das fah-le Licht in allen möglichen Farben brach!
Iason sah erneut zu Riki herab, nachdem er das Licht ausgeschaltet hatte. Ja, er hatte recht gehabt, Die Augen öffneten sich erneut, der Blick huschte unstet durch das Zimmer, während eine der Hände über das Bettlaken glitt.
„Iason?,“ fragte Riki ungläubig. Das konnte doch nur schon wieder so ein Traum sein! Beim Sprechen merkte er, dass etwas über seinem Gesicht lag, seine Stimme dämpfte, so, wie er nun das leise Surren wahrnahm. Was... war das? Er zwang sich, die Hand zu heben, eine An-strengung, der er sich fast nicht gewachsen fühlte, spürte etwas Hartes – und eine andere Hand, die es hielt.
„Ich bin hier,“ antwortete der Blondie sanft, als er die Frage hörte, oder sie mehr erahnte, leg-te die Maske zur Seite, nahm ein Tuch, wischte die Feuchtigkeit aus dem Gesicht, die der fei-ne Nebel hinterlassen hatte. „Es wird alles wieder gut, Riki. Du bist... zu Hause.“
Was? Zu Hause? Erneut glitt Rikis Blick über die edle Einrichtung des Zimmers, das allein drei Mal so groß war, wie seine gesamte Wohnung! Was... meinte Iason? Nein! Er war doch frei! Kein...Pet mehr! Frei... in den Slums, in denen er geboren wurde, in denen er den größten Teil seines Lebens verbracht hatte! Er... konnte nicht in Eos sein! Und doch... der Geruch be-ruhigte ihn, wiegte ihn, gab ihm diese unendliche Sicherheit, wie in seinem Traum... und er verschwand nicht...
Aber auf einmal bäumte Riki sich auf. Nein! Iason sollte ihn so nicht sehen! Er wollte allein sein! Er war .. krank. Und er wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleib... er wollte nicht, dass Iason das sah! „Nein,“ flüsterte er. Doch die Hand um seine Hüfte hielt ihn weiterhin fest, ließ ihn nicht los, er sackte zurück, an die Brust des Anderen.
Iason zog nur eine Augenbraue hoch, ohne auch nur Anstalten zu machen, den Jüngeren los-zulassen, der sich plötzlich aufbäumte. „Ganz ruhig,“ redete er wieder auf den Kranken ein. „Streng dich nicht so an. Du bist bald wieder gesund,“ fügte er hinzu, wobei seine zweite Hand zur Stirn glitt. Ja, das Fieber war sichtlich gefallen. Zwar nicht weg, aber auch nicht mehr so schlimm, wie zu Beginn.
„Gesund?,“ Iason wusste es? Warum sagte er denn dann so etwas? Er wusste doch, dass es keine Heilung gab! „Ich kann nicht...“, er musste wieder mühsam Luft holen, „gesund wer-den,“ beendete er den Satz, immer noch nicht sicher, ob er träumte, oder nicht.
Iason lachte leise: „Natürlich wirst du wieder gesund. Was hast du denn gedacht? Dass ich dich sterben lasse? Dummer Junge.“ Er küsste Rikis Stirn, ohne weiter darüber nachzudenken, griff zu seinem Nachtschrank und holte das Glas: „Komm, trink etwas,“ befahl er ruhig.
Immer noch verwirrt, ohne zu begreifen, was geschah, tat Riki, was von ihm verlangt wurde, schmeckte erneut den fruchtigen Geschmack des Getränks, wobei eine Erinnerung in ihm aufstieg. Als wäre das schon einmal geschehen. Doch er konnte sie nicht greifen. Er fühlte sich so sicher, wollte diesen Ort – den Ort des Lichtes – nie, nie wieder verlassen. Doch gleichzeitig war da auch noch dieses Verlangen. Das Verlangen nach Freiheit, eines der weni-gen Dinge, die er in Ceres besessen hatte. Seine Freiheit. Nur darum hatte er doch überhaupt so lange gekämpft! Seine Gefühle unterdrückt! Er... er wollte frei sein! Wollte niemandem gehören! „Ich... gehöre... niemandem!,“ keuchte Riki, als das Glas wieder verschwand
Iasons Augenbraue wanderte nach oben, er sah auf Riki hinab, der gerade gesprochen hatte, sich aber immer noch an ihn lehnte, offensichtlich zu schwach, sich ihm zu entziehen. Er spürte einen kurzen Stich, doch dann kam auf einmal auch die Einsicht.
So simpel! War es wirklich das? Hatte Riki immer nur davor Angst gehabt? Hatte er ihn des-halb verlassen, ohne sich auch nur einmal nach ihm umzusehen? Denn er konnte dem Mongo-rel nicht gleichgültig sein, der ständig seinen Namen gerufen hatte! Angst, besessen zu wer-den, seine Freiheit auch noch zu verlieren. Er dachte wieder an das Rattenloch, aus dem er Riki geholt hatte, die fadenscheinige Wäsche, das Wenige, was sich darin befunden hatte. Aber er war frei gewesen, ohne Jemandem, der ihm befohlen hatte. War es das? „Ruhig, Ri-ki,“ flüsterte er erneut. Er zögerte. Das, was er sagen wollte, fiel ihm schwer, er hatte sogar etwas Angst vor den Reaktionen des Jüngeren. Doch war es das nicht wert? War Riki es nicht wert, dieses Risiko einzugehen? Er atmete tief durch: „Du bist kein Pet mehr,“ beruhigte er den Anderen, während er über die seidigen, dunklen Haare strich.
Was? Riki zwang sich, seinen Kopf etwas zu drehen, sah zum ersten Mal seit Monaten wieder in das Gesicht des Mannes, von dem er inzwischen regelrecht besessen war, von der er immer und immer wieder träumte und den er selbst am Tag immer wieder vor Augen sah. Kein.. Pet? Aber... was.... was war er denn dann? Wofür befand er, der Mongorel sich denn sonst in Eos? Was hatte das alles zu bedeuten? Er... verstand nicht. Und er bekam Angst. Wenn er kein Pet war – was war er dann? Wie lange würde es dauern, bis er wieder auf der Straße landete? Bis er aus dieser Umarmung gerissen wurde, aus der er selbst einst geflohen war, die ihm aber doch solchen Frieden, solche Sicherheit schenkte, auch wenn er das jetzt erst zugeben konnte? Bis das Licht ihn erneut verstieß?
So behütet hatte er sich nur einmal gefühlt, eine Zeit lang, in den Armen seiner Mutter, die ihn vor allem zu schützen schienen. Nicht einmal bei Guy hatte er diesen Frieden gefunden... nicht einmal bei ihm...
„Was... bin ich ... dann...?“, fragte er leise, kaum hörbar. Und er hatte Angst. Angst vor der Antwort. Fast schon ohne sein Zutun klammerte sich seine Hand an den Arm des Älteren, er wandte sein Gesicht ab, wollte nicht sehen müssen, was in dem Blondie vorging.
Dieser lächelte erleichtert, während er auf die Hand sah, die sich an ihn krallte, als habe Riki Angst, verstoßen zu werden, zu weit gegangen zu sein. Und er hatte die Frage sehr wohl ge-hört. Aber dieses Verhalten zeigte ihm auch, wie recht er mit seiner Vermutung gehabt hatte. Er drückte den Dunkelhaarigen noch näher an sich, wollte ihm jede Angst, jede Unsicherheit nehmen, hob dessen Kopf, so, dass der Jüngere gezwungen war, ihm direkt ins Gesicht zu sehen: „Riki, ich... ich liebe dich. Weder werde ich dich gehen, noch sterben lassen. Denn dann wäre auch mein Leben vorbei,“ bekannte er. Worte, die so wahr waren, wie sonst nichts. Worte, die er schon so lange hatte sagen wollen, es jedoch nie über sich gebracht hatte, wenn Riki ihn mit diesem Blick zwischen Trauer und Hass vom Balkon her angestarrt hatte, nach-dem er mal wieder stundenlang hinab in die Straßen gestarrt hatte.
Riki blinzelte mehrmals. Was war das denn nun wieder gewesen? Nein, bestimmte er für sich selbst. Er musste noch immer schlafen. Denn sonst... sonst hätte Iason so etwas doch nie im Leben gesagt. Das war nichts weiter... als ein Wunschtraum. Einer, den er schon recht oft ge-habt hatte. Er holte tief Luft, etwas, dass sich doch als etwas schwerer herausstellte, als er gedacht hätte, starrte den Blondie immer noch sprachlos an, der wieder dazu übergegangen war, ihm über die Haare zu streicheln. Wenn das hier ein Traum war, sollte er nicht enden. Oder... vielleicht war er auch einfach nur schon tot? Wenn, dann war es absolut nicht das Schlechteste! Aber – was machte dann Iason hier?
Riki riss sich am Riemen, begegnete dem Blick der blauen Augen, wie es außer ihm kaum ein anderer wagte, dann begann er, selbst zu sprechen: „Ich... liebe dich,“ flüsterte er zurück, mit tränenerstickter Stimme, merkte, wie die Feuchtigkeit auf seinen Wangen von einem Finger weggewischt wurde. „Ich... will nicht allein sein,“ fügte er noch fast panisch hinzu, als er merkte, wie die Müdigkeit ihn erneut übermannte, nein, er wollte die Augen nicht schließen und dann feststellen, dass das alles nur ein Traum gewesen war!
„Gott,...“, brach es aus Iason hervor, als er den Jüngeren noch fester an sich drückte, sein Ge-sicht in den dunklen, seidigen Haaren vergrub und Rikis ganz eigenen, angenehmen Geruch tief in sich aufsog. Er war sprachlos, denn er hatte nicht so schnell mit einer derartigen Ant-wort gerechnet, fühlte sich so... unendlich gut! Glücklich, wie noch nie zuvor. Als wäre ein riesiges Gewicht von ihm abgefallen und mit etwas unglaublich Gutem ersetzt worden.
Er merkte, wie Rikis Augen immer wieder zufielen, wie der Mongorel verzweifelt versuchte, gegen den Schlaf anzukämpfen. „Schlaf,“ befahl er sanft. „Ich bin da, ich lasse dich nicht al-lein – nie wieder. Schlaf.“ Er legte den Dunkelhaarigen auf die weichen Kissen zurück, bevor er sich schließlich selbst neben ihn legte, ihn an sich zog. Er merkte, wie der Jüngere sich an ihn kuschelte, zurück in seine Träume driftete.
Und zum ersten Mal seit Tagen, schlief auch er selbst.


Es war schon später Vormittag, als Iason schließlich wieder erwachte. Er fühlte sich herrlich ausgeruht und – ja – einfach unendlich glücklich. Er richtete sich etwas auf und sah auf Riki herab, der immer noch in seinen Armen schlief. Eine Hand lag auf seinem Arm, die dunklen Haare hingen ihm wirr ins Gesicht. Lächelnd strich der Blondie sie wieder zurück, richtete sich noch etwas weiter auf, wobei er ein Zerren an seinem Kopf bemerkte. Hm? Was war denn das? Er sah erneut herab und musste unwillkürlich grinsen. In seiner anderen Hand hielt Riki einige seiner Haare.
Vorsichtig machte Iason sich wieder los, bettete den Mongorel bequem und setzte sich ganz auf, wobei sein Blick auf Daryl fiel, der in seiner Tür stand.
„Guten Morgen, Master,“ grüßte der junge Mann ihn mit seiner sanften, hohen, knabenhaften Stimme. „Kann ich Euch etwas bringen?“
Vorsichtig, um Riki, der endlich einmal friedlich zu schlafen schien, ganz ohne Alpträume, nicht zu wecken, glitt Iason aus dem Bett. „Frühstück,“ gab er zurück. „Halte eine leichte Brühe bereit. Ach, noch was: richte mir bitte ein Bad.“
Daryl sah auf den Mongorel, der noch immer im Bett lag. Er hatte schon vor drei Stunden einmal in das Zimmer gespitzt, hatte seinen Master und den unzähmbaren Braunschopf in inniger Umarmung gefunden. Zum ersten Mal in all der Zeit, die die Beiden zusammen gewe-sen waren. Er hatte lächeln müssen, ihm war klar gewesen, dass Riki aufgewacht sein musste, dass da wohl ein klärendes Gespräch gewesen war. Und er war erleichtert. „Sehr wohl,“ gab er leise zurück und verschwand. Na, mal sehen, wie es weitergehen würde.
Iason sah an sich herab, stellte dabei fest, dass er noch immer dieselbe Kleidung trug, wie vor fünf Tagen, als er Riki aus diesem Rattenloch zurückgeholt hatte. Gott, er musste endlich ba-den! Alles in ihm schrie danach!
Etwas störte ihn, etwas war anders – etwas fehlte! Nein! Nein, das durfte einfach kein Traum gewesen sein! Rikis Hand tastete über das Bett, wo eigentlich noch Jemand hätte liegen müs-sen. Nein! Alles in ihm schrie auf. Aber gleichzeitig – er musste immer noch im Penthouse des Anderen sein. Wo war er aber dann? Er hatte doch versprochen, da zu sein! Die plötzliche Angst schnürte ihm die Kehle zu, machte ihm das Atmen ungeheuer schwer. Er begann nach Luft zu ringen, wie ein Fisch auf dem Trockenen, während er verzweifelt versuchte, seine Augen aufzuzwingen.
Plötzlich füllten verzweifelte Japser den Raum. Iason hielt mitten in der Bewegung inne, wandte sich zum Bett um, sah, wie Riki immer größere Probleme mit dem Atmen bekam, während eine Hand verzweifelt über die Laken fuhr, die Andere an seiner Kehle lag.
Hastig griff er nach der Maske, drückte sie dem Mongorel auf das Gesicht, während er ihn näher an sich zog. „Ganz ruhig,“ befahl er, während er erstaunt eine Träne bemerkte, die aus dem rechten Augenwinkel tropfte. Hatte Riki etwa Schmerzen? Er wischte sie sanft weg: „Entspann dich, versuch, tief durchzuatmen. Es wird alles gut.“
Und dann war sie wieder da, die Nähe, der Geruch, die Sicherheit. Etwas, dass sich über sein Gesicht gelegt hatte, der feuchte Nebel, der ihm nach einer Weile das Atmen wieder ermög-lichte, auch wenn sein Hals schrecklich brannte. Das Summen. Eine Hand fuhr über seine Wange, eine beruhigende Stimme schwebte über ihm. Und endlich schaffte Riki es, die Au-gen zu öffnen.
Erleichtert bemerkte Iason, wie sich die dunklen Onyxaugen öffneten, während der Atem sich beruhigte. Er hatte keine Ahnung, was diesen Anfall schon wieder ausgelöst hatte. „Es ist alles in Ordnung,“ wiederholte er seine Worte, strich Riki über die Stirn, spielte kurz mit den dunklen Strähnen: „Guten Morgen,“ fügte er lächelnd hinzu. Dann hob er die Maske wieder an, legte sie zurück auf den Nachttisch.
Riki sah Iason eine Weile lang einfach nur an, bevor er, fast schon schüchtern lächelte. Nein, er war nicht allein. Er spürte die Hand, die mit seinen Haaren spielte, merkte, wie er etwas angehoben und gegen die nackte Brust des Blondies gedrückt wurde.
Iason drückte Riki einfach nur an sich, genoss es, dass sich der Dunkelhaarige nicht wie frü-her, verzweifelt gegen ihn wehrte, sondern sich nur noch näher an ihn schmiegte. Lächelnd strich er über die vollen Lippen der Jüngeren, als ihm plötzlich eine Idee kam. Er hob Riki etwas an, legte sich seinen Arm um den Hals und hob ihn vom Bett.
„Was..?“, fragte Riki unsicher, als er merkte, wie er hochgehoben wurde – und dass er nackt war.
Iason lächelte, ohne zu antworten und trug Riki durch das Wohnzimmer, direkt ins Bad, wo Daryl stand und gerade eine der zahllosen Essenzen in das dampfende Wasser der großen Wanne schüttete. Dieser blickte auf, als er seinen Herrn eintreten sah, zu seiner Überraschung, mit Riki auf den Armen. Dieser blinkte überrascht mit den Augen, als er den Gleichaltrigen sah.
„Riki,“ lächelte Daryl. „Ich freue mich, dass es dir wieder besser geht“ dann trat er respekt-voll zur Seite, während Iason in die Wanne stieg.
„Daryl.“
„Master?,“ fragte die Stimme ruhig.
„Wenn das Essen fertig ist, bezieh bitte das Bett neu.“
„Jawohl,“ nickte Daryl, bevor er sich zurückzog, ohne weiter bemerkt zu werden. Er wusste, sein Herr hatte im Moment sowieso nur Augen für eine Person.
Iason setzte sich, positionierte Riki vorsichtig neben sich, so, dass dieser sich an ihn lehnen konnte und fuhr fort, ihm über die Haare zu streicheln. Er merkte, wie sehr das warme Wasser Riki zusagte, als das Gesicht sich vollkommen entspannte.
Kaum saß er, kuschelte Riki sich auch schon wieder an Iason, der erneut begann, über seine Haare zu fahren, sie ihm aus dem Gesicht zu streichen. Er hatte das Gefühl, endlich wieder zu Hause zu sein. Und der Andere hatte ihm versprochen, dass er kein Pet mehr war, nicht mehr Pet und Master. Einfach nur Liebende. Er fühlte sich, trotz der Schwäche, den Atemproble-men und dem unangenehmen Stechen im Bauch besser, als je zuvor. Denn er musste nicht mehr gegen sich selbst kämpfen. Es war egal, er konnte sich einfach gehen lassen. Aber etwas Anderes fiel ihm in dem Moment ein: nicht einmal Guy hätte die Wohnung gefunden, die er bezogen hatte, wenn er sie ihm nicht gezeigt hätte! Wie...! „Wie hast du mich ...gefunden?,“ fragte Riki in die angenehme Stille hinein.
Kurz hielt Iason inne, bevor er Riki näher an sich zog: „Ich habe dich gesucht, wie ein Ver-zweifelter,“ meinte er. Und ich habe damals deine Petlizenz nicht gelöscht. Erst habe ich es einfach vergessen und dann habe ich es nicht über mich gebracht. Später dachte ich mir, da du Ärger ja magisch anziehst, wäre das vielleicht die einzige Möglichkeit, dich zu finden – und so war es dann ja auch.
Katze hat einen Zugriff auf deine Datei festgestellt und ist zum Revier gefahren. Er ist dir gefolgt und hat mich benachrichtigt. Dann bin ich losgefahren und habe dich gefunden – in der Dusche – bewusstlos. Du kannst dir gar nicht vorstellen, welche Angst ich um dich hatte,“ gestand er schließlich.
Riki runzelte die Stirn. Er hatte nicht gewusst, dass er eine Lizenz gehabt hatte, noch etwas, außer dem entwürdigenden Ring um sein bestes Stück. Aber im Moment war er einfach nur dankbar.
Er wandte seinen Kopf, sah Iason einen Moment lang an, richtete sich etwas auf. Er wollte dem Blondie ins Gesicht sehen, aus eigener Kraft wenigstens sitzen. Ein Fehler. Er war zu schwach. Sein Arm knickte sofort ein, nicht in der Lage, sein Gewicht zu halten. Doch Iason war da, er fing ihn auf.
Iason merkte, wie schwach Riki noch war, hielt ihn eine Weile einfach nur an sich gedrückt, dann trennte er sich etwas von dem Jüngeren, sah ihn kurz fragend an, senkte seinen Kopf. Sanft, vorsichtig, legte er seine Lippen über die des Jüngeren, merkte, wie dieser überrascht etwas zusammenzuckte. Doch er wandte sich nicht mehr ab, er ließ es geschehen, ließ ihn gewähren.
Im ersten Moment zuckte Riki zusammen, als er die weichen Lippen auf seinen Eigenen fühl-te, sein erster Reflex war es, sich wegzudrehen, so, wie früher, doch dann war er einfach weg. Nein. Er hatte sich so lange nach diesem Kuss gesehnt! Iason knabberte an seiner Lippe, strich mit der Zunge über seine Zähne, begehrte Einlass. Und er gab nach, spürte, wie die fremde Zunge seinen Mund erkundete, die seine umschmeichelte, sie zu einem Spiel auffor-derte. Ein unendlich sanfter, langsamer Kuss, so vollkommen anders, als Guy, ohne Hast, ohne Eile, ohne die Brutalität, so unendlich zärtlich. Und auf einmal war es Riki ein Rätsel, warum er sich so lange geweigert hatte, es zuzulassen. Doch plötzlich zog er sich zurück.
„Was hast du denn?,“ fragte Iason verwundert. Warum hatte Riki sich denn so plötzlich von ihm getrennt? Was war los?
„Du.. du steckst dich noch...an,“ flüsterte Riki unglücklich.
Iason lachte nur darüber, legte seine Lippen erneut über di des Anderen, zog ihn wieder näher, umschloss ihn in eine feste Umarmung und erst, als er merkte, dass der Jüngere erneut Luft-probleme zu bekommen schien, trennte er sich von diesem, küsste seine Nase: „Du weißt doch, dass sich das Virus so nicht überträgt, oder?,“ fragte er sanft. „und selbst wenn, wäre es mir vollkommen gleichgültig.“ Doch dann wurde er auf einmal ernst: „Du musst doch ge-merkt haben, dass du krank geworden bist. Warum bist du nicht zu einem Arzt gegangen, oder zu mir?,“ fragte er mit einem leisen Vorwurf in der Stimme.
Riki schwieg eine Weile einfach nur. Doch dann nickte er, als müsse er sich selbst bestätigen, dass Iason eine Antwort verdient hatte: „Wozu hätte das gut sein sollen? Ich wusste, was ich habe und genauso wusste ich, dass es nicht heilbar ist. Die Medikamente, die ich bekommen hätte, wären unbezahlbar gewesen und hätten alles nur herausgezögert.“
„Dieser Virus ist heilbar,“ korrigierte Iason Riki ruhig, während er nach einem Waschlappen griff und begann, über den Rücken des Dunkelhaarigen zu fahren.
Riki sah den Anderen nur an. „Das wusste ich nicht. Ich bin mit dem Wissen aufgewachsen, dass diese Krankheit immer und egal wie, zum Tod führt,“ murmelte er.
Iason schauderte. Wenn er sich vorstellte, zu erfahren, sterben zu müssen, ohne Chance auf Rettung... wie hatte sein Kleiner das nur verkraften können? Aber er hatte ja gerade diese Stärke an Riki schon immer bewundert: „Warum bist du nicht zu mir gekommen?“, wieder-holte er den unbeantworteten Teil der Frage.
Riki seufzte leise: „Ich wollte nicht, dass du mich krank siehst, oder gar sterbend,“ gab er zu. „Und außerdem hat mein Stolz es nicht zugelassen. Ich hatte einfach Angst.“
„Wovor?“
„Meine Freiheit noch einmal zu verlieren.“
„Und dafür wärest du gestorben?;“ fragte Iason ungläubig.
Riki schwieg für einen Augenblick, bevor er antwortete: „Ich... sie war alles, was ich... noch hatte,“ versuchte er, sich zu verteidigen.
Iason seufzte leise, während er begann, Rikis Bauch zu waschen, froh, dass die blauen Fle-cken kaum noch zu sehen waren. So ein kleiner Dickkopf. Wenn er nicht genau an diesem Tag... Nein! Daran brauchte er nicht zu denken, Es war nicht passiert! Mit einem solchen Ge-danken wollte er sich nicht belasten. Aber da war noch was, das einer Klärung bedurfte: „Wenn ich dir Bilder zeige, kannst du mir dann sagen, wer dich verprügelt hat?“
Rikis Kopf zuckte nach oben. Was?
„Du hattest innere Blutungen und hast ausgesehen, na lassen wir es gut sein. Ich will wissen, wer das getan hat!“
Ungläubig glitt Rikis Hand über seinen Bauch.
„Das hat alles verschlimmert,“ fügte Iason noch an.
Der Dunkelhaarige nickte langsam. Sicher. Als ob er das Gesicht je vergessen könnte, das hämische Grinsen.
„Gut. Ach ja, wie konntest du dir diesen Virus überhaupt zuziehen? Du nimmst keine Drogen. Aber der Arzt hat trotzdem den entzündeten Einstich einer Nadel gefunden.“
Automatisch wandte Riki sich um, sah auf den rechten Arm, fand aber die kleine rote Stelle nicht mehr.
„Sie ist verheilt,“ beschwichtigte Iason ihn.
„Ein...Streit.“
Iasons Augenbrauen wanderten in die Höhe: „So?“
„Guys Freund. Ich war, wie du weißt, ja mal mit ihm zusammen. Und Guy wollte das wieder – nun – aufleben lassen, sehr zum Widerwillen desjenigen, mit dem...er zusammen war.“ Riki machte eine kurze Pause, als er merkte, wie sein Atem kürzer wurde, lehnte sich zurück an die Brust des Anderen, schloss die Augen. „Ich wollte nichts mehr von ihm wissen. Aber er hat es trotzdem immer wieder versucht... Das hat Kai nicht sonderlich zugesagt... und er hat mich... herausgefordert. Gut, ich habe mich mit ihm geprügelt. Ich habe gewonnen, aber danach habe ich gemerkt, dass was in meinem Arm steckt. Drei Wochen später hatte ich den ersten Schwindelanfall.“
Iason kochte innerlich. Wie konnte es nur irgendjemand wagen, Hand gegen seinen Mongorel zu erheben? Egal, aus welchem Grund! Aber der Name kam ihm bekannt vor. Außerdem weigerte er sich, diese Sache als Zufall abzutun. Da steckte doch mehr dahinter! Eine infizier-te Nadel lag doch nicht so einfach auf dem Boden rum! Nicht einmal in den Slums, vor Al-lem, da dieser Virus an der Luft nur wenige Minuten lebensfähig war!
„Iason?,“ fragte Riki unsicher. Er kannte den Blondie gut genug, um zu wissen, dass dessen Stimmung gerade dabei war, gefährlich umzuschwenken.
Iason beugte sich erneut zu Riki herab, küsste ihn sanft. Dann griff er hinter sich nach einem Handtuch, hob Riki hoch, wickelte ihn ein und stieg aus dem Bad. Er wollte nicht, dass sein Kleiner sich zu allem Überfluss auch noch verkühlte. „Alles in Ordnung,“ fügte er noch hin-zu, dann half er dem Jüngeren in einen Bademantel, den dieser noch von früher kannte – es war seiner. Er sah erstaunt auf, was den Blondie wieder mal zum Grinsen brachte.
„Alle deine Sachen sind noch hier,“ beantwortete der die unausgesprochene Frage. „Hunger?“
Riki schüttelte den Kopf. Nein, nicht wirklich.
„Egal, du solltest was essen. Ich habe Daryl gesagt, er soll dir eine Brühe machen.“


Nachdem Riki wenigstens etwas Brühe gegessen hatte, lag er nun wieder im Bett. Er war praktisch sofort eingeschlafen. Schon diese kurze Zeit hatte ihn vollkommen ausgelaugt. Er wäre beim Essen schon fast vor Müdigkeit vom Stuhl gekippt, doch er hatte nicht schlafen wollen, aus Angst vor seinen Träumen... .
Iason beobachtete ihm eine Weile, ein Foto in der Hand. Der Polizist, der Riki so übel mitge-spielt hatte. Für den musste er sich noch was Besonderes ausdenken.
Er trat zur Kommunikationseinheit und wählte die übliche Nummer.
„Iason.“
„Katze, ich habe ihn.“
„Oh, Riki ist also wach?“
„Er war. Ich habe dir das Bild geschickt.“
„Was soll ich also tun?“
„Ihn erst einmal herbringen – in Ketten. Ich werde Riki entscheiden lassen.“
„Nett,“ meinte Katze nur trocken.
„Sagt dir der Name Kai etwas?“
Nun wanderte Katzes Augenbraue in die Höhe, während die goldenen Augen einen fragenden Schein bekamen. „Ja,“ antwortete er überrascht. „Er war Mitglied von Bison, aber er hat sich von ihnen getrennt und arbeitet jetzt für mich.“
„Warum hat er sich von Bison getrennt?“
„Er war angepisst wegen seinem Lover. Das war mir aber ehrlich gesagt, ziemlich gleichgül-tig.“
Ja, das passte perfekt ins Bild, denn eine andere Nachforschung hatte ergeben, dass Kai es gewesen war, der die Polizei benachrichtigt hatte.
„Wusstest du, dass er dein letztes Geschäft versalzen hat?“
„Ich dachte es mir,“ meinte Katze nur während er sich weiterhin fragte, was das Eine mit dem Anderen zu Tun hatte: „Ach ja, ich habe übrigens mit Guy gesprochen, nachdem ich ihn aus der Zelle geholt habe. Er hat mir erzählt, dass Riki im Schlaf immer nach dir geschrieen hat.“
So, wie in seinen Alpträumen, stellte Iason fest, ohne näher darauf einzugehen. Er beobachte-te Katze, dessen Blick sich auf einmal verdunkelte: „Was?,“ fragte er.
„Ich glaube, der Virus ist Kais Schuld, nicht wahr?“
Iason nickte.
„Ich dachte, es wäre nur einer seiner dummen Sprüche,“ murmelte Katze, mehr zu sich, als zu dem Blondie. Doch dann riss er sich zusammen. „Kai hat angegeben. Er war stockbesoffen. Er meinte, Riki habe ihn zwar verprügelt, aber er würde es ihm tausendfach heimzahlen. Er habe dafür gesorgt, dass er von der Bildfläche verschwinden und Guy zu ihm zurückkommen würde – auf allen Vieren. Ich dachte, das bezöge sich nur auf ihre Ergreifung bei der Polizei. Aber...“
„Er hat ihn absichtlich mit einer infizierten Nadel gestochen und es wie einen Unfall aussehen lassen, wohl wissend, dass Riki ihn so nicht belangen könnte.“ Iason wurde noch wütender. Er hatte sich so etwas ja schon gedacht, aber es bestätigt zu bekommen, war doch etwas An-deres. Wie konnte ein Mensch einem Anderen nur so etwas antun? Ihn wohl wissend in einen der schlimmsten Tode zu schicken! „Katze, Ich will ihn auch,“ gab er äußerlich erstaunlich ruhig zurück.
Der Rothaarige war wenig überrascht, er nickte einfach nur, dann wurde der Bildschirm schwarz.
Danach wandte Iason sich um, nickte Daryl kurz zu und trat zurück ins Schlafzimmer, setzte sich an das Bett, beobachtete Riki. Was hatte er wohl alles durchgemacht, in Ceres? Und das nicht nur in den letzten Monaten, sondern schon vorher? In seiner Kindheit. Er hatte nie dar-über gesprochen. Und bis dahin hatte es Iason nicht wirklich interessiert. Aber gerade das, was er über Kai erfahren hatte, machte ihm klar, dass es dort unten offensichtlich keine Ge-setze, keine Ordnung gab. Und keine Gerechtigkeit.


Riki erwachte, als die Sonne seine Nase kitzelte. Er schlug die Augen auf, sah sich kurz orien-tierungslos um, bevor er wieder wusste, wo er sich befand. Ein Lächeln umspielte seinen Mund. Er fühlte sich viel besser. Es war der neunte Tag, an dem er wieder hier war – zu Hau-se. Er hatte kaum noch Probleme mit dem Atmen und der Arzt, der gestern noch einmal da gewesen war, hatte bestätigt, dass seine inneren Verletzungen vollständig verheilt waren. Lei-se, um Iason, der neben ihm lag, nicht zu wecken, arbeitete er sich auf seine Ellenbogen hoch, betrachtete den Schlafenden. Er wusste inzwischen, dass Iason in der ersten Zeit jede Sekunde an seinem Bett gesessen, sich um ihn gekümmert hatte. Und er trug ihn immer noch durch die Gegend, obwohl er inzwischen sehr wohl selbst dazu in der Lage wäre, zu laufen.
Selig lächelnd ...

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y Die letzten 5 Kommentare
Kommentar von: CrazyMama
Username: CrazyMama
Datum: 07.11.2009 - 14:22

Kommentar Nr.: 6799
Danke für ein sehr schönes Lesevergnügen
Kommentar von: aengus
Username: aengus
Datum: 28.09.2008 - 12:21

Kommentar Nr.: 5592
Wunderschööööön! tolle story !mehr davon liebe grüße Aengusbiggfrin biggfrin biggfrin
Kommentar von: Ray-chan2
Username: Ray-chan2
Datum: 31.08.2008 - 14:58

Kommentar Nr.: 5476
OH GOTT !!!! Diese Geschichte ist ja traumhaft !!! So in der Art hab ich mir immer das Ende von AI no Kusabi vorgestellt !!! Echt klasse ,große Achtung biggfrin tongue
Kommentar von: vampirelady
Username: vampirelady
Datum: 21.04.2008 - 19:53

Kommentar Nr.: 4964
einfach nur spannend. von anfang bis zum ende. herrlich. und das happy end ist das beste daran. würde mich über weitere solcher geschichten sehr freuen. biggfrin
Kommentar von: Shayra
Username: Shayra
Datum: 26.03.2008 - 20:51

Kommentar Nr.: 4888
toll, fantastisch, klasse, genial, super, großartig.... ich könnet noch lang so weitermachen, die storie war große klasse und das mit dem happy-end find ich auch super. die zwei letzten sätze gefallen mir auch total gut, die sind echt ein prima schluss. so bevor ich hier noch weiter rumlabere lass ich dich wohl lieber weiter schreiben, denn ich hoffe doch sehr, dass du noch mehr solcher geilen sories auf lager hast.bis bald alsobiggfrin
shayra
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