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Ich gehöre dir |
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Veröffentlicht |
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Beendet
| Ab 18 Jahren |
Deutsch |
15.02.2005 | 15.02.2005 |
113064 |
4.38 Bei 8 Vote(s) |
411 |
| Autor: |
Dhala_Elena_Angel |
| Pairing: |
IasonxRiki |
| Kategorien: |
Science Fiction, Romantik |
| Inhalte: |
Angst, Trauma / Depressionen, Lemon |
| Einführung: |
Zwar erhält Riki nach über 3 JAhren seine Freiheit zurück, doch er wird die Gedanken an seinen ehemaligen Master nicht los.
Und dann wird er krank... |
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Kapitel 1
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Disclaimer: Nix gehört mir, nur meine kleinen, dreckigen Gedanken….
Ich gehöre dir
Nachdenklich saß Riki inmitten seiner alten, fröhlich lachenden Freunde, die sich noch immer mit denselben Themen zu beschäftigen schienen, wie vor seinem ‚Verschwinden’. Als habe es die letzten drei Jahre gar nicht gegeben, als wären sie eine Art Traum gewesen. Ob ein Alp-traum, oder nicht, noch vor wenigen Wochen hätte er ja gesagt, doch nun war er sich dessen, zu seinem eigenen Unwohlsein, nicht mehr gewiss.
Hier hatte sich nichts verändert, sah man mal davon ab, dass es nun Guy war, der Bison an-führte. Es war noch immer dieselbe, schäbige Kneipe, in der sie sich trafen, sie schien sogar noch heruntergekommener zu sein, nach dieser Zeit, in der er nicht da gewesen war. Der Rauch der billigsten Zigaretten, gemischt mit anderen Kräutern und Drogen hing in der ohne-hin schon muffigen Luft, die über den Slums lag. Seltsam, er nahm den Geruch immer noch wahr, anders, als früher, wo ihm das gar nicht aufgefallen war. Er fasste sich kurz an den Kopf.
„He, Riki!“
Er hob fragend seinen Blick, sah in Guys fröhliches Gesicht und fing die Flasche Stout ge-schickt mit einer Hand auf, ohne sich sonst zu bewegen. Er betrachtete für eine Weile die Fla-sche. So ziemlich das Scheußlichste, aber auch das billigste Gesöff, dass es in Ceres gab. Frü-her hatte er es gern getrunken, es war ja auch das Einzige gewesen, dass er gekannt hatte – von Wasser mal abgesehen. Und schließlich hatte Jeder das getrunken. Bevor.... Nein! Keine Vergleiche mehr! Diese Zeiten waren vorbei, ein für allemal! Er hatte es endlich geschafft, sein Ziel zu erreichen, sich von dem arroganten Blondie zu lösen, für immer! Er war kein Sexspielzeug mehr, mit dem man machen konnte, was man wollte! Niemand würde es je wie-der wagen, ihn in Ketten zu halten, oder auf andere Weise zu erniedrigen, in der Zeit, die ihm noch blieb! „Danke“, rief er seinem alten Lover zu, der ihm auch jetzt wieder eindeutige A-vancen machte, die er jedoch geflissentlich übersah. Er öffnete die Flasche langsam und ir-gendwie lustlos, riss sich dann aber zusammen und nahm einen tiefen Schluck. In den letzten vier Monaten hatte er sich wieder an das Brennen gewöhnt, dass seine Kehle unangenehm herablief und schließlich seinen Magen erreichte. Etwas Anderes würde er nicht mehr be-kommen.
„He, alles klar mit dir?“
Erstaunt wandte Riki seinen Kopf: „Was sollte denn sein?,“ fragte er verwirrt.
„Ich weiß nicht,“ antwortete Guy. „Du hast dich verändert. Du bist anders, als früher. Was ist in den drei Jahren passiert, in denen du wie vom Erdboden verschwunden bist?“
Riki schüttelte nur den Kopf. Das, was gewesen war, konnte er niemandem erzählen, am we-nigsten Guy. Guy, mit dem er selbst über Pets gelacht hatte, die brav hinter ihren Herrn her-schlichen, um ihnen jeden Wunsch zu erfüllen. Wie konnte er gerade vor ihm, der ja auch noch sein Lover gewesen war, zugeben, selbst eins gewesen zu sein! Egal, warum er es getan hatte und von freiwillig konnte in dem Fall nicht wirklich die Rede sein!
„Na gut. Aber wenn was ist – dann komm einfach zu mir, ja?“, Guy musterte seinen Freund noch einmal. Nein, Riki hatte mehr, als sich nur verändert. Er war ein vollkommen anderer Mensch geworden. In den ersten paar Nächten hatte er bei ihm geschlafen, bis er eine eigene Wohnung gefunden hatte – und jede Nacht hatte er einen Namen geschrieen: Iason. Immer und immer wieder. Mal leise, mal laut. Es war etwas geschehen. Etwas, dass Riki nicht loslas-sen konnte, egal, wie sehr er es auch versuchte.
Bei Guys Erwiderung hätte er am liebsten laut aufgelacht, doch er hielt sich zurück, grinste ihn nur aufgesetzt fröhlich an, fischte seine Zigarettenschachtel hervor und bot sie Guy an. Der nahm sich eine und auch Riki steckte sich eine zwischen die Lippen, bevor Guy beide anzündete. Er inhalierte den beißenden Rauch tief. Gott, wie vermisste er die anderen, die teuren, die ... Nein! Nicht einmal daran denken! Er war nun einmal ein Mongorel! Das Un-terste vom Untersten! Der Dreck unter anderer Leute Schuhe, nicht akzeptiert und eigentlich auch nicht wirklich geduldet, angesiedelt am äußersten Rand der Stadt. Er hatte nicht einmal ein Recht auf Luxus! Wütend zog er heftiger an der Zigarette, musste aber gleich darauf einen Hustenkrampf unterdrücken. Er musste raus!
„Ich mach mich auf, Leute!,“ warf Riki schließlich mit einem zweideutigen Lächeln in den Raum und wandte sich zum Gehen. Er sah Guys gerunzelte Stirn und den prüfenden Blick nicht.
Außerhalb der verräucherten Kneipe empfing Riki die absolute, pechschwarze Dunkelheit der Nacht in den Slums von Ceres, die nicht einmal durch eine Straßenlaterne erhellt wurde. Das Licht der Zwillingsmonde hatte noch nie bis zwischen die alten, wuchtigen Hochhäuser ge-reicht, die zu eng standen, um es durch zu lassen. Anders, als in den schlanken, hohen, luxu-riösen Türmen und den breiten Straßen von Eos.
Nein! Er fing ja schon wieder an! Verdammt! Mit einer Faust schlug er wütend auf eine der Mauern um ihn herum ein, merkte, wie der Putz unter seiner Haut bröckelte. Aber noch schlimmer war, dass er die Träne bemerkte, die sich über seine Wange stahl. Wie sehr hatte der arrogante Blondie ihn eigentlich manipuliert! Es....! Es sollte endlich aufhören! Er wollte das nicht! Er wollte, dass es wieder so wurde, wie früher! War das denn wirklich zu viel ver-langt? Nur glücklich sein. Glücklich mit dem, was er hatte... und zufrieden... und doch schob sich ständig das ruhige, fast emotionslos wirkende Gesicht des Blondies vor seine Augen. Leise stöhnend, als eine neue Attacke von Kopfweh sich ankündigte, sackte Riki in sich zu-sammen, den Blick gen Himmel gerichtet. Warum er...?
Mit einem seiner geschliffenen Weinkelche in der Hand stand Iason an der Brüstung seiner Terrasse. Sein Blick glitt über die zahllosen Lichter Tanaguras, die unter ihm leuchteten, die Nacht erhellten. Und über ihm glänzten die Zwillingsmonde. Wie oft hatte er Riki nach der Arbeit hier gefunden, wie er die Lichter beobachtet hatte, mit diesem traurigen, entrückten Blick.
Vier Monate.
Vor vier Monaten hatte er Rikis Ketten gelöst, ihm seinen Wunsch endlich erfüllt, ihm die Freiheit gegeben, nach der es ihm so sehr verlangt hatte. Er hatte diesen traurigen Blick nicht mehr ertragen, den Riki gehabt hatte, bevor seine Augen jedes Mal wieder hart geworden wa-ren.
Und seither schien ihm sein Leben einseitig, unausgeglichen und sinnlos. Er hatte von Beginn an gewusst, wie sehr er sein Pet vermissen würde, diesen wilden, unberechenbaren Jungen, den er einem Gefühl folgend aus den Slums von Ceres mitgenommen hatte, wild, dunkel und stolz. Nicht so brav und ergeben, wie die anderen Pats, die von Klein auf in Akademien zum Dienen und Gehorchen erzogen wurden, denen es an eigenem Charakter fehlte. Oh, nein! Riki hatte von Beginn an widersprochen, immer und immer wieder, er war ungezähmt gewesen – und er hatte sein Herz erobert, noch bevor Iason sich überhaupt im Klaren gewesen war, was überhaupt mit ihm geschah.
Eigentlich hatte Iason Riki nur gehen lassen, um ihm zu zeigen, dass er mehr, als nur ein Pet in ihm sah, mehr, als den Mongorel aus dem Slums, nicht nur ein einfaches, unterhaltsames Sexspielzeug für das er sich immer gehalten hatte. Er hatte gehofft, dass Riki ihn verstehen, seine Gefühle vielleicht sogar erwidern, ja, zurückkommen würde, aus freien Stücken. Doch nichts davon war geschehen, im Gegenteil: sein dunkelhaariger Liebling war von der Bildflä-che verschwunden, vollkommen, als habe es ihn nie gegeben. Irgendwo dort unten in der dunklen Ecke am Stadtrand, die vollkommen in der Nacht verschwand.
Iason machte sich Sorgen um Riki, wirkliche Sorgen. Der Junge war gegangen, wie er ge-kommen war: nur mit den Kleidern, die er am Leib getragen hatte. Er hatte jegliche Hilfe strickt abgelehnt, hatte von Geld oder einer Wohnung nichts wissen wollen. Er war einfach gegangen, die Straße entlang und dann verschwunden. Ohne ein weiteres Wort. Ohne sich umzudrehen. Er war gegangen, mit den Worten, er wäre dem Blondie nichts mehr schuldig, habe für die Rettung seines Lebens vor drei Jahren bezahlt und wolle Iason nie, nie wieder sehen.
Wie schon so oft in den letzten Wochen fischte Iason den Petring, den er immer bei sich trug, aus seiner Tasche. Sah ihn nachdenklich an. Nein, er war sich sicher, dass Riki seine Worte nicht so gemeint hatte und er hatte geglaubt, nach einer Weile, wenn er nachgedacht hatte, würde er vielleicht zurückkommen. Bis jetzt hatte er es nicht über sich gebracht, die Petlizenz zu löschen, die er immer noch hielt. Und inzwischen wusste er, dass sie vielleicht die einzige Chance war, sein Pet wieder zu bekommen. Der Mongorel hatte es noch nie geschafft, Ärger aus dem Weg zu gehen.
Iasons Faust schloss sich um den Ring. Er würde warten. Warten, bis Riki es wieder einmal schaffte, in Probleme zu geraten. Und dann würde er ihn zurückholen. Er hatte gehofft, dass dieser freiwillig kommen würde, aber inzwischen war es ihm egal! Er musste Riki einfach wiederhaben! Er... er brauchte den Mongorel mit den unglaublich dunklen, wachen Augen, die ihn immer an Onyxe erinnerten. Und diesen Blick, den er immer gehabt hatte, wenn er aufgegeben hatte, sich ihm zu widersetzen. Denn dann hatte er einen Teil seiner wahren Ge-fühle offenbart.
Und er wollte Riki endlich küssen. Richtig küssen. Etwas, dass der Dunkelhaarige nie zuge-lassen hatte. Aber er wollte, dass Riki das freiwillig tat.
Iasons sorgenverdunkelter Blick glitt wieder zu dem dunklen Fleck am Stadtrand, wobei er einen weiteren Schluck Wein trank. Er merkte nicht, wie Daryl, sein Furniture, ihn beobachte-te und einfach nur wortlos den Kopf schüttelte, wie so oft in den letzten Monaten...
Schmerzerfüllt stöhnte Riki auf, als der eisenbeschlagene Stiefel sich erneut in seinen Magen grub. Er hatte es doch gewusst! Er hatte gewusst, dass es ein Fehler gewesen war, Kai über den Weg zu trauen! Warum? Warum war er so dumm gewesen, trotzdem mitzugehen? Und warum hatte Guy nicht auf ihn gehört?
„Na, du dreckiger Mongorel,“ höhnte die kalte Stimme über ihm zufrieden: „Das war wohl nichts!“
Riki versuchte, sich zusammenzurollen, um sich gegen den nächsten Tritt zu schützen, doch es war hoffnungslos. Sein Körper schmerzte so heftig, dass er ihn nicht mehr unter Kontrolle hatte. Er hätte genauso gut versuchen können, nicht mehr an IHN zu denken! Und seit er Ia-son auf dieser Ausstellung gesehen hatte, war es nur noch schlimmer geworden! Selbst jetzt noch, unter diesen Umständen, sah er die seltsamen Reflexe in dem langen, seidig blonden Haar, während die Schwärze sich immer näher um ihn schloss und die Schmerzen mit jedem mühsamen Atemzug zunahmen...
„Stop! Um Himmels Willen, hör auf!“
Was? Verwirrt versuchte Riki, aufzusehen, aber selbst diese einfach bewegung verlangte ihm schon zu viel ab. Er konnte nur liegen bleiben und gegen die Schwärze ankämpfen.
„Was soll das?,“ fragte sein Peiniger wütend, sichtlich wenig begeistert, von seinem offen-sichtlichen Spaß abgelenkt zu werden.
„Du kannst dir jederzeit einen von den Anderen reinholen, aber nicht den da!“
„Ach? Und warum bitte? Ist an dem hier vielleicht irgendwas Anders? Das ist ein dummer Mongorel aus den Slums, den doch niemand vermissen wird!“
„Der da,“ konterte der Andere, während er sich zu Riki hinabbeugte, „der da ist auf der Pet-liste verzeichnet! Und zwar als Pet von niemand Geringerem, als Iason Mink!“
„Bitte...????!“
Was? Riki blinzelte verwirrt. Was war das gerade gewesen? Er? Ein Pet?! Er... er war kein Pet! Er...e r war frei! Er gehörte niemandem! Auch, oder besser gesagt, schon gar nicht Iason! Er war frei!
Mühsam, den stechenden Schmerz irgendwie zur Seite drängend, richtete Riki sich auf: „Ich...! He!“ Er starrte entsetzt auf die Nadel in seinem Arm.
„Das war ein Schmerzmittel, Kleiner. Und jetzt solltest du zusehen, dass du zurück zu deinem Master kommst. Was hat ein Pet überhaupt in den Slums zu Suchen, he? Solltest du nicht die Stiefel deines Herrn lecken und ihm dafür danken, dass er dir ein solches Leben erspart?“
Riki wollte erneut widersprechen, doch er bekam kaum genug Luft, um frei zu atmen. Außer-dem wusste er, dass es sinnlos war, gegen die Leute anzureden, sobald der Name Iason Mink ins Spiel kam. Wortlos rappelte er sich auf, als er merkte, wie das Schmerzmittel seine volle Wirkung entfaltete und machte sich auf den Weg zurück in seine – nun früher hätte er es wohl stolz seine Wohnung genannt. Bevor er den Luxus und die Verschwendung, die Schönheit von Eos kennen gelernt hatte...
Mit überschlagenen Beinen saß Iason dem Wirtschaftsminister von Alpha Zen gegenüber und versuchte fast schon verzweifelt, dem Gespräch zu folgen, doch immer wieder, während die-sem Austausch an unbedeutenden Höflichkeiten kreisten seine Gedanken um eine einzige Person. Einer Person mit kurzen, wirren, dunklen Haaren, die ihm ins Gesicht hingen und schwarzen, stechenden Augen. Und allein der Gedanke, nachher wieder zurück in sein Pent-house zu kehren und zu wissen, dass dieser nicht da sein würde, machte ihn irgendwie... er wusste nicht so recht, wie er es ausdrücken sollte. Er war einfach unglücklich bei dem Gedan-ken daran, allein zu sein. Er hätte sich ein neues Pet kaufen können, doch er wollte nicht ir-gendwen! Er wollte nur...!
Eine Hand, die sich auf seine Schulter legte, holte Iason aus seinen Gedanken zurück. Er sah auf, ohne, dass irgendetwas verraten hätte, dass er an etwas Anderes gedacht hatte: „Raoul?,“ fragte er abwartend.
„Da ist ein Anruf für dich,“ erwiderte sein Stellvertreter ruhig.
„Nicht jetzt,“ gab Iason missgelaunt zurück, wobei er auf den Anderen zeigte, der seine langschweifigen Ausführungen inzwischen unterbrochen hatte. „Ich habe...“
„Es ist Katze und er lässt sich nicht abspeisen. Er sagte mir, es wäre dringend, sonst wäre ich gar nicht hier. Er hat ausdrücklich behauptet, du wünschtest, sofort mit ihm zu sprechen.“
Na großartig! Das also auch noch! Er hatte nicht den Nerv dazu, sich jetzt auch noch mit Schwarzmarktproblemen herumzuschlagen! Was war denn so schlimm, dass sein Verrauter es nicht allein in den Griff bekam...! Halt! Und wenn es um...!
Äußerlich weiterhin ruhig und kühl erhob Iason sich: „Entschuldigen Sie, Minister. Aber es scheint dringlich zu sein.“ Mit einem weiteren Kopfnicken trat er zu dem abgeschotteten Kommunikationsterminal, tippte eine Nummer ein und augenblicklich tauchte der Rotschopf des Untergrundherrschers auf dem Bildschirm auf. „Katze,“ begrüßte er diesen knapp.
„Ich habe ihn gefunden,“ informierte Katze seinen ehemaligen Master ruhig und knapp, wo-bei er mitten im Satz einmal kurz den Kopf umwandte und eine hastige Handbewegung mach-te, bevor er sich wieder direkt Iason widmete.
„Wo?,“ fragte der Blondie zurück, merkte, wie sein Herz begann, schneller zu schlagen.
„In einem Viertel, das selbst für die Verhältnisse in den Slums heruntergekommen ist,“ dann geriet Katze ins Stocken, als wisse er nicht so recht, ob er fortfahren sollte.
„Was ist los?“
„Nun ...,“ erneut zögerte der Andere etwas. „Er sah eben nicht sonderlich umwerfend aus. Er kam von der Polizeistation, so habe ich ihn letztendlich finden können, und ich nehme mal stark an, dass sie ihn ziemlich – nun – übel behandelt haben, bevor sie herausgefunden haben, wer, was er ist. Er war eben erschreckend bleich.“
Jemand hatte es ernstlich gewagt, Hand an seinen Riki zu legen?? Eine schier unglaubliche Wut stieg in Iason auf, der Ausdruck seiner Augen wurde so hart, dass selbst Katze kurz zu-sammenzuckte und anschließend die Stirn runzelte. Die würden....! Halt! Nein! Riki ging vor! „Gib mir seinen exakten Aufenthaltsort, schick die Informationen direkt an das Navigations-gerät in meinem Wagen! Und noch was... finde heraus, wer es gewagt hat, Hand an MEIN Pet zu legen!“
Den Kommentar, dass Riki eigentlich gar kein Pet mehr war, verkniff Katze sich wohlweiß-lich, als er die Laune des Blonie sah. Er mochte ja viel sein, aber lebensmüde gehörte doch noch nicht zu seinen Attributen. Und er kannte Iason zu gut, um ihn zu unterschätzen. Er nickte einfach nur.
Iason wartete nicht einmal, bis der Bildschirm hinter ihm wieder schwarz wurde, er lief ein-fach los, auf die Glastür zu, die ein Angestellter hastig für ihn öffnete.
„Iason!“
Wütend wandte der Angesprochene sich um. Was war denn nun schon wieder? „Raoul.“
„Du kannst doch nicht einfach verschwinden, ohne ein Wort zu sagen! Der Minister...!“
„Kümmere du dich um diese Angelegenheit,“ konterte er missgelaunt: „Ich habe etwas weit wichtigeres, um was ich mich zu kümmern habe, als Höflichkeitsfloskeln auszutauschen!“
„Sag mir bitte nicht, dass es schon wieder um diesen Mongorel geht!,“ fragte Raoul mit um-wölkter Stirn. So sehr aus der Ruhe zu bringen vermochte seinen Freund nämlich nur einer. „Ich dachte, du wärest ihn endlich los!“
Wow! Das war fast zu viel des Guten gewesen! „Selbst wenn es so wäre, Raoul, würde es dich nichts, aber auch rein gar nichts angehen!,“ schnauzte er und lief einfach an dem anderen Blondie mit den leicht gelockten Haaren vorbei, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Raoul sah dem Anderen eine Weile lang kopfschüttelnd hinterher. Er wusste, es konnte nur wieder um dieses Mongorelpet gehen. Iasons einzigen, wunden Punkt und wenn er nicht auf-passte, dessen Untergang. Nur war der Andere nicht in der Lage, oder willens zu sehen, was geschah...
Das heiße Wasser rauschte an Rikis grün und blau geprügeltem Körper herab, half ihm so, seine vollkommen verkrampften Muskeln wenigstens etwas zu entspannen. Dank des schein-bar recht starken Schmerzmittels fühlte er sich sogar recht gut, er fühlte sich seltsam leicht im Kopf, es war ihm sogar etwas schummrig.
Seine Gedanken kreisten nur um ein einziges Thema: warum hatten sie ihn gehen lassen, ein-fach so und noch am Leben? Er war kein Pet mehr! Iason hatte den Ring entfernt! Weder würde er den Blondie je wieder aus der unmittelbaren Nähe sehen, noch je wieder irgendwem gehören, außer sich selbst!
Auf einmal merkte er, wie seine Beine zu zittern begannen. Verdammt! Nicht auch das noch! Hastig stützte Riki sich an der Duschwand ab und ließ sich langsam auf den Boden gleiten, zwang sich trotz des seltsamen Gefühls und der Probleme, die er damit hatte, tief durchzuat-men. Schon wieder. Die Abstände wurden immer kürzer und die Sache im Revier dürfte nicht gerade förderlich gewesen sein. Es hatte schon begonnen, kurz nachdem er zurückgekehrt war. Kurze, aber doch immer länger andauernde Schwächeanfälle, die in immer kürzer wer-denden Abständen auftraten, begleitet von rasenden Kopfschmerzen. Die hatte er wohl auch nur wegen der Spritze nicht bemerkt. Vielleicht hatte er sogar wieder etwas Fieber.
Den Kopf nach oben gerichtet ließ Riki das warme Wasser an sich herablaufen, während seine Gedanken einmal mehr zurück in die Vergangenheit schweiften, die er mehr als alles Andere einfach nur vergessen wollte. Und diesmal fühlte er sich einfach zu schwach, um dagegen anzukämpfen, zu müde. Er war nicht einmal im Stande, sich den üblichen Hass einzureden, der ihn sonst immer geschützt hatte. Er sah nur den gottgleichen, perfekt geformten Körper, ohne Makel, das fein gezeichnete Gesicht, dass in manchen, seltenen Momenten, einen so sanften Ausdruck getragen hatte. Etwas, dass außer ihm sicherlich noch nie irgendwer zu se-hen bekommen hatte.
Nun, ohne den sinnlosen Versuch, seine Gedanken auf etwas Anderes zu konzentrieren, raub-te di Sehnsucht nach dem Anderen ihm fast den Atem. Er wollte Iason. Ihn berühren, ihm nah sein. Ihm endlich sagen, wie er wirklich empfand... ihn küssen. Wenigstens ein Mal! Denn er hatte sich in all den Jahren, die sie zusammen verbracht hatten, stets geweigert, das zu tun. Aus purer Angst. Der panischen Angst, zu viel Nähe zuzulassen. Nähe zu einem Mann, dem er gehörte, der mit ihm tun und lassen konnte, was er wollte, der ihn gar verkaufen konnte. Und aus Stolz, aus Angst, ihn zu verlieren, das Einzige, was ihm geblieben war, nachdem man ihm schon die Freiheit genommen hatte.
Tatsächlich hatte Riki sogar schon mehr als nur einmal, einsam in seinem Bett liegend, ernst-haft darüber nachgedacht, zurückzukehren. Zurück zu seinem ehemaligen Master. Doch das hatte sein Stolz nicht zugelassen und er ließ es auch weiterhin nicht zu. Nicht einmal jetzt. Die Angst, verstoßen zu werden, war einfach viel zu groß. Oder die Angst, wieder nichts Anderes zu sein, als ein bedeutungsloses Pet, ohne Rechte, seinem Master auf gedeih und Verderb ausgeliefert.
Riki vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Er wollte nur noch vergessen, diese drei Jahre auslöschen, um hier mit dem Wenigen, was er hatte, wieder glücklich werden zu können. Oh-ne das Wissen, dass es besseres gab. Einfach nur glücklich sein können, in den paar Wochen oder vielleicht Monaten, die ihm noch blieben. Dann könnte er für diese Zeit vielleicht sogar zu Guy zurückkehren, dessen Gefühle, die dieser ihm immer noch entgegenbrachte, obwohl er nun mit Kai zusammen war, erwidern. Nein, selbst das machten ihm seine Erinnerungen ka-putt!
Noch ein paar Wochen...
Riki legte seinen Kopf zurück an die Duschwand. Er kannte diese Krankheit nur zu gut. Auch wenn er nicht verstand, wie er sie so schnell hatte bekommen können. Sie übertrug sich nur durch Unreinheit oder direkte Injektion. Die einzige Gelegenheit, sie zu bekommen, war der eine Tag, kurz nachdem er zurückgekehrt war, als er sich mit Kai gestritten hatte. Und der ihm eine Nadel in den Arm gebohrt hatte, die auf dem Boden gelegen war. Ein dummer Zu-fall. Er hätte lachen mögen, wäre es nicht so... beschissen.
Denn das hier konnte nur einen Ausgang haben und selbst die wenigen Medikamente, die ihm hier zugänglich wären, hätte er das Geld für Selbige, würden alles nur hinauszögern, es schmerzvoller machen, als es ohnehin schon war. Er war sich nicht einmal sicher, ob es in Eos etwas gab, das ihn hätte retten können – und selbst wenn – er würde doch nicht zurückkehren, um darum zu bitten...
Nach einer Weile versuchte Riki, sich aufzurichten, doch er merkte sofort, dass etwas anders war, als sonst. Denn kaum bewegte er sich, begann alles um ihn herum, sich wie wild zu dre-hen. Nein, er musste noch sitzen bleiben – etwas. Der Dunkelhaarige merkte weder, wie das Wasser immer kälter wurde, noch, dass ihm Tränen über sein Gesicht perlten, die direkt mit fortgewaschen wurden, als die Welt um ihn herum begann, in der Schwärze zu versinken.
Himmel, war das eine Gegend, stellte Iason schaudernd fest. Er hätte nicht gedacht, dass der Teil den er bei ihrem ersten Zusammentreffen gesehen hatte, noch zu überbieten war an Häss-lichkeit. Nun – offensichtlich schon. Selbst jetzt, am Mittag, wo die Sonne am höchsten über dem Himmel stand, herrschte hier ein Dämmerzustand, als wäre es in wenigen Minuten fins-terste Nacht. Die Strahlen hatten keine Chance, ihren Weg in die Gassen zu finden, die kaum breit genug waren, um mit einem Auto hindurchzufahren.
Kaum zu glauben, dass in diesem... diesem Grab!... tatsächlich Menschen leben sollten! Nicht zu denken, dass Riki hier leben wollte! Riki, der alles Helle so sehr liebte! Obwohl – wenn er sich hier so umsah, verstand er auch, warum. Klar, wenn man sein Leben lang sonst nichts als Dunkelheit gekannt hatte... Aber warum war er dann nicht bei ihm geblieben? War das Leben mit ihm denn wirklich so schlimm gewesen?
Mit einem letzten, abschätzenden Blick schlug Iason seine Autotür zu und trat durch den Ein-gang des Hauses, wollte man es denn als Solches bezeichnen, vor dem er geparkt hatte. Ein kurzer Blick auf den Fahrstuhl, der noch aus dem vorherigen Jahrtausend zu stammen schien, überzeugte ihn davon, doch lieber die Treppe zu nehmen, die zwar abgetreten, aber wenigs-tens stabil wirkte. Er musterte die teilweise kaum noch zu erkennenden Zahlen an den Türen des dritten Stockes. 38, 39, 40. Ach, da! Da war es: 42.
Mit gerümpfter Nase drückte Iason die Klinke herab, froh, seine Handschuhe zu tragen. Mit einem leisen Knarzen sprang die Tür schließlich auf. Was? In dieser Gegend sperrte Riki noch nicht einmal ab? Er hatte hier seine Kindheit verbracht, er musste doch wissen, wie gefährlich das war! So konnte ihn ja Jeder überfallen! Das passte so gar nicht zu dem vorsichtigen jun-gen Mann, den er kannte. Und das gefiel ihm nicht.
Im inneren dieser... Wohnung.... sah es nicht einen Deut besser aus, als von Außen. Langsam schritt Iason in die Mitte des einzigen Raumes, vorbei an einem Herd, der ihn eher an eine alte Feuerstelle erinnerte, an einem Tisch, dessen eines Bein definitiv kürzer war, als die anderen drei und den Stuhl, der auch nicht sonderlich stabil wirkte. Bein Bett musste er wirklich erst mal die Stirn runzeln. Die Matratze war vollkommen durchgelegen – von Jemandem, der di-cker und schwerer gewesen war, als Riki, dem Abdruck nach zu schließen, die Decke, die halb auf dem gräulichen Boden lag, wirkte fadenscheinig. Die einzige Lampe, die den Raum kaum zu erhellen vermochte, blinkte nervös in kurzen Abständen, signalisierte so überdeut-lich, dass sie kurz davor stand, entgültig auszufallen. Aber das Schlimmste war der Geruch, der über Allem hier lag, über dem gesamten Viertel. Kein Wunder, schließlich befand sich die Müllverbrennungsanlage ganz in der Nähe.
Aber viel interessanter war etwas anderes: wo war Riki?
Iason wusste, der Mongorel musste irgendwo in diesem... Zimmer... sein, denn er hatte Katze kurz getroffen, bevor er hierher gekommen war und der hatte ihm versichert, dass Riki die Wohnung nicht verlassen hatte. Moment! Das war doch... Wasser! Das Geräusch von fließen-dem Wasser! Sicher! Eine Duscheinheit!
Rasch trat Iason zum anderen Ende des Raumes, wo er den Zugang vermutete und fand. Nun – als Badezimmer wollte er das hier nicht bezeichnen müssen, nicht beim besten Willen! Der Spiegel über dem Waschbecken war wohl schon seit hundert Jahren blind, die Handtücher waren ausgefranst und extrem dünn und selbst der Bademantel wirkte schrecklich. Das hier also zog Riki dem Leben im Penthouse vor? Nein, daran konnte und wollte er nicht glauben! Es musste einen anderen Grund geben, warum Riki nicht zurückgekehrt war, oder keine Hilfe angenommen hatte!
Apropos... Iason wandte sich wieder zum Wasser um. Es war praktisch unmöglich, etwas durch diese verkalkten Türen zu sehen. Mit einem kurzen Griff zog Iason sie auf, doch was er sah, brachte ihn erst einmal dazu, heftigst die Luft einzuziehen: „Riki!“
Aber der regte sich nicht, er saß weiterhin eingesunken auf dem Boden der Dusche.
„Riki!;“ rief Iason erneut, wollte nach dem Jüngeren greifen, stellte dabei erschrocken fest, dass das Wasser, dass auf die elend aussehende Gestalt herabprasselte, eisig kalt war. Hastig drehte er es ab, zerrte sich dann mit den Zähnen einen der Handschuhe herab, legte die Hand auf Rikis Stirn.
Nein, das war gar nicht gut! Der Mongorel brannte regelrecht! Ohne auch nur darüber nach-zudenken, riss er sich seinen eigenen Mantel vom Leib, nicht bereit, seinen Kleinen in dieses Etwas hinter der Tür zu wickeln, packte den Dunkelhaarigen darin ein und hob ihn sich auf die Arme. Er war leichter geworden, stellte Iason dabei auch gleich noch fest. „Riki,“ ver-suchte er es erneut. Er musste den Jungen doch irgendwie wieder wach bekommen!
Da! Tatsächlich! Die Lider
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Die letzten 5 Kommentare
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Kommentar von: CrazyMama
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Username: CrazyMama
Datum: 07.11.2009 - 14:22
Kommentar Nr.: 6799
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Danke für ein sehr schönes Lesevergnügen
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Kommentar von: aengus
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Username: aengus
Datum: 28.09.2008 - 12:21
Kommentar Nr.: 5592
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Wunderschööööön! tolle story !mehr davon liebe grüße Aengus
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Kommentar von: Ray-chan2
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Username: Ray-chan2
Datum: 31.08.2008 - 14:58
Kommentar Nr.: 5476
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OH GOTT !!!! Diese Geschichte ist ja traumhaft !!! So in der Art hab ich mir immer das Ende von AI no Kusabi vorgestellt !!! Echt klasse ,große Achtung
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Kommentar von: vampirelady
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Username: vampirelady
Datum: 21.04.2008 - 19:53
Kommentar Nr.: 4964
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einfach nur spannend. von anfang bis zum ende. herrlich. und das happy end ist das beste daran. würde mich über weitere solcher geschichten sehr freuen.
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Kommentar von: Shayra
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Username: Shayra
Datum: 26.03.2008 - 20:51
Kommentar Nr.: 4888
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toll, fantastisch, klasse, genial, super, großartig.... ich könnet noch lang so weitermachen, die storie war große klasse und das mit dem happy-end find ich auch super. die zwei letzten sätze gefallen mir auch total gut, die sind echt ein prima schluss. so bevor ich hier noch weiter rumlabere lass ich dich wohl lieber weiter schreiben, denn ich hoffe doch sehr, dass du noch mehr solcher geilen sories auf lager hast.bis bald also
shayra
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